Viel tiefer als “Titanic”
In einer Tiefe von fast 7.000 Metern entdeckte ein Forscherteam das Wrack eines amerikanischen Kriegsschiffs, das im Zweiten Weltkrieg vor der Küste der Philippinen sank. Zum Vergleich: Das Wrack der „Titanic“ liegt etwa 4.000 Meter tief.
25.06.2022 19.23
Online ab heute, 19:23
Das jetzt gefundene Wrack der „USS Samuel B. Roberts“ ist nach Angaben des amerikanischen Unternehmens Caladan Oceanic das tiefste, das jemals gefunden wurde. Der Zerstörer der United States Navy sank am 5. Oktober 1944 in einem Seegefecht mit der japanischen Marine vor der philippinischen Insel Samar. Die Philippinen waren damals eine amerikanische Kolonie und die US Navy kämpfte gegen die japanischen Besatzer.
Der ramponierte Rumpf des auch als „Sammy B“ bekannten Schiffs wurde bei mehreren Tauchgängen von einem bemannten U-Boot gefilmt, fotografiert und untersucht, wie das texanische Unternehmen mitteilte. Zu sehen sind unter anderem der Werfer und die Montage des Schiffsfasses.
Ein Teil des Tauchgangs bei Sammy B. Es sieht so aus, als ob sein Bug mit etwas Wucht auf den Meeresboden aufschlug und ein bisschen knickte. Sein Heck teilte sich beim Aufprall ebenfalls etwa 5 Fuß, aber das gesamte Wrack war zusammen. Dieses kleine Schiff stellte sich den Besten der japanischen Marine und kämpfte bis zum Ende gegen sie. pic.twitter.com/fvi6uB0xUQ
– Victor Vescovo (@VictorVescovo) 24. Juni 2022
„Er hat bis zum Schluss gekämpft“
„Mit 6.895 Metern Tiefe ist es jetzt das tiefste gefundene und untersuchte Schiffswrack“, twitterte Victor Vescovo, Gründer von Caladan Oceanic, das das U-Boot steuerte. “Dieses kleine Schiff hat die Besten der japanischen Marine genommen und sie bis zum Ende bekämpft.”
Die Schlacht von Samar war Teil der größten Seeschlacht von Leyte, in der die japanische Marine tagelang gegen die US-Marine kämpfte, um eine alliierte Invasion der Philippinen abzuwehren. Die Sammy B war eines von vier amerikanischen Schiffen, die am 25. Oktober 1944 versenkt wurden. 89 der 224 Besatzungsmitglieder starben.
Das Schiff wurde erst im Januar 1944 in Houston, Texas, vom Stapel gelassen und kam dann im August in Pearl Harbor an. In der Schlacht von Leyte feuerte die Eskorte des Zerstörers auf mehrere japanische Schiffe, von denen einige überlegen waren. Allerdings rissen sie mehrmals ein großes Loch in den Rumpf auf Höhe des Maschinenraums und das Schiff sank kurz darauf.
“USS Gambier Bay” nicht gefunden.
Die USS Johnston, die sich in einer Tiefe von fast 6.500 Metern befindet, galt bisher als das tiefste Schiffswrack, das jemals auf der Welt gefunden wurde. Auch das war Vescovos Team im Jahr 2021 gelungen. Das Forschungsteam hatte kürzlich auch nach dem Wrack der „USS Gambier Bay“ gesucht, das vermutlich mehr als 7.000 Fuß tief ist, aber ohne Erfolg.