Energiesparen im Haushalt Kürzer duschen, richtig lüften

Stand: 02.07.2022 08:12 Uhr

Wirtschaftsminister Habeck hat die Deutschen aufgefordert, kürzer zu duschen, um Energie zu sparen. Aber spart das wirklich viel? Wo lassen sich Energiekosten effektiver senken? Ein Überblick.

Fast zwei Drittel der Deutschen duschen mindestens einmal am Tag. Die durchschnittliche tägliche Duschzeit beträgt acht bis zwölf Minuten. Rund 20 Prozent unseres Energieverbrauchs für Wärme fließen in die Warmwasserbereitung, hat die Verbrauchszentrale NRW errechnet.

Die Kosten liegen bei rund 100 Euro pro Person und Jahr, sagt der Leiter der Energieeffizienzgruppe, Reinhard Loch. „Wenn ich kürzer dusche, verbrauche ich entsprechend weniger Energie, zum Beispiel fünf statt sieben Minuten verbrauchen etwa 30 Prozent weniger Energie“, sagt Loch.

Sparen Sie auch bares Geld, indem Sie die Duschtemperatur um einige Grad senken. Reinhard Loch rechnet vor: „Wir duschen mit etwa 40 Grad Wassertemperatur, dazu müssen wir das Kaltwasser erst von zehn Grad auf 40 Grad erwärmen, also um 30 Grad. Mit 37 Grad bin ich zufrieden.“ drei Grad weniger, spare ich zehn Prozent meiner Energie für Warmwasser.“ Der Experte der Verbraucherzentrale empfiehlt, die Hände mit kaltem Wasser zu waschen und sparsame Duschköpfe zu verwenden. Das spart viel Energie.

Experimentieren Sie mit “intelligenten Duschköpfen”

Ein Forschungsprojekt des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Center for Advanced Internet Studies hat untersucht, wie „intelligente Duschköpfe“ den Verbrauch senken können. Im Feldversuch erhielt eine Gruppe beim Duschen mit einem speziell ausgestatteten Duschkopf ein sogenanntes Echtzeit-Feedback über ihren Wasserverbrauch. Der Duschkopf änderte je nach verbrauchtem Wasser seine Farbe. Auf diese Weise konnte der Verbraucher sehen, wie viele Liter bereits verbraucht wurden.

Diese Informationen führten dazu, dass die Probanden kürzer duschten. Es könnte 29 Prozent Energie einsparen. „Unsere Studie zeigt, dass der Einsatz verhaltensökonomischer Interventionen eine Chance für den nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen sein kann“, sagt Mark Andor, Leiter der RWI-Forschungsgruppe.

Ein Viertel des Stromverbrauchs für Fernseher und Computer

Im Durchschnitt verbrauchen wir 14 Prozent der Haushaltsenergie für Warmwasser und 14,5 Prozent für Strom. Strom kann in verschiedenen Bereichen des Hauses eingespart werden. Mehr als ein Viertel des Stromverbrauchs entfällt auf Informationstechnologien wie Fernseher und Laptops, dicht gefolgt von Kühl- und Gefriergeräten, die allgemein als große Stromverbraucher bekannt sind.

Licht verbraucht zwischen fünf und zehn Prozent unseres Stroms, sagt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale. „Wenn du mich ständig ausschaltest, kannst du ein paar Prozent sparen“, sagt Loch. Die Verbraucherzentrale rät zur Beleuchtung von Arbeitsplätzen zu LED-Lampen, da diese nur zwischen einem Sechstel und einem Fünftel des Stroms verbrauchen als Glüh- oder Halogenlampen.

Besser waschen ohne zu trocknen

Auch über den Kauf neuer Geräte lohnt es sich nachzudenken. „Gerade bei über 20 Jahre alten Kühlschränken trägt es tendenziell Früchte. Allerdings werden Fernseher tendenziell größer gekauft, das frisst die Ersparnisse oft wieder auf“, sagt der Energieexperte.

Waschmaschinen sind nicht mehr so ​​kritisch: „Wir waschen jetzt mit wenig Energie. Hier lohnt es sich, weniger zu sparen. Dafür muss man die Waschtemperatur niedrig stellen (30 oder 40 Grad) und auf den Trockner verzichten“, sagt Reinhard Loch. Auch die berühmte TV-Standby-Taste spielt keine Rolle. “Bei modernen Geräten ist der Stromverbrauch im Standby sehr gering, weniger als ein Watt. Ausschalten lohnt sich nicht.”

Höheres Einsparpotenzial beim Heizen

Das größte Einsparpotenzial liegt beim Heizen. Im Durchschnitt verwenden wir dafür etwa 70 Prozent unseres Energieverbrauchs. Schon mit kleinen Verhaltensänderungen und kleinen Investitionen lassen sich je nach Verbrauchszentrum Energie- und Heizkosten einsparen. Auf der Seite Verbraucherzentrale-energieberatung.de schreibt er: „Drehen Sie Ihre Heizung zum Beispiel nachts herunter oder wenn Sie nicht zu Hause sind. Digitale Systeme wie ‚Smart Home‘ unterstützen Sie dabei. Moderne Technik und eine gute Isolierung.“ lässt die durchschnittliche Ersparnis noch weiter wachsen.“

Es ist wichtig, richtig zu lüften. Kurzes Querlüften mit gegenüberliegenden Fenstern und gut geöffneten Innentüren ist die effektivste Methode des Luftaustauschs. Gekippte Fenster sollten nach einiger Zeit wieder geschlossen werden, um eine Erwärmung durch das Fenster zu vermeiden.

Aber manchmal ist es auch ganz einfach, Energie zu sparen: Wer ständig mit einem Topfdeckel kocht, spart bis zu 20 Euro Stromkosten im Jahr; dann die Berechnung des Verbrauchszentrums.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *