Ein Budgen
Christian Wehrschütz ist seit mehreren Monaten von morgens bis abends im ORF-Programm zu sehen und zu hören. Er arbeite etwa 18 Stunden am Tag, erzählt er Wien. Außerdem hat es seit Beginn des Ukrainekriegs rund 44.000 Kilometer zurückgelegt.
28.05.2022 19.00 Uhr
Online ab heute, 19 Uhr
„Selbst wenn der Wecker gestellt ist, wache ich oft 20 Minuten früher auf“, sagt Wehrschütz in der Interviewreihe „Bei Budgen“. „Natürlich haben wir viel zu planen, viel zu fahren. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Ukraine ein riesiges Land ist.“ Bisher sind er und sein Team 44.000 Meilen gereist, das ist mehr als der Erdumfang am Äquator.
Angst vor „sehr schlechtem Berater“
Der studierte Jurist und Slawist berichtet seit 2015 aus der Ukraine. Seit drei Monaten berichtet er über den russischen Angriffskrieg und bringt sich dabei manchmal in gefährliche Situationen. Er hat keine Angst. “Er ist ein sehr schlechter Berater.” Wohin es mit Kamera und Produzent geht, entscheidet Wehrschütz. “Wenn jemand sagt, ich gehe nicht rein, gehen wir nicht.”
Zudem sei es schwieriger, die Front zu erreichen als bei der Annexion der Krim 2014, sagt Wehrschütz. “Es ist viel sicherer, weil die Konfliktparteien kein Interesse daran haben, unabhängigen Journalisten den Zutritt zu ermöglichen.”
Gefahr wie in der Formel 1
In den Städten der Ostukraine beispielsweise, die von Artillerie bombardiert werden, sei man in Gottes Hand, so der Journalist. „Dann kann man immer zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Es ist ein Risiko, das man eingehen muss, wie wenn ein Formel-1-Fahrer in sein Auto steigt und viel mehr verdient.“
Er rechnet nicht mit einem baldigen Ende des Krieges. „Ich denke, es ist ein Krieg, der viel länger dauern wird, ein Zermürbungskrieg, der nächstes Jahr fortgesetzt werden kann. Die Frage wird sein: Wer wird erschöpfter sein? Und wer kann mehr internationale Unterstützung verlieren.“