Der weisse Reggae-Musiker muss das Konzert in Bern absagen

Gäste der Berner Brasserie Lorraine warfen dem weissen Dreadlock-Band «kulturelle Aneignung» vor.

Instagram/lauwarm

Weil die Band weiss war und Reggae-Musik spielte, musste eine Bar in Bern ein Konzert absagen: Das Publikum warf dem Musiker lauwarm vor, er wolle sich «diese Kultur aneignen».

Mundartsänger Lauwarm spielt mit einer fünfköpfigen Band Reggae-Musik. Bei einem Konzert in der Brasserie Lorraine in Bern musste er allerdings seine Show, die am Montag eine Woche her war, abbrechen. Mehrere Besucher äußerten sich negativ zum Auftritt der Band und warfen der Band „kulturelle Aneignung“ vor, weil die weißen Mitglieder unter anderem mit Dreadlocks auftraten.

Das gab die Bar heute auf Facebook bekannt. Das „Unwohlsein“ breitete sich aus, als der Schweizer Musiker seine Reggae-Sounds in Bestform spielte. Die Brasserie entschuldigt sich bei allen Gästen, „bei denen das Konzert für Unmut gesorgt hat“.

Mitte August plant er zudem eine Debattenveranstaltung zum Thema.

Diese gesellschaftspolitische Debatte wird in den USA schon lange geführt. Die „kulturelle Aneignung“ breitet sich nun auch nach Europa aus. Das wirft Fragen auf wie: Darf ein weißer Künstler Reggae-Musik spielen?

Diese Diskussion ist nicht auf Musik beschränkt: Jedes kulturelle Merkmal, das einer anderen Kultur entnommen ist, kann „angeeignet“ werden – ohne auf seine Herkunft hinzuweisen oder darauf hinzuweisen.

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