Groteskes Leben im Krieg
In Mariupol sonnen sich die Leute wieder am Strand, in Odessa ist er geschlossen
Absurde Bilder in der Ukraine und im von Moskau eroberten Donbass: Menschen versuchen trotz Krieg so normal wie möglich zu leben. In Mariupol, wo noch heftig gekämpft wurde, sonnen sich die Menschen wieder am Strand. Im nahe gelegenen Odessa herrscht Ruhe vor dem Sturm.
Gepostet: 3:52 Uhr
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Aktualisiert: 4:57 Uhr
Groteske Bilder des Kriegsgebiets. Wo noch vor Wochen Menschen in Bunkern eingeschlossen waren und Bomben ganze Landstriche verwüsteten, kehrt eine gewisse Normalität zurück. In Mariupol, im Asowschen Meer, das von russischen Invasoren erobert wurde, sonnen sich wieder Menschen am Strand. Beim Säubern der nahe gelegenen Minen.
Es gibt immer Todesfälle. Die neuen russischen Herrscher haben die meisten Strände wieder befreit. Anfang dieses Monats wurden laut dem ukrainischen Nachrichtenportal TNS ein achtjähriger Junge und eine weitere Person bei einer Explosion am Strand getötet. Obwohl die Russen Minen geräumt und den Strand geräumt haben.
In der nahe gelegenen großen Küstenstadt Odessa, die immer noch von der Ukraine kontrolliert wird, versuchen die Menschen, normal zu leben. Wegen Minengefahr sind die Strände gesperrt. Ukrainische Truppen haben ihre eigene Küste gegen die Invasoren vermint. Kürzlich wurde ein Mann vor seiner Familie in die Luft gesprengt. Er trat ins Meer und betrat einen Sprengsatz.
Die Front ist nah
Im vergangenen Jahr zog die historische Hafenstadt vier Millionen Touristen an. Die historische Küstenstadt wurde vor einer Katastrophe gerettet. Trotz des Krieges und der geschlossenen Strände kommen immer noch Besucher.
Fallen Kherson ist weniger als 240 km entfernt. Bis zur nächsten Frontlinie sind es etwa 50 Meilen. Viele sind bereits aus Odessa geflohen, viele bleiben noch.
Immer wieder ertönt der Luftalarm. Die Russen stehen vor Mykolajiw, das etwa zwei Autostunden östlich liegt.
“Damit mein Mann mehr Russen töten kann”
In Odessa ist vieles nicht mehr möglich. Es ist nur Krieg. Es gibt auch keine Bootsfahrten mehr. “Vielleicht haben wir zehn Prozent der Touristen, die wir vor dem Krieg hatten”, sagt ein Mann der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”. “Die meisten, die jetzt kommen, sind Flüchtlinge aus anderen Teilen unseres Landes.” Irgendwie hält er seinen Kopf aus dem Wasser. “Wer das Leben liebt, geht weiter.”
Ein 25-jähriges Mädchen ist aus Cherson geflohen, das im März an die Russen gefallen war. Sie wohnt jetzt bei Familie und Freunden. Er mag Odessa. „Ich bin zum ersten Mal hier am Strand, ich mag das Meer, ich mag die Ruhe“, sagt er.
Ihr Mann ist Soldat und kämpft an der Front. Sie will, dass die Ukraine mehr Waffen hat. “Damit mein Mann mehr Russen töten kann.” Dann umarmt er seinen Freund. Die beiden lachen und posieren für ein Foto. (ke)