BS-Kriminalgericht: Zwei Crashs mit gestohlenen Autos – „Er handelte bewusstlos und hirnlos“

Gepostet am 24. Mai 2022, 18:45 Uhr

Ein Kampfsporttrainer kollidierte im September 2021 nach einer Verfolgungsjagd mit zwei gestohlenen Autos. Am Dienstag wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt.

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Nach einer Verfolgungsjagd wurde der Mann am 25. September 2021 am Luzernerring in Basel festgenommen.

20min / News-Scout

Drei Wochen zuvor hatte der 46-Jährige bereits einen Unfall mit einem gestohlenen BMW gehabt.

JSD Basel

Der Mann wurde am Dienstag vom Gericht verurteilt.

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Der 46-jährige Mann war in zwei Autounfälle verwickelt, die er zuvor gestohlen hatte. Beide Male waren Drogen im Spiel. Der Kampfsporttrainer ist am Montag in Basel vor Gericht erschienen. Vor der Zerstörung der Fahrzeuge spielte er Katz und Maus mit der Justiz.

Kinoreif war die Verfolgungsjagd, die er am Abend des 1. September 2021 mit den Grenzschützern durchführte. Da er einer Kontrolle durch Beamte an einer roten Ampel auf dem Gundeli entgehen wollte, bog er zunächst auf den Bürgersteig ab und lief dann die Tramstrecke hinunter in Richtung Münchensteinerbrücke.

Mit mehr als 60 km/h überholte der Fahrer den Grosspeter in Rot und kollidierte mit einem vom Bahnhof kommenden Fahrzeug. Sein Auto kippte um, mit ihm ein Verkehrsteilnehmer und ein Radfahrer: Die Frau wurde schwer verletzt.

Dacia direkt von der Wand geklaut

Der gestohlene BMW landete auf dem Dach und der Angeklagte verbrachte einen Tag in Untersuchungshaft. Den Führerschein konnten die Beamten nicht mehr entziehen: Er musste ihn laut Bzbasel bereits 1998 abgeben. „Ich geriet in Panik und hatte einen Herzrasen“, sagte der 46-Jährige zum Zeitpunkt der Flucht, schreibt die Zeitung.

Nur drei Wochen später, am 25. September, stieg der Mann wieder in ein gestohlenes Auto, einen Dacia. Als die Polizei ihn kontrollieren wollte, überquerte er die Dreirosenbrücke in Richtung Grossbasel. Dort beendete er seine Verfolgungsjagd beim Kreisel Luzernerring, wo er das Fahrzeug gegen eine Mauer lenkte.

Die Explosion am Nachmittag und das hohe Polizeiaufgebot sorgten für Aufsehen. „Ich ging aus dem Fenster, als ich einen lauten Knall und einen Schrei hörte. Ich sah ungefähr sechs Polizeiautos und mehrere Polizisten mit vorgehaltener Waffe“, sagte ein Anwohner innerhalb von 20 Minuten zu der Zeit. Die Polizei forderte zwei Personen auf, aus dem Auto auszusteigen. Dann klickten sie die Handschellen an, beschrieb der Nachrichtenforscher.

Aufgrund der Beschränkung auf die Grenze der Existenz

Der Mann, der seit dem Unfall wegen Wiederholungsgefahr in Haft ist, hat dem Gericht den Tathergang offengelegt. Aufgrund seiner Haft war es ihm nicht mehr möglich, eine Karriere als Kampfsporttrainer zu verfolgen. Er hatte kein Einkommen und war hoch verschuldet. Seine Frau und drei Kinder leben auf den Philippinen, schreibt die bz.

„Das ist uns damals einfach aufgefallen. Innerhalb weniger Wochen gab es zwei eklatante Zwischenfälle im Straßenverkehr. Offenbar hat ihn der erste Unfall überhaupt nicht beeindruckt“, sagte die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

In den Augen des Gerichts war die Strafe nicht zu hoch: Er verurteilte den Mann am Dienstagabend zu vier Jahren Haft. Knapp eine Minute lang verlas das Gericht die verschiedenen Delikte wie Körperverletzung, Verstoß gegen die Verkehrsregeln und Diebstahl, für die er verurteilt wurde. „So viele Verbrechen sind unglaublich passiert“, sagte der Richter.

In seinem Urteil konzentrierte er sich auf die beiden Unfälle. “Sie sind ohne Rücksicht auf Verluste gefahren.” Besonders verwerflich ist, dass der 46-Jährige nach dem ersten Crash nicht darauf verzichtet hat, erneut mit einem gestohlenen Auto durch die Stadt zu fliegen. Bei der zweiten Fahrt geriet er sogar in eine Geschwindigkeitsüberschreitung. Er hat einen Unfall buchstäblich “herausgefordert”. Der Richter sprach von einer “Klebekopie-Situation”.

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