Der Nationale Impfausschuss hat in seinen aktuellen Empfehlungen betont, dass für eine Grundimmunisierung drei Impfstoffe benötigt werden. Dies ist unabhängig davon, ob Sie sich mit dem Kronenvirus infiziert haben oder nicht. Die Omicron-Variante hat andere immunologische Eigenschaften als frühere Virusvarianten. Daher kann eine Infektion mit einer früheren Variante eine Impfung in der Grundimmunisierung nicht ersetzen.
Eine dritte Impfung erhöht die Schutzwirkung deutlich, da sich das Immunsystem mit jeder einzelnen Impfung verbessert, betont der Präsident der Ärztekammer, Burkhard Walla. Er betont, dass wir mit dem Coronavirus leben müssen und dass es mit ziemlicher Sicherheit eine Sommer- und eine Herbstwelle geben wird. Rund 70.000 Menschen in Vorarlberg haben nicht alle drei Impfungen erhalten.
„Keine Infektion verursachen“
Auch Armin Fidler, Covids Berater der Landesregierung, fordert die Bevölkerung auf, sich dreimal impfen zu lassen und verweist auf aktuelle Daten aus der Studie. Demnach bietet eine reine Infektion einen effektiven Schutz von 46,1 Prozent, die Wirksamkeit von drei Impfstoffen liegt bei 52,2 Prozent.
Noch besser geschützt sei man, wenn man eine Infektion und eine Impfung habe, sagt Fidler. Übersteht man eine Infektion und wurde zweimal geimpft, liegt der effektive Schutz bei 55,1 Prozent. Die dritte Impfung erhöht diesen Wert auf 77,3 Prozent.
Robert Spiegel, Vertreter des CoV der Ärztekammer, rät davon ab, eine Infektion mit der omicron-Variante zu verursachen. Eine absichtliche Infektion erhöht das Risiko, an Long Covid zu erkranken, nur erheblich.
„Die vierte Impfung im Sommer macht Sinn“
Der vierte Punkt wird bereits für Menschen über 65 und Risikopatienten empfohlen, wenn die Grundimmunisierung länger als sechs Monate zurückliegt. Eine Auffrischimpfung könnte den Schutz um weitere zehn Wochen erhöhen und das Risiko einer Krankenhauseinweisung deutlich senken.
Eine vierte Impfung im Sommer sei sinnvoll, um das Infektionsrisiko zu senken, so Landesärztedirektor Wolfgang Grabher. Eine weitere Impfung im Herbst wäre für das Immunsystem kein Problem. Allerdings sollte zwischen den beiden Impfungen ein Abstand von mindestens vier Monaten liegen.
Die Impfung beginnt im Juli in Pflegeheimen
Impftermine werden im Juli in Pflegeheimen angeboten. Im Herbst sollen dann Auffrischimpfungen der breiten Öffentlichkeit angeboten werden. Die aktuelle Planung sieht vor, dass es ab Mitte Oktober genügend Impfmöglichkeiten geben wird. Ob es einen neuen Impfstoff geben wird, ist noch nicht klar.
Laut Fidler ändert sich der Stand der Daten aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse ständig. Aber selbst wenn sich das Virus schnell entwickelt, bieten vorhandene Impfstoffe ausreichend Schutz.