“Jetzt bleiben Sie draußen”, warnt der Nasa-Chef vor Chinas Raumfahrtprogramm
02.07.2022 02:58 Uhr
Bill Nelson hält Chinas Mondambitionen für ein militärisches Programm. Auch der NASA-Chef klagt über den Technologie-Diebstahl und befürchtet, dass die Chinesen den Mond „besetzen“ könnten.
NASA-Chef Bill Nelson hat vor dem chinesischen Raumfahrtprogramm gewarnt. „Wir müssen uns große Sorgen machen, dass China auf dem Mond landet und sagt: ‚Das gehört jetzt uns und ihr bleibt draußen‘“, sagte er der Bild-Zeitung und fügte hinzu: „Chinas Raumfahrtprogramm ist ein militärisches Raumfahrtprogramm.“ Anders als das amerikanische Programm „Artemis“ sind die Chinesen nicht bereit, ihre Forschungsergebnisse zu teilen und den Mond gemeinsam zu nutzen. “Es gibt ein neues Rennen im Weltraum, diesmal mit China.”
China arbeitet daran, eigene Astronauten auf den Mond zu bringen. Die Volksrepublik ist mehrfach mit Forschungsrobotern auf der Mondoberfläche gelandet und hat auch Mondgestein erfolgreich zur Erde zurückgebracht. In den 2030er Jahren soll nach Berichten chinesischer Staatsmedien in einem weiteren Schritt eine dauerhafte Station auf dem Mond entstehen. Daher könnte die Forschungsstation gemeinsam mit Russland aufgebaut und betrieben werden.
Auf die Frage, welche militärischen Zwecke China im Weltraum haben könnte, sagte Nelson der Zeitung: „Nun, was passiert Ihrer Meinung nach auf der chinesischen Raumstation? Sie lernen, wie man die Satelliten anderer Leute zerstört.“ Darüber hinaus beklagte Nelson auch Chinas Technologiediebstahl: „China ist gut. Aber China ist auch gut, weil sie die Ideen und Technologien anderer Menschen stehlen.“
China will in einer Liga mit den USA sein
Mit dem „Artemis“-Programm will die US-Raumfahrtbehörde bereits 2025 amerikanische Astronauten zum Mond zurückbringen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person. Dann soll es mit ihnen ein Rover gehen. Darüber hinaus müssen fortgeschrittene Orte auf dem Mond und seiner Umlaufbahn gebaut werden.
Das letzte Mal, dass ein amerikanischer Astronaut den Mond betrat, war vor fast 50 Jahren. Zwischen 1969 und 1972 brachten die USA als einziges Land mit den “Apollo”-Missionen insgesamt zwölf Astronauten zum Mond. Peking will im All eine Liga mit den USA spielen. Deshalb schreitet der Bau der ersten eigenen Raumstation „Tiangong“ (Himmelspalast) zügig voran. Die Volksrepublik hat Milliarden in ihr Raumfahrtprogramm investiert und bereits einige Erfolge vorzuweisen. China war das erste Land, das ein Raumschiff und einen Erkundungsrover auf der dunklen Seite des Mondes landete.