Habeck Renewable Energy will 500.000 Wärmepumpen pro Jahr

Stand: 29.06.2022 16:27

Der Einbau klimafreundlicher Wärmepumpen muss forciert werden. Wirtschaftsminister Habeck will ab 2024 jedes Jahr mindestens 500.000 neue Bomben in Betrieb nehmen. Aus Sicht der FDP fehlt es jedoch an Fachkräften.

Die Bundesregierung plant eine Offensive zum Einbau von Wärmepumpen als klimafreundlichere Alternative zu Diesel- und Gasheizungen. Damit will sie den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen aus Russland vorantreiben und gleichzeitig den Klimaschutz für eine Wärmewende in Gebäuden vorantreiben.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bauministerin Klara Geywitz (SPD) diskutierten bei einem Wärmepumpen-Gipfel mit Branchenvertretern über die geplante Umstellung von Heizungsanlagen.

Sechs Millionen Bomben im Jahr 2030

Bis 2024 sollen jährlich mindestens 500.000 neue Pumpen für die Hausheizung installiert werden; bis 2030 sollen es sechs Millionen sein. Der Ampel-Koalitionsvertrag sieht vor, dass neue Heizungsanlagen bis 2024 einen Anteil von 65 Prozent aus erneuerbaren Energien haben müssen. Habeck erklärte, dass im vergangenen Jahr 150.000 Wärmepumpen in Deutschland installiert wurden.

Trotz Fachkräftemangel hätten dies alle Beteiligten als machbar bezeichnet, sagte der Grünen-Politiker. FDP-Politikerin Sandra Weeser, Vorsitzende des Bundestagsbauausschusses, widerspricht: „Ohne zusätzliche Handwerker bleibt das Ziel, jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren, eine gut gemeinte Hoffnung.

Gefordert werden bessere Arbeitsbedingungen

Um mehr qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen, sollten mehr Ausbildungsförderungen angeboten und Ausbildungstests angepasst werden. Außerdem gehe es um mehr Zuwanderung aus dem Ausland, sagte Habeck. Es gebe “einige spezifische Probleme, die gelöst werden müssten”, aber die Produktionskapazität von Wärmepumpen sei deutlich gestiegen, so der Minister weiter.

Gut ausgebildete Fachkräfte gebe es genug, sagt DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. „Allein wegen schlechter Arbeitsbedingungen und schlechter Löhne haben sie dem Handwerk den Rücken gekehrt. Wir müssen diese Spezialisten für die Energiewende zurückholen, anstatt Laien in mehrwöchigen Intensivkursen zu Schergen zu machen.“

Der Wärmeübergang muss bezahlbar sein

Bauministerin Klara Geywitz sagte, der energetische Stadtumbau und die gebäudeübergreifende Quartiersanierung sollen gemeinsam durch zwei Förderprogramme der Staatsbank KfW entwickelt werden. Auch der thermische Übergang muss bezahlbar sein. „Wärmepumpen sollten auch für schmalere Budgets bezahlbar sein.“

In Deutschland sind nach Angaben des Ministeriums derzeit rund eine Million Wärmepumpen installiert. Allerdings lag ihr Anteil an den neu installierten Heizungen im Jahr 2021 bei knapp 17 Prozent; Gasheizungen hatten einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Der Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäude wird mit 35 Prozent der Investitionskosten bezuschusst, beim Ersatz von Dieselheizungen mit 45 Prozent.

Großes Interesse an Wärmepumpen

Nach Angaben des Ministeriums ist das Interesse an Wärmepumpen in jüngster Zeit gestiegen, sodass es bereits zu langen Lieferzeiten und Engpässen bei der Installation und Netzanbindung kommen kann.

Wärmepumpen, die mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden, gelten als entscheidendes Klimainstrument in Gebäuden. Eine Wärmepumpe funktioniert nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks: Wärme wird aus dem Boden oder der Luft aufgenommen und zur Pumpe transportiert. Dort stößt man auf ein Kältemittel, das verdampft. Der Dampf wird in einen Kompressor gepresst und dadurch noch weiter erhitzt. Der Dampf kondensiert dann und gibt dabei seine Wärme ab.

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