In der Mitteilung, die der APA vorliegt, heißt es unter anderem: „Aufgrund des seit langem bestehenden Personalmangels ungeachtet der aktuellen Ausfälle der Krone vor allem in den Regionen aus dem Norden und Nordwesten dürfen Beschäftigte der regionalen Sozialämter tätig werden, wenn sie dem gesetzlichen Auftrag zum Schutz von Kindern nicht im erforderlichen Umfang nachkommen.“
Jugendstaatsanwalt: Probleme in Krisenzentren
Die Krisenzentren befinden sich „in einem hohen Beschäftigungsgrad mit gleichzeitig massivem Personalmangel, der zuletzt durch verschiedene Bereiche (Familienzentren, Schulkooperationsteam, Mobile Arbeit mit Familien, Gebietsdelegationen der Sozialen Arbeit mit Familien) zu kompensieren versucht wurde. “, schreibt der Dienstausschuss der Jugendämter.
Entscheidung zwischen problematischen Szenarien
Dies wurde in der Ankündigung jedoch kritisch gewürdigt: „Der kurzfristige, ungeplante Wechsel in einen anderen Arbeitsbereich ohne zeitliche Perspektive ist mit erheblichen Belastungen für betroffene Mitarbeiter verbunden.“ Zwar seien Krisenzentren ein Zufluchtsort für Kinder und Jugendliche, die weit entfernt von gefährlichen familiären Situationen sein sollten, „bei der Gefährdungsbeurteilung sollte aber auch die Situation von Krisenzentren berücksichtigt werden“, hieß es in der Anzeige.
„Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in Gebietssozialämtern müssen derzeit in ihrer Arbeit ständig die problematische Situation der Familie mit der ebenso problematischen Situation des Krisenzentrums abwägen.“ länger in belastenden und traumatischen Familiensituationen, denn eine Unterbringung in der Krise wäre die größte Belastung.“
Bereits 2019 fehlten 42 Vollzeitkräfte
Aber das ist nur einer der jüngsten Schreie über ein Problem, das seit Jahren besteht, zusammen mit dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Kinder- und Jugendanwälte. Auch für den Sommer 2019 liegt der APA ein Schreiben vor, in dem sie unter anderem von einer „seit Jahren bestehenden Forderung nach einer schnellen Aufstockung der Plätze“ spricht. Auch das Bevölkerungswachstum in Wien ist zu verzeichnen.
Zudem ist der APA ein anonymes Schreiben der Belegschaft bekannt, in dem eine Belastungsstudie aus dem Jahr 2019 zitiert wird, wonach damals – also vor der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine – ein zusätzlicher Bedarf an 42 Voll- Zeit Mitarbeiter.
Sozialarbeiter betreuten 90 Fälle
Daher wirkt sich die Überlastung und hohe Fluktuation der Sozialarbeiter in diesem Bereich direkt auf das Wohlbefinden der betroffenen Kinder und Jugendlichen aus. Denn sie müssen klären, ob sie durch körperliche oder psychische Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch vom Aussterben bedroht sind, Urteile für Sorgerechtsgerichte vorbereiten oder Rechtsstreitigkeiten ansprechen und Kinder in Wohngemeinschaften betreuen.
Erfahrungsgemäß kann ein Vollzeitbeschäftigter mit ca. 40 Terminen gut und qualitativ gut arbeiten, bei 50 Terminen verliert der Sozialarbeiter jedoch langsam den Überblick. Dem Schreiben zufolge befassen sich Sozialarbeiter mit bis zu 90 Fällen.
Stadtrat: Maßnahmen ergriffen
Auf Anfrage der APA teilte die Stadtverwaltung mit, es seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, um die Situation zu verbessern. „Krisenzentren werden ausgebaut, um der Überlastung entgegenzuwirken, sei es wegen der Pandemie und deren Auswirkungen auf Familien und psychische Erkrankungen oder wegen des Fachkräftemangels“, heißt es in einer Mitteilung.
So wird beispielsweise ein spezielles Krisenzentrum für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen geschaffen. Dem Personalmangel soll mit einer Ausbildungsinitiative entgegengewirkt werden. Die Zahl der Ausbildungsplätze in Sozialpädagogik müsse erhöht werden, kündigte Wiederkehr an.