Ukraine: Angriff auf ein Einkaufszentrum

Die Schrecken des Krieges in der Ukraine haben am Montag erneut die Zivilbevölkerung getroffen. Eine Rakete stürzte in der zentralukrainischen Stadt Kremenchuk ab und verursachte eine Flammenhölle. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj befanden sich mehr als 1.000 Menschen in dem Gebäude.

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Simone Leonhartsberger (Text), Kaja Stepien (Bilder), Florian Zischka (Video), Anna Schandl (Redaktion), alle ORF.at

Krementschuk liegt etwa 300 km südöstlich von Kiew und hat etwa 220.000 Einwohner. Wie viele Opfer es gab, war laut Zelenskyj zunächst nicht abzuschätzen.

Auch in der Ostukraine gehen die russischen Angriffe weiter. In Lyssychansk konnten die ukrainischen Streitkräfte einer kürzlich erfolgten Belagerung entgehen. Im Süden stehen jedoch bereits russische Einheiten am Rande der Stadt, und Lysychansk selbst ist nach Angaben der ukrainischen Armee immer noch Ziel schwerer Luft- und Artillerieangriffe. Daher forderten die Behörden Zivilisten auf, die angegriffene Stadt zu verlassen. Wie viele Menschen sich noch in Lysychansk aufhalten, ist unklar.

Gekämpft wird auch etwas weiter westlich im Bachmut-Gebiet. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Nach ukrainischen Angaben wurden hier auch Angriffe auf russische Einheiten in einem Vorort abgewehrt. Auch die Region Odessa in der Südukraine war heute Morgen Ziel russischer Angriffe. Der Angriff zerstörte auch Wohngebäude; Laut ukrainischen Quellen wurden sechs Menschen verletzt.

Russland standardmäßig

Russland steht derweil vor dem ersten Auslandsschuldenausfall seit mehr als 100 Jahren. Über Nacht ist eine Frist von 30 Tagen abgelaufen, um Zinsen für zwei Staatsanleihen in Fremdwährung zu zahlen. Das sind insgesamt etwa 100 Millionen US-Dollar. Bekämen die Investoren das Geld nicht, was angesichts der harten Finanzsanktionen des Westens wahrscheinlich ist, wäre dies der erste Zahlungsausfall bei Auslandsschulden seit 1918. Der jüngste, 1998, war bei Inlandsschulden.

Selensky al G-7

Aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben die G-7-Staaten weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängt. Die Maßnahmen richteten sich nach Angaben des Weißen Hauses beispielsweise gegen militärische Produktions- und Lieferketten.

Der Krieg in der Ukraine ist und bleibt das zentrale Thema des gestern begonnenen Gipfels in Bayern, an dem heute auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilgenommen hat. Im Streit um die Nato-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens will sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan offenbar morgen mit den Regierungschefs beider Länder treffen.

Debatte: Was könnte Russland zum Frieden bringen?

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine wird mit unverminderter Ernsthaftigkeit geführt. Erste Friedensverhandlungen wurden eingefroren. Wie sind die bisherigen Reaktionen des Westens zu bewerten? Welche Möglichkeiten hat die Diplomatie derzeit? Was könnte Russland zum Frieden bringen?

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