Deutschland bereitet die Alarmstufe für den Gasnotfallplan vor

21.06.2022 20:13 (21.06.2022 20:20)

Deutschland könnte bald zweite Stufe des Gas-Notfallplans ausrufen © APA / AFP Symbolbild

Einem Bericht der Zeitung „Welt“ zufolge bereitet sich die Bundesregierung darauf vor, die Alarmstufe des nationalen Gas-Notfallplans in wenigen Tagen anzuheben. Wirtschaftsstaatssekretär Patrick Graichen habe die Energiewirtschaft am Montag auf den nächsten Schritt vorbereitet, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Branche. Diese Darstellung wurde durch die dpa-Beratungen am Dienstagabend in Kreisen der Energiewirtschaft bestätigt.

Diese zweite Stufe könnte den Erdgaspreis für alle Verbraucher sofort und deutlich erhöhen. Auf die Ausrufung der nächsten Stufe des Gas-Notfallplans will das Wirtschaftsministerium in der Frage nicht spekulieren. „Für die Stufen des Gasnotfallplans gelten die Regeln und gesetzlichen Vorgaben. Wir treffen Entscheidungen auf Basis dieser Vorgaben und spekulieren nicht darüber. Entscheidungen werden auf Basis der aktuellen Lage und des aktuellen Lagebildes getroffen“, sagte eine Sprecherin . . Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet, aber die Lage ist ernst.

Russland hatte zuletzt Gaslieferungen durch die Nord-Stream-Pipeline in die Ostsee erheblich gedrosselt. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte ein Maßnahmenpaket angekündigt, um den Gasverbrauch in der Industrie zu senken.

Die „Welt“ berichtete, dass Lieferanten davon ausgehen müssten, dass die Alarmstufe innerhalb von fünf bis zehn Tagen ausgerufen werde. Mit der Ankündigung wandte sich Graichen an den 55-köpfigen Vorstand des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Gremiensitzungen seien nicht öffentlich, teilte der Verband mit: „Der BDEW macht daher keine Angaben zu Ablauf und Inhalt dieser Sitzungen und kommentiert auch keine Spekulationen.“

Der Gasnotfallplan regelt das Vorgehen in Deutschland, wenn sich die Versorgungslage erheblich zu verschlechtern droht oder dies der Fall ist. Es gibt drei Ebenen. Ende März kündigte das Wirtschaftsministerium die erste Stufe an, die Frühwarnphase. Dies diente vor allem dazu, sich auf eine Verschlechterung der Lage vorzubereiten.

Die zweite Stufe wäre die Alarmstufe. Dem Plan zufolge kommt es dann zu einer Unterbrechung der Gasversorgung oder zu einer außergewöhnlich hohen Gasnachfrage, die zu einer „erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage“ führt, der Markt diese Unterbrechung oder Nachfrage aber dennoch bewältigen kann Nicht marktbasierte Maßnahmen werden ergriffen. Umstellung erforderlich.

Dem Plan zufolge folgt die Notstandsstufe der Alarmstufe, der Staat muss eingreifen – insbesondere um die Gasversorgung von „geschützten Kunden“ – das sind zum Beispiel Privathaushalte – sicherzustellen.

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