Nach der Ausrufung der Alarmstufe im Gasnotfallplan warnte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, vor drastischen Preiserhöhungen. „Die Gaspreiserhöhungen vom vergangenen Herbst werden bereits übermittelt“, sagte Müller am Freitag der ARD. „Das sind fast 30 mehr, mehr 50, manchmal mehr als 80 Prozent. Das ist der Herbst des Herbstes.“ Seitdem hat sich der Gaspreis in der vergangenen Woche vervierfacht und jetzt sogar versechsfacht.
Es sind große Preissprünge, die nicht individuell an die Verbraucher weitergegeben werden. „Aber eine Verdopplung oder Verdreifachung ist durchaus möglich, je nach Gebäudehülle. Und deshalb sind alle so dringend. Deshalb sagt Minister Habeck, würde ich sagen, so engagiert, dass die Leute im Herbst Geld da lassen und etwas tun.“
Die Bundesnetzagentur habe mehrere Szenarien zu der Frage durchgerechnet, „was wann und unter welchen Umständen passiert“, sagte Müller. “Und die meisten Szenarien sind nicht angenehm und bedeuten zu wenig Benzin am Ende des Winters oder, sehr schwierige Situation, im Herbst oder Winter.”
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am Donnerstag die zweite der drei Eskalationsstufen des Gasnotfallplans, die sogenannte Alarmstufe, angekündigt. Damit soll laut Experten der Ernst der Lage verdeutlicht werden, mit dem Ziel, freiwillig so viel Energie wie möglich einzusparen. Die erste Stufe, die Frühwarnstufe, gilt seit Ende März, rund vier Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, der die Energiepreise in die Höhe getrieben hat.