WELT: Frau Busse war vor ihrer Ernennung zur Senatorin viele Jahre Schulleiterin einer Schule im Landkreis Neukölln. Was ist das größte Problem der Berliner Schulen?
Astrid-Sabine Busse: Natürlich der Fachkräftemangel. Und das nicht nur in Berlin: Uns fehlen bundesweit Zehntausende Menschen als Ersatz für die jetzt ausscheidenden Babyboomer. Es wird wohl bis 2030 dauern, bis sich die Lage etwas beruhigt. Uns stehen noch schwierige Jahre bevor.
WELT: Als Senator haben Sie jetzt die Möglichkeit, etwas zu verändern. Aber in Politik und Verwaltung sind Sie ein Newcomer. Haben Sie eine Ahnung, wie schwer dieser Job ist?
Busse: Das hat mir keiner vorher gesagt. Aber so wie ich mich in den Schulen immer um Quereinsteiger gekümmert habe, werde ich auch hier sehr gut unterstützt. Und natürlich war ich als Präsident eines Berliner Schulverwaltungsvereins auch politisch nicht naiv.
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Integration im Problembezirk
WELT: Als Bildungssenator muss man sich traditionell viel prügeln. Die CDU hat sogar einen Misstrauensantrag gegen Sie gestellt. Wie behandeln Sie es?
Busse: Nach einem halben Jahr im Amt ist es absurd, mir den seit Jahren bestehenden Mangel anzulasten. Aber als Bildungssenator muss man sich auf Gegenwind einstellen. Deshalb interessieren sich die Leute nicht gerade für Arbeit. Aber jetzt bin ich hier. Ich bleibe
WELT: Erstmals konnten in diesem Jahr 170 Kinder nicht fristgerecht mit Plätzen an weiterführenden Schulen versorgt werden. Wie konnte so ein schlechter Plan zustande kommen?
Busse: Es ist üblich, dass am Ende des Kurses Verteilungskonferenzen stattfinden, um die Studenten willkommen zu heißen. Und dieses Mal bekamen rund 26.000 Siebtklässler einen Platz. 91 Prozent davon in einer ihrer drei Lieblingsschulen. Der Wert ist nicht schlechter als im Vorjahr.
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WELT: Weniger rosig sieht es bei den Lehrern aus. Sie hoffen auf 920 offene Stellen im Sommer. Konnten Sie die Differenz am Ende des Kurses reduzieren?
Busse: Die Einrichtung ist noch im Gange. Aber am Anfang wird es nicht viel besser. Ich unterschreibe hier jeden Tag Rentenbescheinigungen.
WELT: Wann wird es besser?
Busse: Dann bin ich nicht mehr im Dienst. Es wird ein zehnjähriger Prozess sein. Universitäten müssen jünger abschließen. Und erstens brauchen wir mehr Menschen, die zur Arbeit gehen. Dazu gehören natürlich auch Quereinsteiger und Nebenteilnehmer. Er hat fantastische Menschen an die Schulen gebracht.
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Verschärfter Lehrermangel
WELT: Wie können ukrainische Studenten in eine so knappe Ökonomie integriert werden?
Busse: Dazu kommt noch. Wir haben jetzt fast 5000 Studenten begrüßt. Zuerst sagte ich, wir werden überall einen Stuhl hinstellen. Sie lachten mich dafür aus. Aber wir haben es getan. Natürlich wünschte ich, alle Familien könnten wiederkommen. Wir wissen jedoch nicht, wann der Krieg enden wird. Deshalb müssen wir uns auf das Erlernen der deutschen Sprache konzentrieren. Und das können wir auch.
WELT: Berlin führt nun als letztes Bundesamt die öffentliche Funktion der Lehrerinnen und Lehrer wieder ein. Wann wollen Sie dafür ein Konzept vorlegen?
Busse: Nächste Woche werden wir die große Freude haben, die ersten hundert Lehrer in der Praxis zu Beamten zu machen. Die Versetzung bestehender Lehrkräfte ist administrativ komplizierter. Beamter zu werden ist natürlich nur ein Element bei der Einstellung von Lehrern. Obwohl wichtig: In den letzten zehn Jahren haben wir fast 5.000 Lehrer zugunsten anderer Bundesländer verloren.
