Corona-Maßnahmen im Herbst: Lindner ist gegen allgemeine Freiheitsbeschränkungen

Corona-Maßnahmen im Herbst Lindner ist gegen die allgemeinen Freiheitsbeschränkungen

08.06.2022 11:33 Uhr

Über einzelne Kronenregeln will FDP-Chef Lindner im Herbst noch nicht entscheiden. Aber er ist klar: “Es darf keine generellen Freiheitsbeschränkungen mehr geben.” Gesundheitsminister Lauterbach verteidigt weiterhin die Möglichkeit einer Maskenpflicht.

In der Debatte um die Kronenpolitik für den Herbst machte FDP-Präsident Christian Lindner deutlich, dass zunächst mit der geplanten wissenschaftlichen Evaluation von Schutzmaßnahmen zu rechnen sei. „Ich misch mich jetzt nicht in die Diskussion über einzelne Maßnahmen ein, weil ich dann ein Wissen unterstellen würde, das Sie noch nicht haben können“, sagte der Bundesfinanzminister der ARD Maischberger. „Denn Wissenschaftler wollen uns jetzt einfach die Wirksamkeit einzelner Messungen zeigen.“ Für ihn steht jedoch fest: „Es darf keine generelle Einschränkung der Freiheit mehr geben.“

Auch Bundesjustizminister Marco Buschmann will erst nach der geplanten wissenschaftlichen Begutachtung über die Regeln für den Herbst entscheiden. Dass die aktuelle Fassung des Infektionsschutzgesetzes am 23. September ausläuft, sei kein zufälliges Datum, sagte der FDP-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“. Der Termin sei gewählt worden, weil “wir nach den Sommerferien zwei Sitzungswochen im Deutschen Bundestag haben, um einen sehr geordneten und regelmäßigen Gesetzgebungsprozess durchzuführen”.

Ende Juni wird eine Expertengruppe eine Bewertung der Maßnahmen vorlegen. „Zwischen dem 30. Juni und dem Ende der Sommerferien werden wir das weitere Vorgehen mit den Bundesländern besprechen“, sagte Buschmann. Darüber hat sich die Bundesregierung auch mit der Ministerpräsidentenkonferenz beraten. „Ich verstehe nicht, warum manche Leute jetzt denken, dass dieser Zeitplan nicht mehr gültig ist.“

Lauterbach pocht auf die Möglichkeit einer Maskenpflicht

Anders als FDP-Politiker forderte Grünen-Chef Omid Nouripour jüngst eine rasche Änderung des Infektionsschutzgesetzes. „Momentan haben wir noch nicht einmal eine gesetzliche Grundlage für die Maskenpflicht“, kritisierte er. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach etwa plädiert dafür, die Möglichkeit zu schaffen, in Innenräumen wieder eine Maskenpflicht zu machen. „Wir dürfen nicht unvorbereitet in die Krise gehen wie im vergangenen Herbst“, sagte er in der Haushaltsdebatte im Bundestag.

Mit dem novellierten Infektionsschutzgesetz sind seit Anfang April die generelle Maskenpflicht bei Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Zugangsregelungen entfallen. Aktuell gilt „Grundschutz“, etwa mit der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Die aktuelle Fassung des Gesetzes gilt bis zum 23. September.

Der Kronen-Expertenrat des Bundesrats gibt am Mittwoch in Berlin eine Stellungnahme zu den Vorbereitungen für Herbst und Winter ab. Über weitere politische Schritte sollen Experten um den Vorstandsvorsitzenden der Charité Berlin, Heyo Kroemer, informieren.

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