Debatte über Waffenlieferungen: Für die italienische Regierung wird etwas vorbereitet

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Waffenlieferungen an die Ukraine bedrohen Draghis Regierung. Jetzt muss sich der Ministerpräsident erklären.

Autor: Eine Analyse von Peter Voegeli

Ministerpräsident Mario Draghi betonte am Dienstag, Italien sei europäisch, transatlantisch und neben der Ukraine. Dies ist die offizielle Bezeichnung, aber unter der Oberfläche brodelt ihre breite und heterogene Regierungskoalition.

Vor allem die größte Fraktion der Regierung, die Cinque Stelle, zerfällt, auch in der Frage der italienischen Waffenlieferungen an die Ukraine sind sich Parteichef Guiseppe Conte und Außenminister Luigi di Maio uneins.

Gibt es eine Vertrauensfrage?

Auch Matteo Salvini, Vorsitzender der zweiten Fraktion und rechte Lega-Partei, verfolgt eine andere Linie als Draghi. Er wollte kürzlich zu einer Friedensmission nach Moskau reisen und musste sich zurückziehen; Auch seine Liga ist gespalten.

Aber ohne die Cinque Stelle und die Lega kann Draghi nicht regieren. Italien fragt sich deshalb in den vergangenen Tagen, ob der Ministerpräsident verpflichtet ist, um ein Vertrauensvotum zu bitten. Dies ist unwahrscheinlich, alle Parteien arbeiten an einem rein formalen Kompromiss, der das Parlament stärker einbeziehen will, aber nur in beratender Funktion. Außerdem will niemand, dass Draghis Regierung vorzeitig vor den ordentlichen Parlamentswahlen im nächsten Frühjahr endet.

Einerseits wollen alle weiterhin vom großen Kuchen des Corona-Hilfsfonds in Brüssel profitieren und die Renten seiner Politiker nicht unnötig durch vorgezogene Neuwahlen kürzen. Denn nach den ordentlichen Parlamentswahlen im März 2023 wird das Parlament ohnehin um ein Drittel verkleinert, so dass viele gewählte Abgeordnete nicht mehr einziehen werden.

Unzureichende Führungskräfte

Italien improvisiert immer, das ist der Eindruck nördlich der Alpen. Klavier. Es wird nicht so heiß gegessen, wie es die Hitze des Sommers vermuten lässt. Und auch andere europäische Länder verfolgen eine eher gescheiterte Ukraine-Politik. Aber die Unfähigkeit der jetzt größeren Fraktionen, der Cinque Stelle und der Lega, die politische Führung zu übernehmen, ist besorgniserregend.

Der Chef der Liga, Matteo Salvini, ist absolut unzureichend, um Italien zu führen. Die Cinque Stelle sind so geteilt, dass nur die Sterne sehen können. Damit bleibt die Mitte-Links-Partito Democratio als stabiler Faktor unter Enrico Letta. Und im Hintergrund verbirgt sich Giorgia Meloni von den rechten Fratelli d’Italia, die aktuelle Umfragen anführt und taktisch viel geschickter ist als ihre arrogante Konkurrentin.

Peter Vögeli

Korrespondent in Italien, SRF

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Peter Voegeli ist seit Herbst 2021 Korrespondent in Italien. Von Rom aus betreut er auch den Vatikan sowie die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Griechenland und Malta. 2005 und 2011 berichtete er aus Washington. Nach einem Aufenthalt als Moderator von „Echo der Zeit“ wurde er 2015 Korrespondent in Berlin.

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