Die Preise für Lebensmittel steigen: Aldi erhöht den Milchpreis massiv

1. Juli 2022 um 17:17 Uhr

Lebensmittelpreise: Aldi verteuert Milch deutlich

Das Logo von Aldi Süd (Symbolbild).
Foto: © ALDI SÜD / ALDI SÜD

Mülheim/Ruhr Milchpreise bewegen sich zurück nach Deutschland. Der Discounter Aldi erhöhte am Freitag den Preis für einen Liter Vollmilch der Eigenmarke Milsani um 17 Cent auf 1,09 Euro. Bio-Milch ist noch teurer.

Das teilte eine Sprecherin des Unternehmens im Namen von Aldi Nord und Aldi Süd mit. Der Preis für einen Liter Bio-Milch mit 1,5 Prozent Fett stieg sogar um 54 Cent auf 1,59 Euro. Bio-Vollmilch der Marke Gut Bio kostet 1,69 Euro pro Liter vergünstigt.

Aldi müsse die steigenden Kosten weitergeben, sagte er. Beruhigt sich die Marktlage wieder, werden Preisvorteile sofort in den Verkaufspreisen berücksichtigt. Aldis Passage dürfte auch Auswirkungen auf weite Teile des restlichen Handels haben. Denn viele Konkurrenten, gerade im Einstiegspreisbereich, zielen immer noch auf den Discount-Erfinder ab.

Deutschlands größter Lebensmitteleinzelhändler Edeka hat bereits angekündigt: „Wir werden in den kommenden Tagen auch die Preise einiger Milch- und Milchprodukte an die neue Marktsituation anpassen. Die Menge steht noch nicht fest und kann je nach Produkt variieren.“

Landwirte und Milchindustrie haben immer wieder die massiv gestiegenen Kosten für Energie, Futtermittel und Düngemittel beklagt und damit höhere Preisforderungen begründet.

Im am Freitag veröffentlichten “Politbarometer” des ZDF gaben 40 Prozent der befragten Bürger an, dass ihnen die Inflation persönlich große Probleme bereite; Anfang April war dies nur bei 34 Prozent der Teilnehmer der Fall.

83 Prozent der Befragten glauben zudem, dass der starke Preisanstieg den Wohlstand in Deutschland gefährdet, nach 73 Prozent Anfang April. Drei von fünf (61 %) halten politische Hilfsmaßnahmen für unzureichend und nur 6 % gehen zu weit.

Einer der Haupttreiber der Inflation sind hohe und steigende Energiepreise, unter anderem bedingt durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Versorgungsunsicherheiten bei Gas und Öl. Laut Statistischem Bundesamt war Energie im Juni um 38 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Laut einer Yougov-Umfrage machen sich 71 Prozent der Menschen in Deutschland finanzielle Sorgen darüber.

Auch die Lebensmittelpreise sind zuletzt stark gestiegen, laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise im Juni um 12,7 Prozent. Diese Entwicklung dürfte sich in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen: Wie das ifo Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag aus einer Umfrage mitteilte, wollen fast alle Lebensmittel- und Genussmittelhändler ihre Preise anheben.

Die Umfrage für das Politbarometer wurde vom 28. bis 30. Juni von der Wahlen Research Group unter 1.186 Wahlberechtigten in Deutschland durchgeführt.

(gefühlt / dpa)

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *