Der 70. Jahrestag der Königin von Australien stellt das königliche Staatsoberhaupt in Frage

Stand: 04.06.2022 16:08

An insgesamt vier Tagen feiern die Briten den 70. Geburtstag der Queen. Glückwünsche kamen auch aus Australien, dessen Oberhaupt Elizabeth II. ist. Doch die neue Regierung will von der Krone wegkommen.

Die neue australische Regierung entfernt sich von Staatsoberhaupt Queen Elizabeth II. Der 70. Geburtstag der Queen sei Anlass, über die Zukunft der ehemaligen britischen Kolonie nachzudenken, sagte Kabinettsmitglied Matt Thistlethwaite der britischen Nachrichtenagentur PA.

Am Ende von Elizabeths Regierungszeit war die Zeit für eine ernsthafte Debatte gekommen. „Australien ist ein unabhängiges Land. Wir haben unsere eigene einzigartige Identität und Kultur“, sagte Thistlethwaite. Alle Australier sollten die Möglichkeit haben, Staatsoberhaupt zu werden.

Kein formeller Staat von Australien

Wie in vielen anderen Commonwealth-Mitgliedstaaten ist auch in Australien die Queen formal das Staatsoberhaupt. Die Ernennung von Thistlethwaite zum stellvertretenden Republikaner hat den Verdacht genährt, dass Labour-Premier Anthony Albanese ein Referendum zu diesem Thema fordert. Bei einem Referendum im Jahr 1999 stimmte eine Mehrheit von 55 Prozent der Australier für die Beibehaltung der Monarchie.

„Mein Job in der Anfangsphase ist eine Art Erziehung: den Leuten zu sagen, dass wir einen ausländischen Monarchen als Staatsoberhaupt haben, dass wir einen stellvertretenden Vertreter des Generalgouverneurs haben, aber dass wir einen Australier als Staatsoberhaupt haben könnten. »Staat. Staat«, sagte Thistlethwaite. Bis zu einem Referendum ist es aber noch ein weiter Weg. Berichten zufolge plant die Labour-Regierung, die Abstimmung nur im Falle einer Wiederwahl abzuhalten.

Entfernung auch zu anderen Commonwealth-Ländern

Elizabeth II. ist seit 1952 Königin. Nie zuvor saß eine Monarchin länger auf dem britischen Thron. Platinum Jubilee wird in Großbritannien mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert, für die die Regierung rechtzeitig einen zusätzlichen Urlaub gewährt hat. Auch der australische Premierminister Albanese würdigte die Königin in einer Zeremonie und änderte den Namen von einer Insel im Lake Burley Griffin in eine Insel in Queen Elizabeth II. Die Königin hat Canberra während ihrer Regierungszeit 14 Mal besucht.

Australien ist nicht das einzige Commonwealth-Land, das mit einer Verfassungsänderung liebäugelt. Am 30. November 2021 wurde der Inselstaat Barbados in der Karibik zur Republik, und auch in anderen Ländern wuchs die Kritik am Königshaus. Auch Jamaika verfolgt diese Pläne. Auch in Kanada gewinnen Gegner der Monarchie an Boden. Eine Umfrage des Angus Reid Institute vom April ergab, dass 51 % der Menschen in Kanada ihre Art zu regieren ändern wollen.

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