Neues System ab 1. Juli – Wie viel darf eine Stunde Psychotherapie kosten?

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Dank des neuen Führungsmodells können Therapeuten mit anerkannter Ausbildung ihre eigene Grundversicherung auflösen. Zu welchem ​​Preis herrscht Uneinigkeit.

Bisher war das so: Wer einen Psychologen aufsuchen wollte, musste jemanden suchen, der für einen Arzt arbeitete, damit er die Grundversicherung bezahlen konnte. Oder die Person musste sich bei ihrer Krankenkasse zusätzlich versichern. Oder er finanzierte den Psychologen aus eigener Tasche.

Das nervt, sagt Ursula Enderli. Er führt eine Praxis für Psychotherapie und Supervision in Zürich. Sie musste absagen, weil sie es sich nicht leisten konnte: “Ich finde es nicht in Ordnung, dass Psychotherapie nur für Leute mit genügend Einkommen erschwinglich ist.”

Unsere Kalkulationen mit diversen Modellen und Kostenstudien gehen in Richtung 190 Franken.

Der Bundesrat ist dem Wunsch der Branche nachgekommen und hat sich für das sogenannte Arrangement-Modell entschieden. Das bedeutet, dass Psychotherapeuten – wie sie zu Recht genannt werden – die Grundversicherung selbst abrechnen können. Ein Arzt muss nur um eine Therapie bitten.

Viele warten auf Hilfe

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Mit dem Systemwechsel will der Bundesrat Versorgungsengpässe abbauen. Denn: Immer mehr Menschen warten auf einen freien Therapieplatz.

Schätzungen zufolge leiden 27 % der Schweizer Bevölkerung, fast zwei Millionen Menschen, an psychischen Erkrankungen und müssen behandelt werden. Nur ein Drittel erhalte Hilfe, schreibt der Verband Schweizerischer Psychologen FSP.

Seit der Corona-Krise hat sich die Situation vor allem bei Kindern und Jugendlichen verschlechtert.

Yvik Adler, Co-Präsident des Verbands Schweizerischer Psychologen (FSP), hat konkrete Vorstellungen, was Psychotherapeuten mit einer anerkannten Ausbildung in Therapie erreichen sollten. «Unsere Kalkulation geht in Richtung 190 Franken», sagt er. Ähnlich dem, was Neuropsychologen oder Psychiater pro Stunde verdienen würden.

In jedem Fall verursacht der Modellwechsel Mehrkosten von über 100 Millionen Franken. Grundsätzlich bleibt die Leistung gleich.

190 Franken seien zu viel, sagen die Krankenkassen. Matthias Müller ist Sprecher des Vereins Santésuisse, der einen Stundensatz von 135 Franken vorgeschlagen hat. Ein fairer Ansatz, sagt er. „Der Modellwechsel verursacht ohnehin Mehrkosten von über 100 Millionen Franken. Aber die Leistung bleibt gleich.“ Es macht daher keinen Sinn, warum künftig alle Prämienzahler für die gleiche Leistung mehr zahlen sollen.

Adler entgegnete, Psychologen müssten künftig mehr Kosten tragen. Als neuer Selbstständiger müssten Sie zum Beispiel für die Sozialversicherung oder die Beratungsmiete selbst aufkommen. Auch die Anforderungen sind gestiegen, in der Verwaltung, aber auch in der Ausbildung.

Müller entgegnet, bisher müssten Psychologen als Angestellte Gehaltsabzüge hinnehmen. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Wir gehen davon aus, dass die Kosten geringer ausfallen“.

Teilerfolg für Therapeuten

Etwas anders sieht das der zweite Krankenkassenverband Curafutura in Santésuisse. Er verhandelte eine Zusage mit dem H plus Klinikverband und Berufsverbänden. Das Hauptmitglied von Curafutura, CSS, ist jedoch anderer Meinung und nicht an Bord. Die Zusage: Psychotherapeuten sollen rund 155 Franken pro Stunde abrechnen können. Bis Ende letzter Woche haben sechs Kantone diesen Weg eingeschlagen.

In den übrigen Kantonen bestehe noch Unsicherheit, sagt Adler, weshalb einige Therapeuten mit der Behandlung neuer Patienten warten müssten. Dies würde zur Versorgungsproblematik in den betroffenen Kantonen beitragen.

Es ist wahrscheinlich, dass einige Kantone in naher Zukunft auch die Engagement-Quote haben werden. Die lange Geschichte endet hier jedoch nicht. Es handelt sich um einen Übergangstarif. Das erklärte Ziel der Psychologen lautet jedoch: mehr Ausgleich. Die Krankenkassen treten auf die Bremse. Die Gespräche gehen weiter.

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