Per Beke Enderstein | 18. Juni 2022 um 8:32 Uhr
Die richtige Ernährung steigert das Wohlbefinden bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto deutlich. Neben der lebenslangen Hormontherapie setzt die Ernährungsmedizin vor allem auf eine entzündungshemmende Ernährung. FITBOOK-Autorin Beke Endstein ist davon betroffen und teilt hier ihre besten Ernährungstipps.
Weil es bislang nur wenige einheitliche Ernährungsempfehlungen gibt, sind viele Betroffene verwirrt. Außerdem stimmen Alternativmedizin und Schulmedizin nicht überein. Basierend auf meiner Erfahrung als Patient stelle ich meine Ernährungstipps vor, ohne die Alternativmedizin zu vernachlässigen. Die Hashimoto-Thyreoiditis kann nicht mit der richtigen Ernährung geheilt werden, aber die Symptome können gelindert werden.
Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?
Die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis ist eine inaktive Schilddrüse, die durch eine chronische Entzündung gekennzeichnet ist. Das Hauptziel der Therapie ist es, unzureichend gebildete Schilddrüsenhormone durch tägliche Medikamente zu ersetzen.
Die Einnahme von L-Thyroxin kann typische Symptome wie chronische Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder Übergewicht verbessern. An der chronischen Entzündung der Schilddrüse ändert dieser Hormonersatz leider nichts: Der Körper stuft die Schilddrüse weiterhin als seltsamen Feind ein und füttert sie aufgrund von Fehlinterpretationen.
Die unerwünschte Folge: Ein Teufelskreis beginnt, da die Schilddrüse lebenslang vom Immunsystem angegriffen wird. Obwohl sich Grippekranke aufgrund ihrer körperlichen Abwehrkräfte nur vorübergehend schwach fühlen, haben viele Hashimoto-Patienten ein Leben lang mit Energiemangel zu kämpfen. Um das Wohlbefinden zu steigern, spielt neben Medikamenten auch eine gesunde Lebensweise eine große Rolle.
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Meine Ernährungstherapie mit Hashimoto
Seit bei mir vor etwa zehn Jahren eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert wurde, interessiere ich mich sehr für eine sinnvolle Ernährungstherapie. Obwohl die Alternativmedizin viele vorbereitete Tipps hat (z. B. glutenfrei, milchfrei, sojafrei), ist die Schulmedizin deutlich zurückhaltender. Denn es gibt zum Beispiel keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass eine glutenfreie Ernährung bei Hashimoto-Symptomen hilft.
Aus all den Informationen habe ich die Ernährungsempfehlungen ausgewählt, die ich als Ernährungsberater nachvollziehen kann. Tipps zur naturheilkundlichen Ernährung baue ich aber auch in meinen Alltag ein: Schließlich scheinen viele Patienten davon zu profitieren, sich glutenfrei zu ernähren oder zumindest auf Weizen zu verzichten.
Eines ist sicher: Da Autoimmunerkrankungen durch chronische Entzündungen verursacht werden, ist dies der Ausgangspunkt. Während entzündungsfördernde Lebensmittel wie Fleisch oder Zucker vom Speiseplan gestrichen oder deutlich reduziert werden, können entzündliche Prozesse durch den Verzehr antioxidativer und entzündungshemmender Lebensmittel unter Kontrolle gehalten werden.
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Entzündungshemmende Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis
Die Ernährung von Hashimoto ist besonders auf frische Kräutergerichte mit einer Extraportion pflanzlicher Sekundärstoffe, Omega-3-Fettsäuren und antioxidativen Vitaminen plus Spurenelementen ausgerichtet.
Antioxidantien
Ein bunter Mix aus grünem Gemüse, Beeren, Karotten und Salat sorgt für eine Extraportion Antioxidantien und entzündungshemmende Inhaltsstoffe. Dabei gilt die Devise: Je farbintensiver Obst und Gemüse – zum Beispiel Heidelbeeren, Spinat, Tomatenmark, Brokkoli oder Himbeeren – desto mehr müssen sie auf dem Teller landen. Weil sekundäre Farbstoffe die Zellen stark schützen. Kurkuma gemischt mit Pfeffer, Ingwer, Matcha, Kakao und Zimt kann auch bei der Aufnahme von Antioxidantien helfen. Beim Obst sind zuckerarme Sorten wie Apfel oder Erdbeere als Alternative zu Weintrauben, Bananen, Mangos oder Süßkirschen vorzuziehen. Nicht zuletzt wirken Vitamine wie das ACE-Zellschutz-Trio auch als natürliche Antioxidantien.
Omega-3-Fettsäuren
Die mehrfach ungesättigte Alpha-Linolensäure wirkt entzündungshemmend und sollte täglich eingenommen werden. Es ist besonders reichlich in fettem Meeresfisch wie Lachs, Makrele und Hering enthalten. Aber auch Vegetarier wie ich können aus pflanzlichen Lebensmitteln gesunde Fettsäuren bekommen. Sonnenblumenöl (ungünstige Fettsäurezusammensetzung!) sollte dauerhaft durch Rapsöl (gelegentlich auch durch Olivenöl) ersetzt werden. Für kalte Speisen sind Leinöl oder Walnussöl die richtige Wahl. Empfehlenswert sind auch Avocados, Oliven, Walnüsse, Chiasamen und andere Nüsse, Körner und Samen. Ein weiterer Vorteil: Das enthaltene Vitamin E wirkt antioxidativ.
