Der Experte empfiehlt Bäume statt Nebelschauer

Es ist eine kurze Erfrischung, wenn Sie an einem der 175 Nebelschauer vorbeifahren, die sich mittlerweile in Wien niedergelassen haben. Aber Sprühnebelsysteme können die Temperaturen auf den Straßen Wiens kaum senken, so Wasserexperte Roman Neunteufel von der BOKU: „Die Kühlwirkung von Wasser ist natürlich unbestritten. Denken Sie an die Türme von „Doch die Wirkung von Sprühnebelsystemen schon sehr klein. Man kann damit nicht die ganze Stadt kühlen.“ Die Wirkung hänge auch stark vom Wetter ab: „Sprühnebel wird vertragen, wenn es windig ist und fast keine Abkühlung stattfindet.“

Die Hitzewelle hat Wien fest im Griff

Eine Hitzewelle hat die Stadt Wien getroffen. Während die 170 Nebelduschen und 1.300 Trinkbrunnen für Abkühlung sorgen, sind vor allem Bauarbeiter von tropischen Temperaturen stark betroffen.

Für eine stärkere Kühlung werden große Wassermengen benötigt

Insbesondere die üblichen Sprühsysteme, die an den Hydranten angeschlossen sind, bieten laut dem Experten nur eine geringe lokale Kühlung: „Diese Sprühsysteme wirken nur in einem Umkreis von wenigen Metern. Auf die Gesamttemperatur auf der Straße wirkt sich das kaum aus.“ oder im Quadrat “.

Grund dafür ist der hohe Luftaustausch: Die gekühlte Luft vermischt sich sofort mit der sie umgebenden warmen Luft. Das Ergebnis ist, dass große Wassermengen verwendet werden müssen, um große Flächen zu kühlen. „Um den ersten Bezirk zwischen ein und zwei Grad zu kühlen, müsste der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch von 25 Haushalten verwendet werden“, sagt der Experte.

An Orten wie etwa in der Nähe von Bushaltestellen können sich aber auch kleine Nebelschauer positiv auswirken, sagt Neunteufel: „Wenn Sie auf Ihren Bus warten und die Sprinkleranlage die zirkulierende Luft um ein oder zwei Grad abkühlt, ist das auf jeden Fall eine Vorteil. ” Ein größerer Sprühschlauch, wie er am Karlsplatz, Schwarzenbergplatz und Meidlinger Platz eingesetzt wird, würde jedoch kühlend wirken.

APA / Hans Punz Brauseschläuche wie Karlsplatz können auch größere Flächen kühlen

Wiener Wärmeinsel

Aufgrund des Klimawandels brechen die sommerlichen Temperaturen in Österreich immer wieder Hitzerekorde. Städte sind besonders betroffen: „Alle Städte haben den sogenannten Hitzeinseleffekt. Bei wenig Grün und viel Beton heizt sich die Luft auf“, sagt Neunteufel. Das Wasser läuft schnell in die Stadt ab und kann daher beim Verdunsten keine Frische spenden. Die Wiener Innenstadt ist deutlich wärmer als das Umland. Favoriten, Ottakring und Margareten sind Wiens Hitzepole.

Tolle Alternativen

Eine natürliche Alternative zu Nebelschauern wären Bäume. „Bäume verdunsten täglich zwischen 50 und einigen hundert Litern Wasser. Durch die Verdunstung gibt es schon einen spürbaren Kühleffekt“, sagt Neunteufel. Zwischen einer Grünfläche und einer bebauten Fläche herrscht ein Temperaturunterschied von zwei bis drei Grad. Außerdem spenden die Bäume zusätzlichen Schatten.“ Effizienter wäre eine Bepflanzung Bäume statt Nebelanlagen zu installieren“, sagt der Experte.

Bäume brauchen mehrere Generationen, um zu wachsen. Aber eine Möglichkeit, die Stadt jetzt zu kühlen, wären grüne Fassaden, so ein Vorschlag von Roman Neunteufel. „Wenn man bei möglichst vielen Häusern die Fassadenpflanzen wachsen lässt, könnte man auch Verdunstungskälte erzeugen“, sagt der Experte. Gegenüber wien.ORF.at spricht der Wiener Magistrat von „intensiven Bemühungen, den öffentlichen Raum zu begrünen und abzuheben“.

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175 Sprühnebel und „Sommerspritzer“ sind auf den Straßen Wiens zu finden. Auch die 50 Meter hohen Wasserfontänen, von der Stadt Wien „Brunnhilde“ getauft, versprühen Nebelwasser. Hinzu kommen 1.300 klassische Trinker.

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