Veröffentlicht20. Juni 2022, 17:03 Uhr
Vom Brienzer bis zum Wyberhaken: Anfang Juli wird es im Reitzentrum Bern sehr urig. Das Alternative Kulturzentrum organisiert am 9. Juli ein “Gemeinschaftsreitfest”.
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Im kommenden Juli findet in Bern ein Schwingfest statt. Organisiert wird der Anlass nicht von einem offiziellen Schwingerverband, sondern von einer Gruppe der Berner Hofreitschule.
Reitschule Bern
Reitsport statt Schweizer: Beim Kampf auf dem überdachten Reitplatz ist alles ein bisschen anders. Aber auch urige Gäste profitieren davon: Neben dem Wrestling-Service gibt es ein Bürinnen-Frühstück und auch Geige und Ziehharmonika werden vor Ort gespielt.
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Jakob Aeschbacher, Präsident des Berner Kantonalen Schwingerverbandes BKSV, ist skeptisch: «Entweder haben sich die Reitschüler wirklich für den Schwingsport interessiert, oder sie machen sich über uns und den traditionellen Schwingsport lustig.»
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Derzeit ist der Wrestling sehr aktiv: Wochenende für Wochenende finden mehrere Wrestling-Festivals im ganzen Land statt. Eine Blase hier, ein Kanton dort. Jetzt hat ein bisschen Exotik Einzug in den vollen Terminkalender gehalten: Am 9. Juli findet auf dem Berner Reitplatz das „Reitgenössische Schwingfest“ statt. An diesem zweiten Samstag im Juli verwandelt sich die Berner Schützenmatte von einem urbanen Punkt in ein kleines Schlachtfeld. Das Einschwingen ist mittags, und das Einschwingen findet den ganzen Nachmittag statt.
„Schwinge und Schwofä“ – schwingen und tanzen – ist das Motto der „Reitergemeinschaft“. Nach dem letzten Jahr gibt es auch ein Trio mit Akkordeon, Bassgeige und Klarinette. Nach diesem Konzert können die bösen Berner an einer späteren Party mit DJs weitertanzen. Die Zeremonie geht noch weiter: Am Sonntagmorgen findet zum Abschluss ein „Bürinnäzmorge“ statt.
Skepsis gegenüber schlechten Offizieren
Trotz dieses ausgefeilten Programms ist es unwahrscheinlich, dass die Schweizer Schwinger-Prominenz am Festival anwesend ist: Es handelt sich um ein Amateur-Schwingturnier. Das Festival wird unabhängig von den Schweizer Schwingverbänden durchgeführt.
In der offiziellen Wrestling-Szene hat man jedoch auf den sogenannten „Reitkenner“ Rücksicht genommen. Anfangs standen die Leute dem Projekt etwas skeptisch gegenüber. Jakob Aeschbacher, Präsident des Schwingerverbandes BKSV im Kanton Bern, sagt in 20 Minuten: «Entweder interessierten sich die Reitschüler wirklich für den Schwung, oder sie machen sich über uns und den traditionellen Schwingsport lustig.»
Die wahren Gründe für ein eigenes Wrestling-Festival bleiben derzeit offen; Die Reitschule ließ eine 20-minütige Anfrage unbeantwortet. Ihn zu verhöhnen, würde jedoch den Plänen der Veranstalter vehement widersprechen: Das Plakat des „Reitgenössischen Schwingfests“ fordert in Großbuchstaben Respekt und Sensibilität.
Schwingtalent wird gesucht
Auch wenn Jakob Aeschbacher selbst noch fassungslos über die Motivation der unbekannten Organisatoren von Stadtbern ist, steht für ihn eines fest: «Das ist ein inoffizieller Schwinganlass, der nichts mit unserem Verein zu tun hat.» Egal wie gut man die Schützenmatte balanciert, „auf unser Ranking haben die Ergebnisse keinen Einfluss“, sagt Aeschbacher. Sollte am 9. Juli jedoch ein interessiertes Wrestling-Talent zwischen den Teilnehmern entdeckt werden und der Swing-Keller für ihn oder sie offen stehen, würde der Präsident endlich verzeihen. Gleichzeitig mahnt der BKSV-Chef zur Vorsicht: „Fliegen ist eine Kampfkunst. Wenn zwei Fans gefunden werden, kann es auch in Sachen Verletzungen böse enden.“
Doch ohne Erfahrung scheinen die Berner gar nicht so schlecht zu sein: In der Hauptstadt sollen in der Vergangenheit private Schwingfeste stattgefunden haben. Das zeigt auch ein Bericht in der Zeitung „Der Bund“ von 2014: Damals wurde in Bern ein alternatives Schwingfest mit rund 200 Personen durchgeführt, organisiert von einer lokalen Gemeinde. Wie ein Festival-Organisator damals gegenüber der Zeitung verriet, habe man sich mit gründlicher Recherche über die Kunst des Ringens informiert, während der Vorbereitungszeit habe es auch wöchentliches Training gegeben.
Seitdem sind viele Jahre vergangen, und die “Untergrundszene” des Schweizer Kampfes hätte mehr Zeit zum Üben gehabt. Wer weiß, vielleicht reicht sogar die eine oder andere Wyberaxe, Hyper- oder Kreuzstiel für das amtliche Sägemehl.
(miw)