Aufgeregt und aufgeregt wirkt der Mann, als er das Blick-Team im Wohnhaus seiner Familie in einem bürgerlichen Städtchen im Baselbiet empfängt. Thomas B.* (56) möchte, dass alle seine Geschichte erfahren. Im Scheidungskrieg mit seiner Ex-Frau Aicha B.* (39) aus Nordafrika verlor er fast alles. Um ihn kurz vor seiner Scheidung endgültig zu Fall zu bringen, erfand er zwei sexuelle Übergriffe. Zu Hause, im Keller, sei er mehrfach vergewaltigt worden, heißt es in seiner Anklage. Aber zum Glück hat ihr Mann die perfekten Vorkehrungen getroffen.
Der ehemalige Inhaber der Firma im Raum Basel erinnert sich noch gut an den Nachmittag des 23. Januar 2018: «Er hat mich zu mir nach Hause eingeladen, ich musste etwas besprechen.» Freunde alarmierten den Arbeitgeber noch vor dem Treffen. Abends fährt er aber trotzdem nach Hause zu Aicha B.*. Es ist eigentlich ihr Zuhause, das sie wegen der Trennung 2016 kaum betreten durfte. Wer sich gegen den Willen des Ehepartners scheiden lassen will, muss eine zweijährige Wartezeit absitzen. Zum Glück nimmt er seinen Schutzengel mit zum Meeting: Er trägt ein altes iPhone in der B-Jackentasche und lässt die Audioaufnahme während des Meetings laufen. „Das war eine Eingebung, die mich später gerettet hat“, sagt B. Observer, das Verbraucher- und Ratgebermagazin berichtete ebenfalls über den Fall.
Auf der Aufnahme ist keine Gewalt zu hören
Mehr als fünf Stunden lang hörte sich Blick einen Teil der Aufnahme an. Die Aufnahmequalität ist gut, die beiden Ehepartner unterhalten sich entspannt. Aicha B. versuchte mehrmals, ihren getrennt lebenden Ehemann davon zu überzeugen, dass sie es noch einmal versuchen sollten. Sie bittet um eine Eheberatung. Von Diskussionen oder Gewalt ist während der gesamten Aufnahme nichts zu hören. Aber offensichtlich versucht sie ihn zu verführen. Sie bedauert, keinen Sex mehr gehabt zu haben und küsst ihn dann. Spät in der Nacht kehrt er schließlich nach Hause zurück und speichert die Aufnahme.
Am 26. Januar 2018 will sie ihn wiedersehen. Diesmal brachte er seine Mutter aus Marokko mit, um zu helfen. Diesmal ist er kurz nach acht Uhr abends bei ihr. Auch hier zeichnet Ihr iPhone alles auf. Zwei Stunden lang sprach er mit seiner Schwiegermutter. Er bittet sie auch, auf die Scheidung zu verzichten. Als er schlafen geht, versucht es Aicha B. noch einmal mit Erotik: „Er hat mich tief geküsst, mich dann oral befriedigt“, sagt Thomas B. Er wollte nicht, aber er ließ es zu.
Mehr zu falschen Anschuldigungen
Nach diesen beiden Treffen reichte der Anwalt von Thomas B. beim Zivilbezirksgericht Basel-Kampagne schliesslich die Scheidung ein. Kaum hatte Aicha B. davon erfahren, packte sie das Psychoschwert mit beiden Händen aus. Nach einem Streit bei der Übergabe seines Sohnes rief er die Polizei und erstattete Anzeige. Ihr Mann vergewaltigte sie beide Nächte im Keller. Von den geheimen Tonaufnahmen ihres Mannes wusste sie nichts.
Als Vergewaltiger markiert
Trotzdem wird B. plötzlich als Vergewaltiger bezeichnet, obwohl die Vorwürfe erfunden waren. “Es war eine Ansammlung von Lügen und Realitätsverzerrungen”, sagt Thomas B. gegenüber Blick. Obwohl er der Polizei gegenüber Audioaufnahmen erwähnt, braucht der Anwalt seiner Frau 229 Tage, um auf die Beweise zu antworten. Seine Reaktion nach diesen 229 Tagen: “Sexuelle Übergriffe hätten auch an anderen, nicht näher bezeichneten Tagen stattfinden können.”
„Nach meiner Vernehmung erhielt ich einen 12-tägigen Abschiebungsbefehl. Der gegnerische Anwalt verlängerte ihn auf 88 Tage. Trotz meiner Aussage wurde er akzeptiert“, sagte Thomas B. traurig. „Falls der Lehrer einen Termin für die Eltern vereinbaren wollte “Abends musste ich sagen, dass es nicht geht. Ich habe eine Wegbeschreibung. Das hat bei den Lehrern ein Kopfkino ausgelöst, obwohl sie die Hintergründe nicht kannten. Ich wurde automatisch geächtet.”
Aber für die Staatsanwaltschaft sind die Tonaufnahmen von Bedeutung. Sie gesteht heimlich aufgenommene Aufnahmen und stellt im Februar 2019 das Verfahren gegen Thomas B. ein.
Doch er lässt die Vergewaltigung nicht liegen und dreht den Spieß um. Nach Akteneinsicht erhebt er eine falsche Anschuldigung. Die Frau soll sich am Dienstag vor dem Strafgericht Muttenz wegen falscher Anschuldigungen schuldig bekennen. Sein neuer Anwalt fordert Freispruch. Wichtigstes Argument: die Unbrauchbarkeit der Aufnahmen, da sie ohne Wissen von Aicha B.
* Namen haben sich geändert