Aktualisiert: 7/3/202204: 49
Arbeitnehmer dürfen mit einem höheren Mindestlohn rechnen und auch für Rentner soll es mehr Geld geben – Änderungen im Überblick.
München – Im Juli kommt es für die Bürgerinnen und Bürger zu großen Veränderungen. Dazu gehören zahlreiche neue Gesetze zu Renten, Verträgen und Mindestlöhnen. Die gute Nachricht: Arbeitnehmer und Rentner bekommen mehr Geld. Auch für Hartz-IV-Empfänger gibt es einen Bonus. Zudem entfällt die EEG-Umlage, die in Zeiten steigender Strompreise die Haushaltskasse der Bürger entlasten soll. Für Raucher wird es allerdings teurer. Und für einen Kronentest müssen Bürger künftig 3 Euro bezahlen.
News im Juli: Mehr Geld für Hart-IV-Rentner, Arbeitnehmer und Leistungsempfänger
Gute Nachrichten für die rund 21 Millionen Rentner hierzulande. Im Westen steigen die Renten um 5,35 Prozent, im Osten um 6,12 Prozent. Der starke Anstieg ist auf die gute Wirtschaftslage der Vergangenheit und die damit einhergehende positive Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen und Pensionskassenerträge zurückzuführen.
Auf einem Feld bei Bad Dürrenberg wachsen Sonnenblumen. Speiseöl wird hauptsächlich aus Sonnenblumenkernen gewonnen. (Symbolfoto)
© Hendrik Schmidt / dpa
Auch die Mitarbeiter sollen zufrieden sein. Denn ihnen wird am 1. Juli ein höherer Mindestlohn gezahlt. Dieser steigt nun auf 10,45 Euro pro Stunde und zum 1. Oktober nochmals auf 12 Euro pro Stunde. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die Erhöhung zu einem Grundsatzversprechen im Bundestagswahlkampf gemacht.
Auch Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger erhalten mehr Geld. Sie erhalten eine einmalige Bonuszahlung von 200 Euro. Damit erhalten Alleinstehende nun 649 Euro statt 449 Euro. Der Zuschuss wird mit dem Regelbeitrag von Hartz IV ausgezahlt. Der 200-Euro-Kronenbonus betrifft alle erwachsenen Hartz-IV-, Sozialhilfe- oder Grundsicherungsempfänger, die im Juli 2022 anspruchsberechtigt sind. Eine Übersicht über die aktuellen Regelsätze finden Sie auf den Internetseiten der Bundesregierung.
Das ändert sich für Verbraucher im Juli: ein Überblick
Mindestlohnerhöhungen Stundenlohnerhöhungen auf 10,45 Euro West- und Westrentner erhalten mehr Geld + 5,35 % (West), + 6,12 % (Ost) Entlastung für Begünstigte von Bär IV. Entlastungspaket der Bundesregierung Maßnahme EEG-Umlage gestrichenÄnderungen betreffen alle StromkundenDigitalpatienten verlassen automatisch die Kasse im Unternehmen. Die Gültigkeitsdauer des Führerscheins für den Umtausch endet Wechsel nur noch bis 19. Juli möglich. Altgeräte können jetzt einfacher zu Aldi, Lidl und Co. abgegeben werden. Neue Pfandregeln Keine Flaschen und Dosen mehr ohne Pfand Rauchen wird teurer Auch E-Zigaretten sind betroffen. Schaltflächenstornierungen. Vertragskündigungen sind einfacher. DHL erhöht Preise für Paketversand erhöht Testkrone nicht mehr kostenlos3 Euro pro Test zur EinkommensteueränderungMehr Geld für Mitarbeiter
Änderungen im Juli: Der EEG-Tarif entfällt
Was viele Verbraucher vielleicht noch nicht wissen, aber das dürfte sie umso glücklicher machen. Die EEG-Umlage wird zum 1. Juli abgeschafft. „Aufgrund des Gesetzes senken die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) die EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 von bisher 3,72 Cent pro Kilowattstunde auf null Cent pro Kilowattstunde“, heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung.
Stromversorger sind nun gezwungen, den Verlust an ihre Kunden weiterzugeben. Strom ist nicht billig, weil die Umlage nur ein Teil des Preises ist und Versorger vor mehr als einem Jahr beim Einkauf an der Strombörse zahlen müssen. Das machte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im März dieses Jahres deutlich. „Der Wegfall der EEG-Umlage könnte den Druck auf die Verbraucher etwas verringern“, erklärte Habeck. Nach Berechnungen von Verivox spart ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 1.500 Kilowattstunden in diesem Jahr durch die Löschung rund 33 Euro (brutto).
