Ungesunde „Non-Stop-Gesellschaft“: Wie man nachts zur Ruhe kommt

Ungesunde „Non-Stop-Gesellschaft“ Wie man sich nachts beruhigt

21.06.2022, 20:35 Uhr

Krone, Krieg und Alltagsstress: Abschalten und gut schlafen ist nicht einfach. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung erholt sich nicht ausreichend. Schlafforscher Hans-Günter Weeß kennt einige Tipps, die helfen sollen.

Laut dem renommierten Schlafforscher Hans-Günter Weeß könnten viele Deutsche mit einfachen Maßnahmen ihre Schlafqualität verbessern. „Anstatt spät Sport zu treiben oder große Mahlzeiten zu sich zu nehmen, sollte man sich etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen zurückziehen“, sagt der Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums Klingenmünster in der Pfalz.

Tag schlafen

Es findet jedes Jahr am 21. Juni statt. Es wurde erstmals im Jahr 2000 ins Leben gerufen, um auf die Problematik von Schlafstörungen und deren möglichen Folgen aufmerksam zu machen und über wirksame Therapien zu informieren.

Vielen Menschen gelingt es nicht, abends „auszubrechen“ und sich schlaffördernd zu entspannen. Unter Berufung auf Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI) sagte Weeß, dass ein erheblicher Teil der Deutschen schlecht schlafe. „Sechs bis zehn Prozent haben behandlungsbedürftige Schlafstörungen. Wir gehen davon aus, dass ein weiteres Drittel der Bevölkerung unruhig schläft.“

Weeß beklagte eine wachsende „Non-Stop-Gesellschaft“ in Deutschland, in der jeder 24 Stunden am Tag erreichbar sei. „E-Mails werden sogar im Bett beantwortet. Ständige Bereitschaft. Das kommt vor allem bei jungen Menschen vor“, so der Autor („Schlaf wirkt Wunder“).

Tipp: Wir müssen uns auf schöne Dinge konzentrieren

Weeß äußerte Verständnis dafür, dass Menschen wegen der Corona-Pandemie oder des Krieges in der Ukraine über Schlafentzug klagen. „Wenn wir uns Sorgen machen, schlafen wir schlecht. Das ist normal. Dann müssen wir uns auf schöne Dinge konzentrieren, die es auch gibt und die uns emotional stabilisieren“, betont der Schlafforscher.

In heißen Nächten rät Weeß, auf Alkohol zu verzichten und vor dem Schlafengehen heiß zu duschen und heiße Getränke zu sich zu nehmen. „Wir brauchen zum Schlafen eine Senkung der Körperkerntemperatur, die wir durch Erwärmung der Hautoberfläche erreichen.

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