Die Gaskrise erreicht Uniper First fordert den Staat auf

Stand: 30.06.2022 08:23 Uhr

Der Energiekonzern Uniper kämpft mit den Folgen der Gaskrise. Der größte deutsche Gasversorger zog seine bisherigen Jahresprognosen zurück und kündigte Gespräche mit der Bundesregierung über mögliche Staatshilfen an.

Der Energiekonzern Uniper hat gestern Abend seine Gewinn- und Verlustziele für das Jahr 2022 zurückgezogen. Eine neue Prognose wagt der MDAX-Konzern derzeit nicht. Die Geschäftsentwicklung habe sich durch den Krieg in der Ukraine und die stark reduzierten Gaslieferungen aus Russland deutlich verschlechtert, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach.

„Seit dem 14. Juni hat Uniper nur noch 40 Prozent seiner vertraglich zugesicherten Gasmengen von Gazprom bezogen“, ergänzt Finanzvorstand Tiina Tuomela. Daher muss das Unternehmen Ersatzteile zu hohen Kosten kaufen.

Das größte Gasunternehmen in Deutschland

Uniper – eine Tochter des finnischen Konzerns Fortum – ist der größte Auslandskunde des russischen Gasriesen Gazprom und gleichzeitig der größte deutsche Gasversorger.

Mit ihren Gasspeichern spielen die Düsseldorfer auch eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Versorgung Deutschlands im Winter und bei den Bemühungen der Bundesregierung, Deutschland unabhängig von der Versorgung mit russischem Gas zu machen.

Auch eine staatliche Beteiligung ist denkbar

Das Unternehmen prüft nun, wie die Liquidität des Unternehmens weiter gesichert werden kann. „Deshalb sprechen wir jetzt mit der Bundesregierung erneut über Stabilisierungsmaßnahmen, für die verschiedene Instrumente wie Bürgschaften und Sicherheitsleistungen, eine Erhöhung der laufenden Kreditlinie und Kapitalanlagen möglich sind“, erklärte der Uniper-Chef. Maubach.

Laut Maubach hatte Uniper aufgrund steigender Kurse bereits Ende letzten Jahres einen deutlich höheren Liquiditätsbedarf. „Um dem entgegenzuwirken, hatten wir unsere Kreditlinien bereits ausgeweitet und unter anderem eine Fazilität der staatlichen KfW in Höhe von zwei Milliarden Euro erhalten, die wir bisher nicht genutzt haben.“

Die Uniper-Aktion sinkt

Die Anleger zeigten sich bestürzt über die Ankündigung des Unternehmens. Nach Stunden auf der Handelsplattform Tradegate verlor die Uniper-Aktie mindestens mehr als sieben Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs. Es hatte den üblichen Handel von Xetra bereits um weniger als 3,4 Prozent geschlossen. Seit Beginn des Ukrainekrieges ist der MDAX-Aktienmarkt um rund 50 Prozent eingebrochen.

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