Der tote Eisbär kommt im Museum an

Tiere

Die abgeschlachtete Eisbärin Nora kommt als Ausstellungsstück ins Naturhistorische Museum (NHM). Die Tierpräparatoren haben bereits mit ihrer mühseligen Arbeit begonnen. Der neunjährige Eisbär ist kürzlich im Tiergarten Schönbrunn gestorben.

14.10.2022 19.15

Ab heute, 19:15 Uhr online

Das Nora-Eisbärenfell wird im NHM für die Präparation vorbereitet. Die Haut wurde geschält, gesalzen und getrocknet. Anschließend geht es in eine Gerberei in Deutschland, erklärt NHM-Chefbrauer Robert Illek. „Wenn es in gutem Zustand aus der Gerberei zurückkommt, können wir sicher sein, dass wir es gut aufbereiten können. Beim Gerber kann immer etwas passieren, wie Haare ausfallen, Löcher, und dann geht es einfach nicht.”

ORF Im nächsten Schritt gelangt das Leder in die Gerberei in Deutschland

Magenrasur als Problem

Aber Noras zweites Leben hat begonnen. Als Schaustück wird es 2024 in einer Sonderausstellung über die Arktis glänzen, zusammen mit einem Männchen, dessen Haut seit 100 Jahren einen originalgetreuen Kunststoffkörper ziert. Das Skelett wird auch der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

Veranstaltungshinweise

Am 15. Oktober um 12:30 und 13:30 Uhr führt das Naturkundemuseum unter dem Titel „Das zweite Leben“ hinter die Kulissen des Präparats.

Für Noras Auftritt im Museum – das Tier soll senkrecht aufgestellt werden – müssen die Präparatoren ihre ganze Kunst aufbieten. Das 270 Kilogramm schwere Tier wurde vor seinem Tod operiert und sein Bauch musste rasiert werden. „Und jetzt ist das Problem, dass wir vielleicht Haare verwenden oder sie irgendwie austricksen sollten, damit sie nicht so hässlich aussehen“, sagte Illek.

Tu so, als würdest du dich bewegen

Während Nora in Wien bleibt, wird ihre Tochter Finja bald in einen anderen Zoo ziehen, erklärte Folko Balfanz vom Tiergarten Schönbrunn. „Unsere Eisbären sind Teil des europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Sie werden mit anderen zoologischen Einrichtungen vergeben und ausgetauscht und je nach Situation dürfen bestimmte Tiere züchten.“ Finja musste vor langer Zeit von ihrer Mutter getrennt werden, weil Eisbären einsam sind. Die Dreijährige wird voraussichtlich bis nächstes Jahr in Wien zu sehen sein.

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