4Gamechanger diskutieren, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird

Die Arbeitswelt verändert sich, das ist klar. Worauf sich Unternehmen einerseits und Mitarbeiter andererseits einstellen müssen, war am Mittwochvormittag Thema eines 4Gamechangers-Roundtables.ÖSTERREICH. Die Digitalisierung schreitet voran und die Anforderungen an potentielle Arbeitgeber verändern sich. Unter dem Titel „Visionen des Berufslebens der Zukunft“ sprachen die Experten über die Veränderungen in der Arbeitswelt, die neuen Anforderungen an Unternehmen und die Jobs von morgen.

Änderung der Arbeitsanforderungen

Harald Kräuter, Leiter Technik und Digitalisierung beim ORF, betonte von Anfang an, dass es für Unternehmen immer wichtiger wird, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu kennen und zu berücksichtigen. Sicher ist, dass sich die Anforderungen an Arbeitgeber geändert haben.

Für die junge Generation werden Arbeitsplatzsicherheit einerseits und Freiheiten sowie flexibles Arbeiten andererseits immer wichtiger, wie Novomatic-Geschäftsführer Klaus Niedl erklärt. Er übertrieb: „Die Kantine soll sowohl Schnitzel als auch veganes Essen anbieten.“ Heutzutage ist die Einstellung ein Verkaufsjob: Auf Stellenausschreibungen, auf die zahlreiche Bewerbungen eingingen, gehe heute nur noch eine Handvoll qualifizierter Kandidaten, erklärt der Novomatic-Manager.

Wesentliche Bildung und Leidenschaft

Bei all dem dürfen wir aber nicht vergessen, dass es auch viele Menschen gibt, die in ihren Arbeitsbedingungen nicht das Wort haben können, betonte Silvia Hofbauer von der Arbeiterkammer Wien. In jedem Fall ist eine gute Ausbildung unerlässlich, denn je besser die Ausbildung, desto stärker die Position auf dem Arbeitsmarkt. Das solle aber auch jungen Menschen möglich sein, ergänzt Hofbauer.

Tomáš Zdražil, Senior Data Scientist bei Mondi, stimmte zu und machte dafür auch Unternehmen verantwortlich: Sie seien mitverantwortlich für die Gestaltung von Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen, etwa durch Kooperationen mit Hochschulen. Noch wichtiger als Bildung ist laut Zdražil für junge Menschen aber ein Aspekt: ​​Es gilt, einer Leidenschaft und einem inneren Antrieb zu folgen.

Auch Siemens-Manager Sebastian Israel betonte die Bedeutung von Weiterbildungsmöglichkeiten. “Lebenslanges Lernen” wird immer wichtiger und die Evolution der Arbeit wird immer schneller. Auch hier müssen Unternehmen laut Israel die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Loyalität gewinnen

Die Loyalität seiner Mitarbeiter ist für Unternehmen von grundlegender Bedeutung, so eine einstimmige Position in der Gruppe. Aber das müsse man erst einmal erringen, betonten die Gäste des Talks. Die Frage, die sich Unternehmen laut Kräuter stellen müssen, lautet: Was kann ich tun, damit sich meine Mitarbeiter wohlfühlen? Um Loyalität zu gewinnen, müsse nicht nur die globale Unternehmenskultur stimmen, sondern auch die einzelner Abteilungen und Gruppen, so Israel.

Auch hier schaltete sich der Experte von AK Hofbauer ein und betonte, dass nicht alle Unternehmen so sehr auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter bedacht seien. Je nach Branche und Position kann die Berufsrealität ganz anders aussehen. Ziel müsse es daher sein, auf allen Ebenen gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, so Hofbauer abschließend.

Das Homeoffice ist kein Allheilmittel

Auch die wachsende Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle wurde in der Diskussion berücksichtigt. Hier müssten Unternehmen die Voraussetzungen schaffen, die es ihnen beispielsweise erlauben, effektiv von zu Hause aus zu arbeiten, erklärte Israel. Dies dürfe aber nicht als Allheilmittel missverstanden werden, mischte sich Niedl ein. Manchmal gehe es bei der Arbeit auch um soziale Interaktion und kreativen Austausch, was online manchmal schwierig sei, betont er.

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