Faltbare Smartphones sind in Europa noch nicht so etabliert wie in Asien. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Faltmaschinen wie das kürzlich vorgestellte Vivo X Fold noch nicht den Weg in die deutschen Handelsregale gefunden haben. Aber wir haben den direkten Konkurrenten des Samsung Galaxy Z Fold4 in die GO2mobile-Redaktion geholt und ausgiebig getestet.
Offenbar gibt es hierzulande noch keinen so großen Faltmarkt, wie viele erwartet hätten. Das liegt zum einen an den teilweise noch hohen Anschaffungskosten und dem hohen Gesamtgewicht der Probanden. Unser aktueller Testkandidat, das Vivo X Fold, macht da keine Ausnahme. Möchte man es in Deutschland legal bekommen, führt der Weg ausschließlich zu unserem langjährigen Handelspartner TradingShenzhen, der somit auch für unser Testmuster verantwortlich ist. Der aktuelle Einstiegspreis liegt bei knapp 1.600 Euro*, was gelinde gesagt viel Geld ist. Aber ist unser Kandidat am Ende den Test wert? Das müssen wir heute herausfinden.
Wie immer bei einem Testbericht packen wir das Falt-Smartphone Vivo zunächst vor der Kamera aus.
Gestaltung und Verarbeitung
Das Vivo X Fold wurde zusammen mit dem Vivo X Note am 11. April in Chinas Heimatland offiziell vorgestellt. Mit seinen Abmessungen von 162 x 74,47 x 14,57 Millimetern (zusammengeklappt) und einem Gewicht von 315 Gramm ist es fraglos ein echtes Schwergewicht. Und das nicht nur im Datenblatt. Jeder, der das Fold in die Hand nahm, „kritisierte“ den ersten Eindruck: das große Gewicht. Und auch ich muss mich diesem Urteil beugen: Das Vivo X Fold ist schwer. Im Vergleich dazu wiegt ein Samsung Galaxy Z Fold3 „nur“ 271 Gramm.
Wir haben das hellblaue Modell erhalten, das trotz des Gewichts gut in der Hand liegt. Es gibt aber auch eine schwarze Version, ebenfalls mit Kunstlederrücken und zusätzlich mit einer Art Längsstreifen aus Stoff akzentuiert. Mir persönlich gefällt es besser, aber es ist schwieriger zu fotografieren. Beide Varianten geben Fingerabdrücken keine Chance, was direkt zu den ersten positiven Punkten führt. Auf der rechten Seite (im geschlossenen Zustand) ist er vorne und hinten abgerundet, was sicherlich zu besseren Haltungsgraden führen wird.
Das runde Kameramodul auf der Rückseite ist leicht sichtbar, was bei einem Fold nicht unbedingt üblich ist. Aber auch hier kooperiert Vivo mit dem deutschen Optiker Carl Zeiss und wird es wohl entsprechend inszenieren wollen. Doch zu den besonderen Qualitäten der Vierfachkamera später mehr.
Eine weitere Besonderheit ist der seitliche Schieber. Im Gegensatz zu OnePlus ist es nicht in drei Stufen unterteilt, sondern nur in zwei, aber immerhin. Ich persönlich habe diesen Seitenschalter in meiner Liebe zu OnePlus lieben gelernt. Bleiben wir bei der nebenan verbauten Hardware. Im geschlossenen Zustand befinden sich alle Tasten auf der rechten Seite, da sich das Scharnier auf der linken Seite befindet, sodass der Bildschirm in fast jeder Position bleiben kann. Das Scharnier macht einen sehr hochwertigen Eindruck und lässt sich beidseitig ohne merklichen Spalt einklappen.
Daher befindet sich der oben erwähnte Alert-Slider relativ hoch im oberen „Flügel“ und die Start- und Standby-Taste sowie die Lautstärketaste oben fast in der Mitte des unteren Flügels. Alles ist solide in den Aluminiumrahmen verarbeitet und hat eine gute Schalt-/Druckpunktmechanik. An der Unterseite befindet sich ein USB-Typ-C-Anschluss, das SIM-Fach für zwei Nano-SIM-Karten und eine Freisprecheinrichtung. Die Oberseite ist außerdem mit einem gleichwertigen Lautsprecher und einem Infrarot-Blaster ausgestattet.
Den Klang würde ich als sehr gut einstufen. Gut – Smartphones sind traditionell nicht immer seriös, aber ausgewogen und haben auch eine gute Lautstärke. Die Positionen der “Boxen” sind ziemlich enttäuschend. Beides fast im Mittelfeld mit fallender Tendenz im eingesetzten Landscape-Modus. Sie würden sie also fangen, während Sie spielen. Natürlich kann man das Klappen auch drehen, der Automatikmodus unterstützt das in fast allen Spielen, aber dann hält man die Anordnung der kreisrunden Kameras in der rechten Hand.
Zeigen
Nicht ganz untypisch für ein Fold bietet auch das Vivo X Fold zwei Bildschirme. Einer außen und ein flacher Faltbildschirm innen. Für den „schnellen“ Einsatz steht außen eine Diagonale von 6,53 Zoll im Seitenverhältnis 21:9 zur Verfügung. Es wird durch Corning Gorilla Glass Victus (Gen.7) geschützt. Es löst mit 2.560 x 1.080 Pixel (Full HD+) auf und bietet eine maximale Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz. Es sieht aus wie ein Samsung E5 AMOLED-Panel, das einen guten Bildschirm bietet, obwohl es etwas heller sein könnte.
Offenbar wurde das 8,03 Zoll große interne Display mit einer höheren Helligkeit ausgestattet. Den gemessenen 740 Lumen haben wir stolze 1.100 Nächte im Innenbereich gemessen. In unserem Fall war das externe Display bei direkter Sonneneinstrahlung nicht mehr lesbar.
