Dürre bedroht die Zukunft der Wasserkraft. Was bedeuten gletscherfreie Berge für das Rückgrat der österreichischen Energieversorgung?
Italien erlebt die schlimmste Hitzewelle der letzten Jahre. Die Flüsse im Norden des Landes sind ausgetrocknet, Bauern verlieren ihre Ernte und einige italienische Brunnen fließen längst nicht mehr. Aber nicht nur das, die anhaltende Dürre habe auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft lahmgelegt, erklärte der Betreiber des Stromnetzes Terna. Nach einer Reihe von Stromausfällen mussten sieben Wasserkraftwerke abgeschaltet werden. In normalen Zeiten bezieht das Land ein Fünftel seines Stroms aus Wasserkraft. In Österreich sind es dreimal mehr. Gefährden klimabedingte Dürren das Rückgrat der heimischen Stromversorgung?
„Der Temperaturanstieg hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich beschleunigt. In Österreich haben wir zwei Grad mehr als vor der industriellen Revolution“, sagt Gerhard Wotawa, Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG). Das IPCC schätzt, dass Hitzewellen und Dürren zwei- bis dreimal häufiger auftreten werden als bisher, wenn alles so weitergeht wie bisher. Weltweit nehme die Niederschlagsmenge nicht ab, aber die Verteilung verändere sich laut Wotawa deutlich. Oft regnet es monatelang gar nicht, während plötzlich in kürzester Zeit große Wassermengen fallen. Beides ist problematisch für hydraulische Kraft.