Das Missbrauchsopfer verklagt Papst Benedikt

Das Opfer eines pädophilen Priesters macht Joseph Ratzinger verantwortlich. Er sei sich „aller Umstände bewusst und habe zumindest akzeptiert, dass dieser Seelsorger ein Wiederholungstäter war“, heißt es in der Anzeige.

Opfer des pädophilen Priesters Peter H. hat Klage gegen Papst Benedikt XVI. und andere Kirchenvertreter vorgestellt. Das berichteten am Mittwoch der Forschungsverbund Correctiv, die „Zeit“ und der Bayerische Rundfunk. Der Papst sei sich „aller Umstände bewusst und habe zumindest akzeptiert, dass dieser Priester ein Wiederholungstäter war“, heißt es in der Anzeige.

Der Kläger wirft dem emeritierten Kirchenoberhaupt vor, H. trotz besseren Wissens bei kirchlichen Aufgaben mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt zu haben. Papst Benedikt nahm den Priester Anfang der 1980er Jahre als Erzbischof Joseph Ratzinger in seine Diözese München und Freising auf, obwohl H. bekanntermaßen eine pädophile Vorgeschichte hatte. In Bayern verübte der Pfarrer weitere Missbrauchshandlungen.

weitgehend vorgeschriebene Straftaten

Verbrechen sind weitgehend vorgeschrieben. Dem Bericht zufolge hat der Anwalt des Opfers, der Berliner Strafverteidiger Andreas Schulz, eine Feststellungsklage eingereicht, um die Schuld der Kirche festzustellen. Sollte das Gericht feststellen, dass der damalige Pfarrer H. den Kläger missbraucht habe, könne die Kirche “zum Schadensersatz verpflichtet werden”, heißt es in der Klageschrift.

Die beim Amtsgericht Traunstein eingereichte Klage richtet sich dem Bericht zufolge auch gegen Kardinal Friedrich Wetter und den Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Christoph Klingan.

(WAS / AFP)

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