39. Donauinselfest: Das Publikum pilgerte zu Ray Dalton

Unter seinen Songs zeigte sich Naderer auf der Bühne von Ö3 von seiner ruhigen Seite. Vor allem mit dem Lied „Bleibst du bei mir“ animierte er sein Publikum zum Singen. Früher stand sie vor der Donauinselfest-Bühne und dachte: „Da will ich auch bleiben“, sagt die Sängerin. Ray Dalton zeichnete ein anderes Bild von sich, eröffnete seine Show mit Flammen. Die energiegeladene Amerikanerin lockte das Publikum wohl nicht mit der Extra-Herzlichkeit, sondern mit Hits wie „Can’t Hold Us“ oder „Rehab“ von Amy Winehouse. „Ich habe die beste Zeit meines Lebens“, verkündete Dalton.

Der Arbeiter-Samariter-Bund ist für die medizinische Sicherheit zuständig und entsandte rund 150 Sanitäter und sieben Notärzte auf die Insel. Etwa 20 Eingriffe seien durchgeführt worden, nichts Wichtiges, so die Hilfsorganisation, wie Insektenstiche, Hitze oder Kreislaufprobleme. Die Polizei sagte auch, dass bisher nichts Dramatisches passiert sei. Ein Hubschrauber war wegen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen im Einsatz.

Oberbürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) freute sich, dass die Menschen nach zwei Jahren „große kulturelle Veranstaltungen umsonst“ wieder besuchen könnten. Bei einem Rundgang über die „Insel der Arbeitswelt“ ließ er sich in einem dafür vorgesehenen Container gesundheitlich untersuchen und begegnete anderswo Amphibien und Reptilien.

Ludwig und SPÖ-Landessekretärin Barbara Novak zeigten sich trotz aktuell steigender Kronenzahlen vom Gesundheitskonzept des Donauinselfestes überzeugt. Novak betonte, dass er sich frei auf der Insel bewegen und Staus vermeiden könne. Besonders während Daltons Auftritt versammelten sich immer mehr Menschen im Bereich vor der Bühne, aber auch auf der Wiese dahinter – zwischen Almdudler-, Döner- und Steckfischbuden – bildeten sich zahlreiche Sitzgruppen. Masken sucht man vergeblich – Ludwig riet, sie drinnen zu tragen.

Am Abend werden Schlagersänger Naschenweng (um 21.10 Uhr auf der Schlagerbühne) und Singer-Songwriter Nico Santos (um 22.30 Uhr auf der Mittelbühne) erwartet. Heute sind auf der größten Bühne auch die Sängerin Mathea (19:45) und die Band Edmund (21:00) zu hören.

Die üppigen Feierlichkeiten kontrastieren mit dem Gedenken an den Krieg in der Ukraine: Um 21:55 Uhr werden alle Bühnen gleichzeitig gestoppt, gefolgt von einem solidarischen Lichtermeer. Drei Tage lang spielt die ukrainische Popband Latexfauna auf der „Peace Stage“, mit dem Pfand in den Bechern werden Spenden für die Flüchtlingshilfe gesammelt.

Wenn Sie zum Festival anreisen möchten, empfiehlt sich die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Der ÖAMTC warnte im Vorfeld vor einem „rigorosen Abschleppen“, wenn Fahrzeuge verkehrswidrig abgestellt würden. Die Wiener Linien verkürzten ihre Fahrintervalle aufgrund zu erwartender Staus.

(SERVICE –

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