Stand: 26.06.2022 20:55
Weitere 250 Menschen wurden aus der Azot-Chemiefabrik in Sievjerodonetsk evakuiert. Offenbar plant Russland, die Stadt Lysychansk zu blockieren. Raketenangriffe haben Menschen im ganzen Land verletzt.
Prorussische Separatisten sagten, sie hätten 250 weitere Menschen aus Flugabwehrbunkern in der Chemiefabrik Azot in Sievjerodonetsk in der Ostukraine evakuiert. Die Stadt war zuvor von russischen Truppen eingenommen worden. Unter den Evakuierten seien kleine Kinder, sagte der Vertreter der Separatisten von Luhansk in Moskau, Rodion Miroshnik. Bereits am Samstag seien 200 Zivilisten aus der Anlage abgezogen worden, schrieb er auf dem Nachrichtensender Telegram. Aber es war nicht klar, wohin sie gebracht wurden. Der ukrainische Militärgouverneur der Region Lugansk hatte vor dem Abzug der ukrainischen Truppen 568 Zivilisten in den Schutzkellern der Chemiefabriken angegeben.
Russische Raketen gegen Kiew und Tscherkassy
Judith Schacht, WDR, Tagesschau 17:45, 26.06.2022
In Lysychansk werden harte Kämpfe erwartet
Die Kiewer Regierung geht davon aus, dass Russland nach der Einnahme von Siewerodonezk den Kampf um die Stadt Lysychansk weiter verschärfen wird. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass der Feind mit Unterstützung der Artillerie zunehmend versuche, die strategisch wichtige Stadt von Süden her zu blockieren. Auch die zivile und militärische Infrastruktur war betroffen. Dies konnte nicht unabhängig überprüft werden. Russische Soldaten sind bereits an den Rand der Stadt vorgedrungen.
Übersicht zum Thema Krieg in der Ukraine
Raketenangriffe an verschiedenen Orten
Die russische Armee hat Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew abgefeuert. Mehrere Explosionen wurden aufgezeichnet. Eine Kugel habe ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen, schrieb Anton Heraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers, in Telegram. Eine weitere Rakete stürzte in die Einrichtungen eines Kindergartens im Bezirk Shevchenko. Damals gab es noch keine Kinder. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden in dem Wohnhaus mindestens vier Menschen verletzt.
Neben Kiew meldete auch die Zentralregion Tscherkassy in der Ukraine Angriffe mit russischen Raketen. Beim Einschlag zweier Raketen in der Nähe der Hauptstadt der Region seien eine Person ums Leben gekommen und fünf weitere verletzt worden, sagte der Gouverneur der Region Tscherkassy, Ihor Taburez. Die knapp 300.000 Einwohner zählende Stadt ist seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar weitgehend von Bombenangriffen verschont geblieben.
Russische Raketenangriffe auf Kiew und Tscherkassy
Stephan Laack, ARD Moskau, 26.6.2022 · 17:44