Veröffentlicht am 31. Mai 2022, 17:13 Uhr
Ermittlungen in Deutschland, zögerliche Recherchen in Paraguay: Eine deutsche Mutter in Paraguay hat sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt, um ihre seit Monaten vermisste Tochter zu finden.
Claras Mutter sprach bei einer Pressekonferenz in Paraguay zum Publikum.
In einem Fall von mutmaßlicher Kindesentführung sucht die paraguayische Staatsanwaltschaft nach zwei deutschen Mädchen. Die Kinder im Alter von zehn und elf Jahren seien im November vergangenen Jahres ohne Erlaubnis ihrer getrennt lebenden Eltern in das südamerikanische Land gebracht worden, sagte Staatsanwältin Carina Sánchez am Montag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der paraguayischen Behörden forderte Anne Maja Reiniger-Egler die Bevölkerung zur Zusammenarbeit bei der Suche nach ihrer Tochter Clara auf. „Bitte haben Sie ein Herz für unsere Mädchen und helfen Sie uns bei unserer Suche“, sagte Reiniger-Egler. „Wir wollen sie finden und ihnen ihr altes Leben zurückgeben, in dem sie glücklich waren“, sagte er auf Spanisch.
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Die paraguayischen Behörden verwenden diese Fotos, um nach den Mädchen zu suchen.
Polizei in Paraguay
Andreas Egler war ein ehemaliger Fußballprofi. Er soll seine Tochter nach Paraguay zu einem Vergleich gegen die Krone mitgenommen haben.
Bild Bilder / Picture Point LE
Die Siedlung liegt in La Colmena, wenige Kilometer südlich der Hauptstadt Asunción.
Google Maps
Verstecken sich die Mädchen in einer Siedlung deutscher Impfgegner?
Clara reiste im November mit ihrem Vater Andreas Rainer Egler, einem vermeintlichen Gegner der Kronenimpfung, nach Paraguay. Begleitet wurden die beiden von Eglers frischgebackener Ehefrau Anna Maria Egler und seiner elfjährigen Tochter Lara Valentina. Nach Angaben paraguayischer Staatsanwälte hatten die Erwachsenen die Mädchen ohne Zustimmung des anderen Elternteils aufs Land gebracht. Egler ist ein ehemaliger Fußballprofi, der in der 1. spielte. FC Magdeburg und die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach. Er spielte auch für die deutsche U-20-Nationalmannschaft.
Laut “Bild” schickte das Entführer-Paar einen Abschiedsbrief an die anderen Eltern der beiden Mädchen. Er sagt unter anderem: “Bald wird es nicht mehr möglich sein, mit Kindern aus dem Land zu fliehen oder sie vor der bereits beschlossenen Verpflichtung zur Teilnahme an einem Menschenversuch zu schützen.” Menschenversuche beziehen sich auf die Kronenimpfung. Andreas Egler, in Paraguay „Rainer“ genannt, begann nach seiner Einreise mit dem Bau eines Hauses in einer Anti-Impf-Kolonie in La Colmena.
Die Mädchen wurden nach Angaben der paraguayischen Behörden zuletzt am 19. Januar gesehen. Es besteht der Verdacht, dass sie sich in einer Siedlung deutscher Impfgegner verstecken. Während der Corona-Pandemie wurde Paraguay zum Zielland für Deutsche, die die Crown-Vorschriften in ihrem Heimatland strikt ablehnen.
Publikumsaufruf: „Letzte Chance für Mädchen“
“Mädchen können nicht ihr ganzes Leben lang weglaufen”, sagte Claras Mutter. Er schwor, keine rechtlichen Schritte gegen seinen Ex-Partner einzuleiten, wenn er nur mit seiner Tochter wiedervereinigt werden könne. Reiniger-Egler hält sich nach eigenen Angaben seit Wochen in Paraguay auf. Abgesehen von der Pressekonferenz sagte er, er sehe den Appell an die Öffentlichkeit als „die letzte Chance“, die beiden Mädchen wieder zusammenzubringen.
Auch in Deutschland laufen Ermittlungen: Die Staatsanwaltschaft Essen wirft dem Paar vor, Minderjährige entführt zu haben, sagte eine Sprecherin. Die Entführung beider Kinder aus früheren Beziehungen wird untersucht, da die Mädchen ohne Zustimmung des in Deutschland verbliebenen Elternteils nach Paraguay gebracht wurden. Für die Rückführung von Kindern ist jedoch das Bundesministerium der Justiz zuständig.
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(dpa/fos)