Das Bundesland Brandenburg im Osten Deutschlands kämpft noch immer mit zwei Waldbränden, die durch die große Hitze verursacht wurden. Aufgrund der rasanten Ausbreitung von Waldbränden mussten am Sonntag mehrere hundert Menschen ihre Häuser verlassen. Anwohner und Feuerwehrleute warten laut Bild nun auf den Regen, um das Feuer einzudämmen.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sorgte der am Montagmorgen um 7.30 Uhr einsetzende Regen für etwas Erleichterung. Es brenne aber weiter, wie die Zeitung schreibt. Schauer sollen bis Mittag andauern und für mehr Entspannung sorgen.
Die Stadt Beelitz teilte am frühen Montag mit: „Das Feuer ist unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. Auch wenn uns der aktuelle Regen sehr hilft, kann es noch zu viel Rauch kommen.“
Notstand erklärt
Die Flammen im Waldgebiet im Süden Berlins hatten sich trotz andauernder Löscharbeiten zuvor auf rund 200 Hektar ausgebreitet, was 280 Fußballfeldern entspricht. Wegen eines weiteren Waldbrandes seien drei Straßen ins nahe gelegene Beelitz geräumt worden, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth. Auch bei Beelitz wurden nach Angaben des Bürgermeisters etwa 200 Hektar abgebrannt. Dort versuchten 1.000 Einsatzkräfte, die Flammen einzudämmen.
Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat den Katastrophenfall ausgerufen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schloss weitere Evakuierungen nicht aus. „Wir müssen hoffen, dass sich die aktuelle Situation weiter verschärfen kann“, sagte Woidke am Sonntagabend im RBB-Hörfunk. Es könnten „mehr Evakuierungen“ sein.
„Die Lage ist unschlagbar“, sagte Landesfeuerwehrdirektor Michael Koch. Woidke beschrieb die Situation als “viel dramatischer als 2018”. Neben Feuerwehren aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind auch Berliner Feuerwehren, Bundeswehrsoldaten und das Technische Hilfswerk im Einsatz. Insgesamt sind 1400 Einsatzkräfte im Einsatz.
Die Bewohner der betroffenen Gebiete seien aufgefordert worden, ihre Wohnungen „in geordneter Weise“, aber „unverzüglich“ zu verlassen, teilte der Stadtrat Treuenbrietzen mit. Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark, der den weltweiten Einsatz koordiniert, leben dort rund 620 Menschen.
Für die von den Evakuierungen Betroffenen richteten die Behörden im Rathaus Treuenbrietzen eine zentrale Notunterkunft ein. Warnsysteme forderten die Menschen auf, das betroffene Gebiet zu meiden und über Funk oder andere Mittel auf dem Laufenden zu bleiben. Bei einer Evakuierung sollten Betroffene nur das Nötigste mitnehmen, insbesondere Ausweise und Bargeld.
Der Brandfall entwickelt sich „schnell“
Das Feuer brach am Freitag aus und hält seitdem die Rettungsdienste in Wartestellung. Mehrere Hubschrauber der Landes- und Bundespolizei sowie der Bundeswehr unterstützen die Löscharbeiten aus der Luft. Am Samstagabend bezeichneten die Behörden die Lage vor Ort erneut als angespannt, nachdem die Flammen zunächst im Laufe des Tages gelöscht worden waren.
Neben der aktuellen Hitze macht den Einsatzkräften vor allem starker Wind Sorgen. Die Stadt Treuenbrietzen teilte am Sonntagnachmittag mit, dass die aktuellen Windverhältnisse zu einer Erweiterung des Einsatzgebietes geführt hätten. Das Feuer breitet sich „schnell“ aus.
Bereits 2018 gab es bei Treuenbrietzen einen großen Waldbrand. Erschwert wird die Situation damals wie heute dadurch, dass dort viele Flächen mit Altmunition verseucht sind. Dadurch dürfen Rettungsdienste nur auf bestimmten Straßen fahren. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der derzeit hohen Temperaturen herrscht nach Angaben des Landes derzeit die höchste Waldbrandalarmstufe in der Umgebung und fast ganz Brandenburg.
Sie wurde nach Angaben der Bundeswehr mit einem CH53-Transporthubschrauber eingesetzt, auch in der Nacht zum Sonntag. Außerdem wurden mehrere für Löscheinsätze ausgerüstete Hubschrauber der Bundespolizei unterstützt. (AFP/SDA/dzc)