Neuerungen im Juli: Digitales Löschen und Umtauschen von Führerscheinen
Seit vergangenem Oktober versenden Arztpraxen digital eine Krankmeldung an die Krankenkassen. Ab Juli muss die Krankschreibung nicht nur an die Krankenkassen, sondern auch an den Arbeitgeber geschickt werden. Das bedeutet, dass Mitarbeiter das alte „gelbe Zeugnis“ nicht mehr an das Unternehmen abgeben müssen. Patienten erhalten nur ein Papierexemplar zur eigenen Dokumentation.
Die Frist für den Umtausch des Führerscheins wurde dieses Jahr vom 19. Januar bis 19. Juli verlängert. Aber dann ist Schluss. Bis dahin muss jeder, der zwischen 1953 und 1958 geboren ist und noch einen rosa oder grauen Führerschein im Portemonnaie hat, diesen bei der zuständigen Behörde umtauschen, sonst droht ein Bußgeld. Der neue Gemeinschaftsführerschein ist laut ADAC unbegrenzt gültig, unabhängig davon, wann Sie die Fahrprüfung abgelegt haben.
Neuerungen im Juli: Kostenlose Rückgabe von Elektrogeräten bei Aldi, Lidl und Co.
Tatsächlich ist das Gesetz seit Anfang des Jahres in Kraft. Einzelhändlern wurde jedoch eine Übergangsfrist eingeräumt, um elektronische Geräte wie Mobiltelefone, Mixer und Toaster zurückzunehmen. Ab dem 1. Juli müssen Supermärkte und Discounter wie Aldi, Lidl und Co. diese Geräte nun kostenlos annehmen. Auch Online-Händler müssen künftig Altgeräte zurückholen, berichtet Nordbayern.de (siehe Video).
Ab dem 1. Januar gilt für alle Getränke in Mehrwegflaschen oder -dosen eine Pfandpflicht. Bereits produzierte Getränke konnten weiterhin ohne Pfand verkauft werden. Ab Juli wird dies geschehen. Ab dann müssen auch Säfte und andere Getränke das Pfandsymbol tragen. Das bedeutet, dass nicht mehr das, was im Behälter ist und Pfand erhoben wird, sondern das Verpackungsmaterial entscheidend ist. Mit dieser strengeren Pfandregelung will das Bundesumweltministerium Plastik weiter reduzieren.
Neuerungen im Juli: Raucher werden aufgefordert, mehr zu zahlen, aber es ist einfacher aufzuhören
Jetzt werden Shisha-Tabak, erhitzter Tabak und sogenannte „Liquids“ teurer. Diese Änderung tritt am 1. Juli in Kraft. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Liquids Nikotin enthalten oder nicht. Flüssigkeiten, die in einer elektronischen Zigarette verdampft werden, kosten jetzt 5,60 Euro. Früher lag der Preis bei etwa 4 Euro. Von 2022 bis 2026 soll nach Angaben des Bundesfinanzministeriums jede Zigarettenschachtel jährlich acht Cent mehr kosten. berichtet Merjkur.de.
Verbraucher, die einen Online-Vertrag abgeschlossen haben, sollen diesen bequem online kündigen können. Dies macht einen Abmelde-Button auf der Unternehmenswebsite zwingend erforderlich. Niemand muss mehr einen Brief schreiben oder ein Fax schicken. Chip.de berichtet, dass man nicht mehr zum Telefon greifen muss. Wenn ein Unternehmen diesen Button nicht vor dem 1. Juli hat, haben Verbraucher das Recht, ihn ohne Vorankündigung zu kündigen.
Neuheiten im Juli: Geld für den Kronentest: Auch Paketpreise steigen
Der kostenlose Kronentest endet am 1. Juli. Testversionen für gefährdete Gruppen sind weiterhin kostenlos. Schwangere können den Test weiterhin kostenlos machen. Doch nicht nur Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dreht an der Preisschraube. Auch Verbraucher, die Pakete verschicken wollen, müssen ab dem 1. Juli mehr Geld auf den Tisch legen. Dann kostet das S-Paket 3,99 Euro statt 3,79 Euro und das M-Paket 4,79 Euro. Hier eine Preisübersicht.
Innovationen im Juli: Sauberer als ekelhaft für Mitarbeiter
Das dürfte Millionen Menschen ansprechen, denn der Einkommensteuertarif wird angepasst. Drei Dinge ändern sich zu Gunsten der Arbeitnehmer: die Grundpauschale, die Entfernungspauschale und die Arbeitnehmerpauschale. Das bedeutet, dass Personen in einem Arbeitsverhältnis weniger Steuern beim Finanzamt abführen müssen.
Da der Lebensunterhalt für viele Menschen trotz einiger Erleichterungen immer noch nicht leistbar ist, schlägt nun auch Bundeskanzler Olaf Scholz eine steuerfreie Einmalzahlung der Arbeitgeber vor. Unter Ökonomen findet sie jedoch wenig Unterstützung.
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