Voestalpine ist auf einen Gasausfall vorbereitet

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Noch heute ist die europäische Industrie stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Seit Beginn des Ukrainekrieges wurden alternative Bezugsquellen gesucht und Läden gefüllt. Der börsennotierte Stahlkonzern Voestalpine hat sich auf einen möglichen Ausfall von Liefermengen eingestellt.

24.06.2022 14.29

Online seit gestern, 14:29 Uhr

Die Voest teilte am Freitag mit, dass der Konzern auch für den Fall einer möglichen Reduzierung oder eines kompletten Lieferstopps aus Russland bestens vorbereitet sei.

Genügend Gas gespeichert für mehrere Monate

Eine Schließung der Gaslieferungen durch Russland oder umgekehrt ein Gasembargo der EU würde der europäischen Industrie massiv schaden, sagte Vorstandsvorsitzender Herbert Eibensteiner: „Im Falle dieses Worst-Case-Szenarios könnten wir dank unserer noch für mehrere Euro in Österreich produzieren eigene Speicheranlagen und alternative Gasversorgungsquellen über Monate unterhalten“.

Voest vermietet erstmals eigene Lagerkapazitäten

Österreich deckt etwa 80 Prozent seines Gasbedarfs aus russischen Quellen. Im Ernstfall würden Haushalte hierzulande vor der Industrie versorgt, diese unterliegt rechtlich dem Energieeinspargesetz. Nach Angaben des Konzerns ermöglicht die jüngste Novellierung des Energieeinspargesetzes in Österreich der Voestalpine nun die Speicherung von Gas. Bereits im Mai 2022 habe sich die voestalpine „erstmals eigene Gasspeicher vertraglich gesichert“. Bis zu 1,5 TWh Gas wird das Unternehmen den Angaben zufolge unter anderem in den RAG-Speichern in Den Haag und Haidach speichern. Dieser Betrag ermöglicht einen dreimonatigen Gesamtbetrieb oder entsprechend einen längeren Teilbetrieb. Derzeit sind diese Lager bereits halb voll. Die Gesamtspeicherkapazität wird voraussichtlich Mitte Juli 2022 erreicht.

Der Konzern arbeitet an der Diversifizierung seiner Bezugsquellen

Die voestalpine arbeitet sowohl mit bestehenden als auch mit neuen Lieferanten an der Diversifizierung ihrer Gasbezugsquellen. In den Sommermonaten würden beispielsweise Gaslieferungen aus dem Ausland über Italien (LNG-Terminals) nach Österreich transportiert, das für die Speicherung und den laufenden Betrieb genutzt würde.

Notfallpläne werden laufend angepasst

Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem bestehende Notfallpläne in Kraft treten, in denen die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Konzerns mit weltweit 500 Gesellschaften und Standorten – und damit zahlreichen nicht betroffenen Standorten außerhalb Europas – wäre es der voestalpine möglich, Produktionsengpässe „teilweise zu kompensieren“.

Die Voest in Österreich ist von den derzeit abgewürgten Gaslieferungen aus Russland über die Ostsee-Gaspipeline „North Stream 1“ nicht betroffen. Die hiesigen Produktionsstandorte würden “hauptsächlich über die slowakische Transgas-Gaspipeline versorgt”. Die Pipeline wird mit russischem Gas betrieben.

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