„Wer das elegante urbane Kreuzkölln erleben will, muss das Abenteuer annehmen. Manchmal trifft man dort Migranten!“
Quina: Amin Akhtar
WELT: Berlin war schon wirtschaftlich attraktiv. In letzter Zeit konnten vielbeschäftigte Lehrer ein Brutto-Einstiegsgehalt von 5.700 Euro haben. Geht es am Ende nicht ums Geld, sondern um die prekäre Beschäftigungssituation in der Schule?
Busse: Ich akzeptiere das überhaupt nicht. Man kann hierzulande an jeder Schule gut arbeiten, gerade in Gegenden mit prekären Wohnverhältnissen, denn Kinder sind oft besonders dankbar für den Zuspruch.
WELT: Wir wissen inzwischen, dass viele Kinder seelisch sehr unter der Corona-Pandemie gelitten haben. Was machst du dagegen?
Busse: Wir haben 39 zusätzliche Feststellen für Schulpsychologen geschaffen. Das bedeutet eine 40-prozentige Aufstockung des Personals und es wird helfen. Der Schaden ist da, wir werden noch lange damit leben müssen.
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Personalmangel in den Schulen
WELT: Thilo Sarrazin hat Sie für sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ mit einer 13 Jahre alten Aussage über Migranten arabischer Herkunft zitiert: „Die bleiben einfach beieinander. Sie müssen sich hier nicht mehr „integrieren. Sie nehmen die Nachbarschaft und.“ sich verwöhnen lassen.” Warum hast du dich jetzt entschuldigt?
Busse: Ich habe mein tiefes Bedauern darüber ausgedrückt, dass sich Menschen verletzt fühlten. Als Regisseur habe ich auch übertrieben. Jetzt, wo ich Senatorin bin, höre ich eher zu, was Schulleiter sagen.
WELT: Allerdings gibt es in vielen Berliner Kiezen die Situation, dass man viel Geld für die Miete bezahlen muss, aber 80, 90 Prozent der Schulklassen Kinder nichtdeutscher Herkunft sind. . Was würden Sie Eltern raten, die ihre Kinder nicht auf eine solche Schule schicken wollen?
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Busse: Ich rate jedem, sich erst einmal die Schule anzuschauen. Es kann Sie angenehm überraschen. Übrigens: In Berlin sind im Schnitt gut 40 Prozent der Studierenden keine Deutschen. Also willkommen in der Realität!
WELT: Bedeutet das, dass Eltern akzeptieren müssen, dass die meisten Kinder bei Schuleintritt kein Deutsch sprechen?
Busse: Viele Kinder in Berlin sprechen eine andere Sprache als Deutsch. Ndh bedeutet nicht, dass Sie kein Deutsch sprechen. Ich finde es gut, wenn Kinder da bleiben, um Freunde zu finden. Wenn die Schule funktioniert, kann ein Kind auch in einer Klasse mit vielen Kindern, die keine deutschen Muttersprachler sind, gut lernen.
WELT: Heißt das, die erziehenden Familien, die nach Kreuzberg oder Neukölln ziehen, sind selbst schuld?
Busse: Wer das elegante urbane Kreuzkölln erleben will, muss das Abenteuer annehmen. Manchmal trifft man Migranten! Ich rate Ihnen, es in Ihrer Nachbarschaftsschule zu versuchen.
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WELT: Der rot-grün-rote Koalitionsvertrag sieht vor, dass das Merkmal “Sprache nichtdeutscher Herkunft” für Schulen künftig nicht mehr veröffentlicht werden soll. Was spricht gegen Transparenz?
Busse: Die Qualität der Schule kann man viel besser in den Schulinspektionsberichten ablesen, die wir auf unserer Website veröffentlichen. Wir haben noch viel mehr Faktoren, um die unterschiedlichen Belastungen einer Schule widerzuspiegeln.
In unserer neuen Schulklassifikation fassen wir sechs verschiedene Kriterien zusammen, darunter auch die Muttersprache der Kinder. Wir haben über 700 Schulen. Und Schulen von sozialem Interesse erhalten viel Unterstützung von uns.
WELT: Im vergangenen Jahr ergab eine Umfrage Belästigungen und religiöse Drohungen an zehn Schulen in Neukölln. Was werden Sie dagegen tun?
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Busse: Wir wollen eine Studie zum Thema politische und religiöse Konflikte in Schulen machen. Die Probleme sind da. Wir brauchen valide Daten in ganz Berlin. Wir suchen derzeit nach einer geeigneten Hochschule, die wir beauftragen können. Wenn die Daten verfügbar sind, werden wir entsprechend handeln. Öffentliche Schulen müssen ein neutraler Ort sein.
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