Im Inneren begrüßt uns ein Xensation Flex LTPO-Panel der zweiten Generation mit einer Auflösung von 2160 x 1916 Pixeln und einem Seitenverhältnis von 4:3. Bildschirme mit integrierter LTPO-Technologie (Low Temperature Polycrystal Oxide) sind in der Lage, variable Frequenzen bereitzustellen. In unserem Fall zum Beispiel 1 Hertz beim Lesen von Texten und 120 Hertz beim Spielen.
Den Schutz bietet ein ultradünnes 30 Mikron (UTG) Glas aus der SCHOTT Familie. Es punktet mit einer sehr guten Blickwinkelstabilität, einem hervorragenden Kontrast und der Visualisierung von schönen und scharfen Farben. Es gibt einen späteren Satz über die “Falte”. Wie Oppo sprach der Hersteller bei dem von uns getesteten Find N von einer unsichtbaren Falte. Während wir das bei Oppo durchaus bestätigen können, trifft diese Aussage nur zu, wenn wir es direkt betrachten. Von der Seite sieht man die Falte deutlicher.
Display-Fazit
Im Inneren sind beide Bildschirme wahrscheinlich die besten auf dem heutigen Markt. Wenn Sie bei Sonnenschein mit Ihrem Vivo X Fold im Freien arbeiten möchten, können Sie das Außenpanel sofort freimachen. Bei der Erstellung unserer Testfotos wurden die Kameraeinstellungen trotz maximaler Helligkeit nicht mehr erkannt. Kein Problem. Aber nicht immer will man mit einem „Tablet-Bildschirm“ fotografieren oder filmen. Darüber hinaus hätten wir uns eine bessere Softwareunterstützung gewünscht, einschließlich Stiftunterstützung für das große interne Bedienfeld.
Prozessor und Speicher
Natürlich hat das Vivo X Fold einen Octa-Core-Prozessor Snapdragon 8 Gen 1 verbaut, schneller geht es nicht vor dem dritten Quartal 2022, auch wenn mit dem Snapdragon 8+ Gen 1 bereits ein Nachfolger vorgestellt wurde ist für uns nicht ganz neu und wir haben es schon mehrfach ausprobiert. So das Motorola Edge 30 Pro, das Xiaomi 12 Pro und neuerdings auch das Honor Magic4 Pro. Jedes mit einem anderen Ergebnis in Bezug auf Wärmeleistung und -entwicklung. Was der Flaggschiff-Prozessor unserem Vivo-Folding antun kann, war im Vorfeld nicht ganz klar.
So sind wir mit den gemessenen 42,5 Grad natürlich nicht ganz zufrieden, aber im Gegensatz zur genannten Konkurrenz ist es ein sauberes Durchschnittsfeld. Xiaomi schoss den Vogel mit einem Maß von 47,3 Grad. Uns hat Motorola mit 43,6 Grad sehr gut gefallen und unser Testsample liegt mit 42,5 Grad knapp darunter. Sieger wurde das Honor Magic4 Pro mit 38,3 Grad und einer Beschleunigung auf knapp 213 GIPS. El Vivo bringt uns auf 184 GIPS runter, was ich persönlich frech finde. Erstellen Sie dann sofort einen Snapdragon 870 SoC (Chip System). Zumal hier auch extragroße Flüssigkeitsdampfkameras angekündigt wurden. Aber Philosophieren Sie das Thema bei jeder Rezension erneut.
Setzt der Hersteller auf den deutlich günstigeren Snapdragon 870, käme es beim Schulhof-Quartett sicherlich zu herben Abzügen. Also schnapp dir das Letzte vom Letzten und beschleunige die Softwareseite. Letztendlich wird Sie der Snapdragon 8 Gen 1 in X Fold nie enttäuschen. Dieser Prozessor gibt auch bei Beschleunigung nicht auf.
Lagerung
Unser Modell ist mit 12 GB LPDDR5-RAM und 256 GB internem Speicher des UFS 3.1-Programms ausgestattet. Eine optionale Erweiterung mittels microSD-Speicherkarte ist nicht möglich. Stattdessen eine Variante mit gleichem Arbeitsspeicher aber 512 GB Programmspeicher. Dieser ist immer schnell. Laut Kollegen von Chinahandys.net ist es mit einer Schreibgeschwindigkeit von 660 MB/s und einer Lesegeschwindigkeit von 1.420 MB/s doppelt so schnell. Zu den 12 GB Arbeitsspeicher können auf Wunsch weitere 4 GB Programmspeicher „virtuell“ hinzugefügt werden. Angesichts der Fülle an RAM verstehe ich den Sinn dahinter nicht.
Live-X-Fold-Kamera
Vivo präsentiert eines der ersten großen Folds mit einer unverwechselbaren Vierfachkamera, die in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Optikspezialisten Zeiss entstanden ist. Objektive sind neben eingebauten Bildsensoren wohl die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches Fotografieren. Besonders die Zeiss T* Beschichtung garantiert eine außergewöhnliche Entspiegelung in der Fotografie. Transmission Coating ist ein Meilenstein in der Fotografie und sorgt dafür, dass ungewollte Ausbrüche vermieden werden.
Technische Daten der Hauptkamera
Meist zuerst die harten Fakten. Für die Hauptkamera setzt Vivo auf einen 50 Megapixel ISOCELL GN5 Bildsensor von Samsung. Es misst 1/1,57 Zoll und hat eine Pixelgröße von einem Mikrometer. Die Blende beträgt f/1.8 und ist optisch stabilisiert.
Aus…