Verwüstungen und Erdrutsche Mindestens einer starb bei schlechtem Wetter in Kärnten
29.06.2022, 15:55
In der Nacht ziehen starke Stürme mit Windböen und heftigen Regenfällen über das österreichische Bundesland Kärnten. Zwei Bäche werden zu geschobenen Flüssen, Steine und Schlamm durchziehen mehrere Dörfer. Bisher haben die Rettungskräfte einen Toten gefunden.
Bei Erdrutschen nach heftigen Regenfällen in Österreich ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Eine Polizeisprecherin sagte, im Kärntner Bezirk Villach-Land sei vor ihrem Haus eine Person tot aufgefunden worden. Eine weitere Person im Auto wurde nach Angaben der Behörden vermisst. Schwere Regenfälle hatten Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht und mehrere Völker von der Außenwelt abgeschnitten.
Nähere Angaben zu den Todesumständen des Sturmopfers in Villach-Land machte die Polizei nicht. Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA handelte es sich um einen 82-jährigen Mann, der von einer Schlammlawine mitgerissen wurde. Neben Rettungsdiensten beteiligte sich auch das Bundesheer an der Suche nach der vermissten Person, wie der Villacher Bezirkshauptmann Bernd Riepan sagte.
„Wir kämpfen an mehreren Fronten“, fügte Riepan hinzu. Mehrere Hubschrauber suchten von der Außenwelt nach verletzten Personen. “Das sind abgelegene Farmen, die von allen erreicht werden müssen.” Laut Riepan waren mehrere Häuser teilweise verschüttet, eine Zahl könne er aber nicht nennen. Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen twitterte, die Zerstörung in Kärnten sei “dramatisch”. Er appellierte an die Menschen dort, aufeinander Acht zu geben.
Völker weit weg von der Außenwelt
Im Bezirk Villach-Land brachen am Mittwochabend Ströme aus. Zudem verschütteten die Erdrutsche in den Bergen, die sogenannten Schlammlawinen, Häuser bis in den ersten Stock. Bei Versammlungen am Ossiacher See und im Klimabad Arriach wurden die Menschen aufgefordert, mit einer Warnung des Zivilschutzes zu Hause zu bleiben, weil eine Gefahr für das Leben im Freien bestehe. „Das Versammlungsgelände ist komplett überschwemmt und schlammig“, sagte Hans-Jörg Roßbacher von der Landesalarm- und Alarmzentrale (LAWZ) laut APA.
Feuerwehren seien seit der Nacht zuvor zu rund 150 Einsätzen in verschiedenen Kärntner Gemeinden im Einsatz gewesen, teilte die APA mit. Der Sturm riss Bäume um und bedeckte ganze Dächer. Laut Polizei wurde auch ein Stromkabel durchtrennt. Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sagte, dass es in Arriach und anderen Orten in der Region “sowohl innerhalb weniger Stunden als auch Mitte Juni geregnet hat”.
Drei Dörfer im Südbundesland seien komplett “von der Außenwelt abgeschnitten”, sagte Kärntens Rotes Kreuz Sprecherin Melanie Reiter. “Es sieht dort wild aus”, fügte er hinzu. Bilder des Katastrophengebiets zeigten überlaufende Bäche und mit Schlamm und Schutt bedeckte Straßen.
Aus Oberösterreich wurden rund 100 Brandeinsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter gemeldet. Meistens waren es Überschwemmungen von Kellern, aber es gab auch Verkehrsunfälle und von Bäumen und Blitzen zerschnittene Straßen in Häusern und Gehöften. Auch im Bundesland Salzburg wurde Zivilschutzalarm ausgelöst. Anwohner des hochwasserführenden Leißnitzbachs wurden aufgefordert, wegen des drohenden Hochwassers in ihren Häusern zu bleiben und den Keller oder die Tiefgarage nicht zu betreten.
Österreich litt diese Woche zunächst unter einer Hitzewelle. Es folgten heftige Stürme und Regenfälle. Wissenschaftlern zufolge ist die Zunahme solcher Extremwetterereignisse in Europa eine Folge des Klimawandels.