Gespräch: Martin Schmidt
Swiss streicht ausgerechnet im Juli und August rund 100 Flüge wegen Personalmangels. Insgesamt sind 30.000 Fluggäste von Annullierungen und Änderungen betroffen, knapp 10.000 davon aufgrund von Annullierungen. Schweizer Handelschef Tamur Goudarzi Pour (52) erntete daraufhin Kritik von Passagieren, Reisebüros und Verbraucherschützern. Schriftlich bekleidet er eine exklusive Position beim Blick.
Blick: Sind die harten Vorwürfe gegen die Schweiz berechtigt? Tamur Goudarzi Pour: Es stimmt, dass die gesamte Luftfahrtindustrie in Europa nach mehr als zwei Jahren existenzieller Krise, ausgelöst durch Corona und seine Folgen, in diesem Sommer vor sehr anspruchsvollen operativen Herausforderungen steht, am Boden oder in der Luft. Das gilt natürlich auch für die Schweizer, und wir arbeiten mit allen Partnern hart daran, dass das Reiseerlebnis im Sinne unserer Kunden so stabil wie möglich ist.
Und wie ist die Schweiz? Unser Ziel ist es, die Flugplananpassungen so gering wie möglich zu halten. So mussten wir nur zwei Prozent der für die Monate Juli und August geplanten 18.500 Flüge streichen. Von den 1,4 Millionen gebuchten Kunden sind knapp 10.000 von Flugausfällen betroffen. Die allermeisten davon wurden kurz zuvor auf Alternativflüge umgebucht. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, individuelle Lösungen für weitere Kunden zu finden.
Was tut die Schweiz für die betroffenen Passagiere? Im Falle einer Flugannullierung bieten wir den Betroffenen, einschließlich derjenigen, die über unsere Partnerreisebüros gebucht haben, Reisealternativen mit Flügen innerhalb der Lufthansa-Gruppe oder mit Flügen der Star Alliance an, die sie akzeptieren können. oder ablehnen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Ticketpreis zu erstatten.
Die professionelle Fluggesellschaft
Bei der Swiss versichert Tamur Goudarzi Pour (51) als kaufmännischer Leiter, dass das Geld an die Firma fliessen wird. Zu den Aufgaben von Goudarzi Pour gehören Vertrieb und Verkauf, Preispolitik sowie Handelsnetz- und Flottenplanung. Der iranische Deutsche ist seit 2019 in der Schweiz. Zuvor war er seit 2000 in verschiedenen Positionen beim Mutterkonzern Lufthansa tätig.
Bei der Swiss versichert Tamur Goudarzi Pour (51) als kaufmännischer Leiter, dass das Geld an die Firma fliessen wird. Zu den Aufgaben von Goudarzi Pour gehören Vertrieb und Verkauf, Preispolitik sowie Handelsnetz- und Flottenplanung. Der iranische Deutsche ist seit 2019 in der Schweiz. Zuvor war er seit 2000 in verschiedenen Positionen beim Mutterkonzern Lufthansa tätig.
Übernimmt Swiss die Mehrkosten für teurere Umbuchungen? Wir können garantieren, dass unseren Kunden keine zusätzlichen Kosten für Tickets entstehen, wenn sie versehentlich ihre Reservierung ändern und zum gleichen Ziel reisen.
Reisebüros und Kunden beklagen einen sich verschlechternden Kundenservice. Das ist nicht mehr schweizerisch. Es tut uns leid, dass wir Ihnen nicht unsere gewohnte telefonische Erreichbarkeit anbieten können. Wir erhalten immer noch viel mehr Kundenanfragen als vor der Pandemie, bei weiterhin reduziertem Flugangebot. Wir haben unsere Personalkapazität stark ausgebaut und in neue Technologien investiert. Wir sind weiterhin dabei, neue Mitarbeiter einzustellen, um wieder die gewohnte Servicequalität bieten zu können.
100 bis 150 Franken soll Reisebüros der zusätzliche Stornoaufwand kosten. Kommt die Schweiz den Agenturen mit diesen Kosten entgegen? In dieser Situation ist es unsere Pflicht, alle Betroffenen, einschließlich unserer Reisebüropartner, bestmöglich zu unterstützen. In der aktuellen Situation konnten wir mehr als 80 Prozent der betroffenen Kunden sofort umbuchen. Wir entschuldigen uns aufrichtig bei Passagieren und Reisebüros für Fälle, in denen dies nicht zeitnah möglich war, und suchen nach individuellen Lösungen. Wir sind stets bestrebt, Reisebüros konstruktive und spezifische Lösungen anzubieten, die möglichst keine zusätzlichen Provisionen generieren.
Erfüllt die Schweiz heute ihre Qualitätsanforderungen? Das gesamte Umfeld der Luftfahrt lässt es uns im Moment nicht zu, den bekannten Schweizer Qualitätsstandard durchgehend anzubieten. Swiss ist und bleibt aber eine Premium Airline und wird auch diese Herausforderungen im Sinne unserer Kunden meistern.
Kann die Schweiz weitere Flugstreichungen ausschliessen? Wir tun unser Bestes, um weitere Absagen für den Sommer zu vermeiden. Wenn dies aufgrund betrieblicher Herausforderungen nicht möglich ist, werden wir unser Bestes tun, um unsere Fahrgäste so schnell wie möglich zu informieren und alternative Lösungen anzubieten.
Wie lange dauert es in der Schweiz, bis das Angebot mit der Nachfrage Schritt hält? Wir gehen davon aus, dass die Schweiz in wenigen Monaten auf den erwarteten stabilen Wachstumspfad zurückkehren wird.