Genug Vitamin D
Fettlösliches Vitamin D spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die natürlichen Abwehrkräfte geht. Neben der Regulierung des Immunsystems und der Anregung der Schilddrüse wirkt das Vitamin entzündungshemmend. Es wurde beobachtet, dass einige Hashimoto-Patienten an einer Dysfunktion der Vitamin-D-Rezeptoren leiden.Obwohl gesunden Menschen in den dunkelsten Monaten des Jahres empfohlen wird, Vitamin D zu ergänzen, ist es möglich, dass Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis das ganze Jahr über Vitamin-D-Präparate einnehmen möchten . Vitamin D ergänze ich entsprechend das ganze Jahr über.
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Selen kommt reichlich in Paranüssen, Pilzen, Spargel, Kohl, Hülsenfrüchten, Weizengras und Zwiebeln vor. Da Selen antioxidativ und stark entzündungshemmend wirkt, ergänzt es das Spurenelement, wie es zunehmend empfohlen wird. Dies führt zu einem günstigen Einfluss auf Autoimmunprozesse. Paranüsse enthalten mehr Selen, sollten aber aufgrund ihres radioaktiven Potenzials nur in sehr geringen Mengen (ein bis zwei Nüsse pro Tag) verzehrt werden.
Entzündliche Lebensmittel: Vermeiden Sie sie besser!
Um die Entzündungsprozesse nicht weiter zu nähren, ist es besser, auf folgende Lebensmittel zu verzichten:
Karn
Vor allem Schweinefleisch, aber auch andere Fleischsorten enthalten entzündungsfördernde Arachidonsäure.
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Zucker
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Produkte aus Weißmehl
Da helle Brote, Nudeln und Co. viel Stärke enthalten, kommt es zu den gleichen ungünstigen Stoffwechselveränderungen wie beim Verzehr von Zucker. Der Grund: Stärke besteht aus Zuckermolekülen, die nach dem Essen freigesetzt werden und entzündlich wirken.
Alkohol
Da auch alkoholische Getränke Entzündungsprozesse begünstigen, wird empfohlen, möglichst auf Alkohol zu verzichten. Außerdem wird der Körper beim Abbau von Alkohol gestresst. Die Symptome einer Autoimmunerkrankung können sich in Kombination mit anderen Stressoren wie Rauchen und anderen Schadstoffen sowie beruflichem oder privatem Stress verschlimmern. Wer sich hingegen gesund ernährt und keinen Tabak raucht, darf ab und zu ein Glas Bio-Rotwein genießen, inklusive einer Extraportion Antioxidantien durch den roten Farbstoff.
Gutes Essen für das Immunsystem bei Hashimoto
Neben den entzündungshemmenden Lebensmitteln, die ich täglich zu mir nehme, verzichte ich weitgehend auf die oben beschriebenen entzündungsfördernden Lebensmittel. Weitere Ernährungstipps können auch bei Hashimoto das Wohlbefinden fördern und typische Systeme, wie erhöhte Infektanfälligkeit und Schlafstörungen reduzieren. Das sind vor allem Ernährungsempfehlungen, die das Immunsystem unterstützen: Die natürlichen Abwehrkräfte leiden unter der ständigen Alarmbereitschaft, die von der entzündeten Schilddrüse ausgeht.
Lebensmittel für eine starke Immunität:
Faser
Eine ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Darmgesundheit. Da der Darm das wichtigste Zentrum des Immunsystems ist, können sich Ballaststoffe aus Gemüse, Salaten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Pseudogetreide günstig auf die Darmflora und damit auf das Immunsystem auswirken. Ein weiterer Vorteil: Die typische Gewichtszunahme kann durch den Sättigungseffekt reduziert werden.
Probiotika
Probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir, Miso und viele fermentierte Gemüsesorten (mit Milchsäure fermentiert) unterstützen eine gesunde Darmflora und damit die natürlichen Abwehrkräfte. Frisches, nicht erhitztes Sauerkraut hat den Vorteil, dass es gleichzeitig Ballaststoffe und Probiotika liefert.
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Präbiotika
Als Futtermittel helfen Inulin und Oligofruktose den Probiotika, sich zu vermehren. Daher profitiert das Immunsystem vom Verzehr von Lebensmitteln wie Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Chicorée, Schwarzwurzeln und Topinambur. Tipp: Ich mache meinen eigenen Bio-Joghurt mit probiotischen Kulturen und Inulinpulver und esse täglich eine kleine Portion davon.
Vitamin C und Eisen
Sowohl das antioxidative Vitamin C als auch Eisen sind für das reibungslose Funktionieren des Immunsystems notwendig. Eisen ist auch für viele …