Düsseldorf Die neue Woche hat mit Kurssteigerungen am deutschen Aktienmarkt begonnen. Am Morgen stieg der Dax um knapp zwei Prozent auf ein Tageshoch von 13.378 Punkten. Bis dahin war das Aktienbarometer seit vergangenem Donnerstag um mehr als 470 Punkte gestiegen.
Chinas Hang-Seng-Geschäftsindex in Hongkong befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit Anfang März. Seit Jahresbeginn ist er nur um vier Prozent gefallen, während der deutsche Leitindex seither rund 18 Prozent verloren hat.
Kapitalmarktexperte Thomas Altmann von der Investmentgesellschaft QC Partners wertet die Entwicklung in Hongkong und China als positives Signal für die westlichen Aktienmärkte. „In vergangenen Krisen waren die Börsen des Reichs der Mitte oft ein Vorreiter“, erklärt er.
Chinas Hang-Seng-Unternehmensindex hatte bereits während der Finanzkrise im Oktober 2008 einen Tiefpunkt erreicht, während der Dax bis März 2009 weiter fiel. „Möglicherweise versprechen die US-Börsen China und Hongkong auch dort einen Anstieg der Aktienmärkte. “
Die Investitionsquote ist gesunken
Die Anlegerstimmung deutet auch auf eine neue rückläufige Markterholung hin, eine Aufwärtsbewegung innerhalb eines intakten Abwärtstrends. Denn laut der Dax-Stimmungsumfrage des Handelsblatts löste die Angst und Panik, die in der Vorwoche bei den Anlegern geherrscht hatte, viele Verkäufe aus.
Entsprechend sank die Investitionsquote. Viele Anleger sitzen nun auf Kasse und warten wieder auf Kaufgelegenheiten, was für weitere Kursgewinne spricht. Auch die Saisonalität stützt diese These. Im Juni verzeichnete der Aktienmarkt häufig neue Zwischentiefs, gefolgt von einer mehrwöchigen Erholung. 2016 und 2019 waren diese Börsenjahre.
Die technische Analyse hingegen bietet wenig Hoffnung. Denn der Dax war nach seinem zweiten Anstieg in der Baisse in diesem Jahr wieder in seinen Abwärtstrend seit Jahresbeginn zurückgekehrt.
Laut Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sollte der deutsche Leitindex „nach aktuellem Stand bereits über 13.444 notieren, um aus diesem Modus des kurzfristigen langfristigen Rückgangs herauszukommen“. Darüber hinaus gibt es Anzeichen für eine Grafiktechnologie, die die Schwankungsbreite erhöhen dürfte.
Ein Blick auf den Abwärtstrend des Dax seit Anfang 2022 zeigt, dass es in diesem Aktienjahr zwei rückläufige Marktrallyes gegeben hat. Die erste, von Anfang bis Ende März, ließ den Dax um rund 2.500 Punkte steigen. Die zweite von Anfang Mai bis Anfang Juni verzeichnete einen Anstieg von mehr als 1.300 Punkten.
Beide Anstiege endeten bei 14.925 und 14.709 Punkten, jeweils unter 15.000 Punkten, was wahrscheinlich der entscheidende Widerstandsbereich ist, um den Bärenmarkt zu beenden. Sollte der deutsche Leitindex diese Marke überschreiten, könnte er gleichzeitig auch eine neue Phase des Haussemarktes ankündigen. Los geht es mit einem 20-prozentigen Anstieg vom Tiefpunkt, in diesem Fall auf das Jahrestief von 12.438 Punkten.
Wenn die rückläufige Markterholung zu einer Trendumkehr werden könnte
Sind die Gewinne vom letzten Donnerstag also nur eine Erholung vom Bärenmarkt? Oder ist es bereits die Trendwende durch eine erfolgreiche Fondsgründung?
Anleger sollten vorsichtig sein. Denn keines der großen Probleme, die die Aktienmärkte belasten, ist gelöst. Weder die aktuelle Energiekrise in Deutschland noch die Folgen des Ukrainekriegs. Und die Null-Covid-Strategie in China belastet weiterhin die Weltwirtschaft.
Während dieser rückläufigen Markterholung könnte es zu einer gewissen Auflösung kommen, die die Preise weiter in die Höhe treiben dürfte. Aber noch einmal: Das ist bisher nicht in Sicht.
Schauen Sie sich die einzelnen Werte an
Nordex: Eine Finanzspritze von 139 Millionen Euro vom Hauptaktionär Acciona gab der Zeitung Auftrieb. Die Aktien des Windkraftanlagenherstellers stiegen um 5,9 Prozent.
Biontech: Ermutigende Testergebnisse für den an die Omicron-Variante des Coronavirus angepassten Biontech-Impfstoff ließen den Aktienkurs steigen. Zeitungen, die sich am US-Aktienmarkt orientieren, legten am deutschen Aktienmarkt um 9,8 Prozent zu.
Kion: Ein Analysten-Update hat die Aktie deutlich erhöht. Die Aktien des Gabelstaplerherstellers stiegen um 4,2 Prozent auf 41,80 Euro. Die Experten von Morgan Stanley erhöhten die Aktie auf „übergewichtet“ oder „gleichgewichtig“, senkten aber das Kursziel von 91 Euro auf 63 Euro.
Jungheinrich: Bestätigte Mittelfristziele haben Investoren zum Mitmachen angeregt. Die Aktie des Gabelstaplerherstellers stieg um 2,3 Prozent auf rund 24,64 Euro, obwohl die Analysten von Morgan Stanley das Kursziel von 45,80 Euro auf 29 Euro senkten. In einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ sieht der Chef des Unternehmens, Lars Broszka, sein Unternehmen weiter der richtige Weg, um die Ziele für 2025 zu erreichen, wenn sich die Situation im Jahr 2023 verbessert.
Verbio: Die Aussicht, den Biosprit-Mix bei Kraftstoffen beizubehalten, hat zu einer Konzentration der Erleichterung geführt. Die Aktien des Biokraftstoffanbieters stiegen um 7,4 Prozent. Unter anderem die Entscheidung Deutschlands, gegen steigende Lebensmittelpreise auf Biosprit zu verzichten, hat laut einer Quelle keine Chance, beim G7-Gipfel eine Mehrheit zu finden.
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