Der Spargel bleibt

Trotz sinkender Preise zögern viele Verbraucher, das kostbare Gemüse zu kaufen. Als Grund für die Zurückhaltung nennen Experten die Inflation und das Image des als teuer geltenden Spargels.

Spargel gilt als kostbares Gemüse: In Kriegszeiten scheint dieser Luxus für viele Haushalte zu viel zu sein und die Preise steigen stark. Die Nachfrage ist gesunken. Spargelbauern in Deutschland verzeichnen in dieser Saison einen deutlichen Nachfragerückgang nach dem schönen Gemüse. „Manche Betriebe verzeichneten bis zu 30 Prozent weniger Umsatz“, sagte Simon Schumacher, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Spargel- und Erdbeeranbauer Süddeutschlands (VSSE), der Badischen Zeitung. Die Preise sind zu Beginn der Saison deutlich gesunken. Im Einzelhandel sind sie laut Schumacher geringer als in schlechten Spargeljahren wie 2018.

Das bestätigt sein niedersächsischer Kollege. Laut Fred Eickhorst, Vorstandssprecher des Niedersächsischen Spargel- und Beerenanbauverbandes, kauften die Kunden im Lebensmitteleinzelhandel vor allem Grundnahrungsmittel und namenlose Produkte. „Das betrifft uns auch sehr bei Spargel und Erdbeeren.“

Spargel ist ein unverzichtbares Gemüse

In dieser Saison sei ein deutlich geringeres Einkaufsvolumen zu verzeichnen, bestätigt Claudio Gläßer von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn. Das bestätigten Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im April. Spargel ist ein „Wegwerfgemüse“, das viele Menschen mit höheren Preisen in Verbindung bringen. Und wer gerade nicht so sehr auf den Preis achten muss, gibt sein Geld lieber für Reisen aus; offensichtlich gibt es hier nach zwei Jahren Abstinenz wegen des Corona-Virus viel zu tun.

Die Spargelpreise sind derzeit so niedrig wie lange nicht mehr. In der vergangenen Woche lag der Durchschnittspreis für weißen Spargel aus deutschem Anbau bei 7,06 Euro pro Kilo, sagte Gläßer, 12 Prozent unter dem Durchschnittspreis der Vorwoche. „Spargel und Erdbeeren waren im Moment noch nie so günstig, auch nicht vor Corona“, sagte Eickhorst.

Die Kosten sind für lokale Produzenten um 30 Prozent höher

Obwohl auf Märkten und Ständen höhere Preise verlangt werden können, werden Spargel und Erdbeeren in großen Mengen über den Lebensmittelhandel verkauft. Verkäufer verkauften laut VSSE-CEO Schumacher bis zu 20 Prozent direkt an Verbraucher. Auch in den Restaurants war nach zwei Jahren Crown mit vielen Einschränkungen nichts vom erwarteten Boom zu spüren. „In der Gastronomie läuft es im Vergleich zu normalen Jahren gut“, sagt Schumacher.

Die Konkurrenz durch ausländischen Grünspargel ist für heimische Erzeuger besonders schmerzhaft. Eine Discounterkette habe kürzlich ein Kilo grünen Spargel für 2,96 Euro das Kilo verkauft, sagte Gläßer. „Dem deutschen Regionalproduzenten tut es weh, das auf dem Markt zu sehen.“ Mit diesen Preisen kann kein deutsches Unternehmen mithalten. Schumacher spricht von 30 Prozent Mehrkosten für lokale Unternehmen, weil der Dieselpreis in die Höhe geschossen ist, weil Düngemittel viel teurer sind und weil der Mindestlohn ständig steigt.

Kaufzurückhaltung werde sich bemerkbar machen, sagte Eickhorst. Viele Bereiche sind bereits aus der Produktion, und das mitten in der Saison. Die Anbaufläche wird weiter zurückgehen, wobei einige kleinere Spargelbetriebe bereits in Betrieb sind, insbesondere solche, die nur an den Großhandel geliefert werden. Diese hätten in den letzten zwei Jahren von Corona so gut wie nichts zu suchen gehabt, sagte Eickhorst.

„Der Verbraucher kann mit seinem Kaufverhalten an der Verkaufstheke entscheiden, ob es noch regionale Produkte aus Deutschland gibt, auch wenn sie teurer sind als aus dem Ausland“, sagt Fred Eickhorst, Vorstandssprecher des Verbandes Spargel und Beere Züchter. Niedersachsen

Mit der Einführung des 12-Euro-Mindestlohns zum 1. Oktober werde sich die Wettbewerbssituation der deutschen Landwirte gegenüber der Konkurrenz aus Italien oder Spanien verschlechtern, sagte Eickhorst. Von anderen Bauern wird erwartet, dass sie sich ergeben. „Der Verbraucher hat es mit seinem außerbörslichen Kaufverhalten selbst in der Hand, ob es noch regionale Produkte aus Deutschland gibt, auch wenn diese teurer sind als aus dem Ausland.“

Allerdings kritisiert auch VSSE-Chef Schumacher den Handel. Lokale Firmen hätten die Produkte zwar früher geliefert, da die billigen Importprodukte bis weit in den Mai hinein in den Supermärkten angeboten würden.

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