Die Meinungen darüber, wie gefährlich Cannabis wirklich ist, gehen auseinander. Befürworter betonen, dass es keine tödliche Dosis gibt. Gegner glauben, dass die Gefahr nicht unterschätzt werden sollte, da eine Vergiftung Psychosen auslösen kann.
In der Europäischen Union (EU) sind Hanfdrogen die Ursache für etwa 30 Prozent der medikamentösen Therapien, wie aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien hervorgeht. In Afrika und einigen lateinamerikanischen Ländern beziehen sich die meisten dieser Therapien auf die Cannabissucht.
Laut UNODC haben Haschisch und Marihuana, die aufgrund neuer Züchtungen zunehmend auf den Markt kommen, zusammen mit dem regelmäßigen Konsum zu einer Zunahme von Sucht und psychischen Erkrankungen in Westeuropa geführt.
Auch in Nordamerika nimmt durch die Legalisierung von Cannabis der Konsum zu, vor allem bei jungen Erwachsenen. Dem Bericht zufolge stehen immer mehr psychiatrische Störungen und Selbstmorde im Zusammenhang mit regelmäßigem Cannabiskonsum. Auch Krankenhausaufenthalte nehmen zu.
Aber auch innerhalb der UN dürften geteilter Meinung sein: Im Dezember wurde Cannabis auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von der UN-Liste gefährlicher Drogen gestrichen. Befürworter der Liberalisierung, einschließlich des deutschen Gesundheitsministers, glauben, dass eine kontrollierte Steuer auch die Macht von Cannabis kontrollieren kann. Wirklich legal ist Cannabis ohnehin nur in Uruguay.