Bundesratspräsident Schwarz-Fuchs ist zu einem Expertengespräch ins Parlament geladen
Wien (PK) – Zur Klärung der Voraussetzungen für den flächendeckenden Ausbau des ÖPNV in Österreich luden Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs und die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsverbände (ARGE ÖVV) zur „Regionalen Mobilität mit Zukunft“ ein. Diskussionsveranstaltung. – Österreichische Mobilitätspartnerschaften“ im Hofburgparlament. Zentrales Thema des Abends war die nationale Gewährleistung eines nachhaltigen und attraktiven Mobilitätsangebots durch die Nutzung überregionaler Synergien.
Schwarz-Fuchs: Ein guter ÖPNV ist die Lebensader des ländlichen Raums
Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs ging in ihrer Eröffnungsrede auf die Abwanderung aus dem ländlichen Raum ein, die sich negativ auf die gesamte Sozial- und Wirtschaftsstruktur des Landes auswirkt. Ausschlaggebend für die Gründungsbereitschaft gerade junger Menschen ist eine gute Verkehrsanbindung. Das ist die Grundvoraussetzung, um in angemessener Zeit zur Arbeit zu gehen, Kinder zur Schule zu bringen oder Freizeiteinrichtungen zu besuchen. Ohne eine ausreichende Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln würden diese Strecken mit dem Auto zurückgelegt, was nicht nur schlecht für das Klima, sondern auch eine Herausforderung für Familien ist. Daher sei ein bezahlbarer, klimafreundlicher und einfach zu nutzender ÖPNV „die Lebensader des ländlichen Raums“, sagt Schwarz-Fuchs.
Bis dahin bleibt jedoch noch viel zu tun, etwa die Erhebung und Auswertung von Verkehrsdaten zur Prozessoptimierung oder der Aufbau einer einheitlichen Online-Verkehrsinformationsplattform in Österreich. Der Zusammenschluss der sieben Verkehrsverbünde sorgt gemeinsam für eine nachhaltige öffentliche Mobilität in allen Regionen Österreichs. Dies würde auch zu mehr Chancengleichheit für Randregionen führen und dafür sorgen, dass deren Bürger weder den Bezug zum ÖPNV noch zur Zukunft verlieren, erklärte Schwarz-Fuchs.
Gewessler: Klimafreundliche Mobilität auch in den Regionen
Damit künftige Generationen ein gutes Leben in einer intakten Umwelt führen können, sei es notwendig, gemeinsam und übergreifend an einer klimaneutralen Zukunft zu arbeiten, erklärte Mobilitätsministerin Leonore Gewessler in ihrem Videogruß. Das Ziel ist die Klimaneutralität bis 2030, für die die Weichen bereits durch wesentliche Maßnahmen gestellt sind. Bereits jetzt ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Gange, der eine wesentliche Säule der Daseinsvorsorge darstellt. Dazu gehören Tarifverbesserungen wie das Klimaticket und Maßnahmen zur bestmöglichen Erreichbarkeit, die allen Fahrgästen einen einfachen Zugang zum ÖPNV ermöglichen sollen. Mobilitätsverbände würden laut Gewessler einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung dieser Idee in den Regionen leisten. Er forderte alle Anwesenden auf, sich weiter für eine klimafreundliche Mobilität einzusetzen.
Schroll, Mayr und Klein im ARGE ÖVV-Fonds
Der ÖVV als Zusammenschluss der sieben österreichischen Verkehrsverbünde stehe unter dem Begriff „Mobilitätsschau“ im Mittelpunkt“, sagte Wolfgang Schroll, Vorstandsmitglied der österreichischen Mobilitätsverbünde und Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ost -Region. (VOR). Im Gespräch mit Stefan Mayr, Leiter Strategie und Projekte beim ÖVV und Leiter der Österreichischen Verkehrsinformationen (VAO) als Geschäftsführer, stellte er fest, dass bei allen Neuerungen die Kundenperspektive berücksichtigt werden müsse. . Das Klimaticket ist ein gutes Beispiel für den Ansatz der Verbände, alle Verkehrsmittel zum Wohle der Reisenden und im Sinne der Effizienz synergetisch zu nutzen.
Mayr ging auf die Hintergründe des Zusammenschlusses der verschiedenen Verkehrsverbünde ein, die sich aus dem praktischen Interesse am Austausch von Fahrplandaten und der Zentralisierung der Datenverwaltung ergaben. Das dadurch ermöglichte VAO ist das Ergebnis dieses Harmonisierungsprozesses, in dem die Qualitäten aller Regionen zusammenkamen. Mayr ist es wichtig, weiter an der „Vollständigkeit und Qualität“ des Service zu arbeiten, da es unabdingbar ist, die Bedürfnisse der Reisenden in den verschiedenen Regionen zu kennen.
Dessen Geschäftsführer Alexander Klein stellte die brandneuen „Mobilitätsverbünde Österreich“ vor. Im Rahmen seiner Entwicklung wurde festgestellt, dass der aktuelle Transformationsprozess in Sachen Mobilität eine Neupositionierung der ÖPNV-Dienstleister erfordert. Auch gilt es, sich mit neuen Mobilitätsformen auseinanderzusetzen und diese im Sinne der Kunden in die „Wende der Mobilität“ zu integrieren. Der ÖVV hat sich laut Klein von einem Kompetenzzentrum zu einer Interessengemeinschaft und Interessenvertretung entwickelt, die die Anliegen der Verkehrsverbünde nach außen tragen und gezielt politische Fragen aufgreifen soll. Die Mission ist es, nachhaltige Mobilität in allen Regionen zu gewährleisten und sich mit der Politik im Rahmen der Energiewende zu vereinen.
Landesverkehrsräte: Der Ausbau der öffentlichen Mobilität erfordert massive Anstrengungen aller Landesverwaltungen
Auch die Salzburger und Niederösterreichischen Verkehrslandesräte Stefan Schnöll und Ludwig Schleritzko trugen mit Videoaufnahmen zu den Fachgesprächen bei. Die Mobilität stehe derzeit an einem Scheideweg, sagte Schnöll und nannte als Beispiele den Klimawandel und den übermäßigen Verkehr in den Bundesländern. Es brauche nun eine „massive Anstrengung“ aller Kommunen, den ÖPNV entsprechend auszubauen. Subsidiarität bezeichnete Schnöll als sinnvolles Leitprinzip, da es die Nähe zu den Menschen und ihren Bedürfnissen garantiere. Die „großen Unebenheiten“ sind vorbei, aber Sie müssen sich nicht auf Ihren Lorbeeren ausruhen. Denkt man an die aktuellen Bilder überfüllter Züge, forderte Schnöll auch ein besseres Angebot für die Kunden. Eine gut ausgebaute öffentliche Mobilität bedeutet auch mehr Lebensqualität und ist die Basis für eine erfolgreiche Zukunft, sagte Schnölls niederösterreichischer Kollege Ludwig Schleritzko. Auch eine Antwort auf den Klimawandel lässt sich nur gemeinsam finden, der Zusammenschluss von Verkehrsverbünden ist daher ein Schritt in die richtige Richtung.
Diskussionsrunde zu den Herausforderungen des Ausbaus der öffentlichen Mobilität
Als „Eisenbahnland Nummer eins“ habe Österreich beim Ausbau des ÖPNV viel Gutes getan, sagte Christian Hillbrand, Vorstandsmitglied der österreichischen Mobilitätsverbände und Geschäftsführer der Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH. Schon jetzt ist er eine attraktive Alternative zum Individualverkehr, doch der überwiegende Teil der Fahrten wird noch immer mit dem Auto zurückgelegt. Um das zu ändern, muss nicht „am Freitagnachmittag am Wiener Hauptbahnhof“ gestartet werden, wie Hillbrand erklärte, sondern „am Mittwochnachmittag in Schoppernau im Bregenzerwald“, wo das öffentliche Mobilitätsnetz nicht in dieser Dichte zur Verfügung steht. . Er plädierte auch mutig dafür, je nach Kontext unterschiedliche Mobilitätsformen auszuprobieren, ohne einzelne Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen „als Religion“ mitzuführen. Um mit dem Auto noch besser mithalten zu können, braucht es starke nationale und regionale Akteure, die die tägliche Mobilität in die Region bringen.
Der Leiter Mobilität und Freizeit der Holding Graz, Mark Perz, sah ähnliche Herausforderungen für den öffentlichen Verkehr und ging auf die Situation in der Steiermark ein, wo die Neuordnung der Verkehrsverbindungen der Schlüssel zur Bewältigung der Mobilitätswende sei. Um die Zahl der Fahrten mit dem Individualverkehr zu reduzieren, ist es notwendig, ein besseres öffentliches Angebot für die Kunden zu schaffen und dieses mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu verknüpfen. Perz sprach auch über das Zusammenspiel neuer Mobilitätsformen wie Carsharing, bei dem bereits die Hälfte der Flotte elektrisch angetrieben wird. Perz bezeichnete den Fahrermangel als eines der größten Probleme der Mobilitätswende. Er plädierte dafür, mehr Anreize für den Zugang zu diesem „verantwortungsvollen Beruf“ zu schaffen und sprach sich für eine bundesweite Kampagne zur Verbesserung der gesellschaftlichen Wertschätzung von Kraftfahrern aus.
Sabine Stock, Vorstandsvorsitzende der ÖBB-Personenverkehr AG, zeigte sich erfreut über die steigenden Fahrgastzahlen im Zug. Sie liegt bereits 15 % über dem „Boomjahr“ 2019. Dieser rasante Anstieg führte laut Stock nicht zu einem Kapazitätsproblem in den Bahnhöfen, sondern zu einem Steuerungsproblem, wie die Überfüllung der Züge belegt. Um diese Überfüllung bzw. Überlastung und die anschließende Evakuierung der Bahnsicherung zu vermeiden, ist es notwendig, das Informationsangebot zu erweitern und beispielsweise Busse zum Ausgleich „intensiver Wochenenden“ einzusetzen. Stock kritisierte die Anpassung der Bahnkapazitäten an Spitzenlasten, um Staus im Individualverkehr zu vermeiden, “die Westautobahn wurde nicht auf zwölf Spuren verbreitert”. Auch im Bereich Filialen ist es nicht unbedingt immer effizient …