Der körpereigene Stoff hemmt Entzündungen

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Braunschweig: Offenbar ist der körpereigene Stoff Mesaconsäure in der Lage, Entzündungen abzufedern. Das Molekül könnte ein Wirkstoffkandidat sein, der zur Behandlung von Sepsisschocks und gegen Autoimmunerkrankungen weiterentwickelt werden könnte.

Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Karsten Hiller vom Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) im Fachjournal Nature Metabolism (DOI: 10.1038/s42255-022-00565-1).

2013 entdeckten Wissenschaftler, dass Blutzellen von Säugetieren und das Gehirn von Säugetieren ein Molekül namens Itaconsäure produzieren, eine Substanz, die zuvor nur im Stoffwechsel von Pilzen vorkam. Itaconsäure ist ein natürliches Antibiotikum. Bei weiteren Recherchen stellten die Forscher fest, dass in Verbindung mit Itaconsäure immer ein weiterer Stoffwechselstoff entsteht: Mesaconsäure. Es ist eine chemische Verbindung, die der Körper aus Itaconsäure herstellt.

In Experimenten mit Labormäusen erkannte das Forscherteam, dass sich dies auch auf Entzündungsreaktionen auswirkt: Verabreicht man Mäusen, deren Immunsystem angeschlagen ist, geht es den Mäusen schnell besser; Ihre Überlebenschancen steigen.

Wissenschaftler konnten zeigen, dass Mesaconsäure im Gegensatz zu Itaconsäure das Enzym Succinat-Dehydrogenase (SDH) nicht blockiert.

SDH ist Teil der Atmungskette. Wird diese beispielsweise durch Itaconsäure gehemmt, hat dies starke negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Da Mesaconsäure keine blockierende Wirkung auf das Enzym SDH hat, aber eine ebenso gute entzündungshemmende Wirkung wie Itaconsäure hat, ist sie laut den Forschern als potenzieller Wirkstoff gegen Autoimmunerkrankungen besonders interessant.

„Mesaconsäure könnte als Wirkstoff gegen Krankheiten eingesetzt werden, bei denen das Immunsystem überaktiviert ist: septischer Schock und vor allem Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis oder entzündliche Darmerkrankungen“, hofft Hiller. © hil / aerzteblatt.de

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