Nach Lewandowskis Abgang ist Thomas Müller Bayerns Gesicht Nummer eins. Bild: imago-imges.de
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Robert Lewandowski will unbedingt gehen, Sportdirektor Hasan Salihamidzic wird kritisiert und die eigenen Fans buhen ihn aus. Der FC Bayern München sieht aus wie eine riesige Baustelle: Eine ungewollte Störung droht.
Patrick Mayer / t-online
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David Alaba, Niklas Süle und Robert Lewandowski hatten in München etwas gemeinsam: Sie gingen alle zum selben Friseur im Glockenbachviertel. Er ist einer von Alabas besten Freunden. Nebenan im Hinterhof befindet sich ein Bekleidungsgeschäft, das kaum sichtbar ist. Die Gründer sind Freunde von Bastian Schweinsteiger. Der Weltmeister, der ein paar Blocks vom Gärtnerplatz entfernt wohnte und gerne über den Viktualienmarkt spazierte, machte sie mit Lewandowski bekannt. Hierher kam der Torschützenkönig der Bundesliga gerne, um ein bisschen zu plaudern, während Alava schräg vor dem Italiener einen Espresso trank.
Eine Straße im Glockenbachviertel in München Bild: imago-images.de
Abseits aller Touristen. Aber Schweinsteiger aus Oberbayern ist Fußballer. Alaba spielt seit einem Jahr in Madrid. Süle plant einen Wechsel nach Dortmund. Wo Mats Hummels, gebürtiger Münchner, bereits spielt. Und auch Lewandowski will gehen. Das ist eine bayerische Zäsur, die den deutschen Rekordmeister komplett übernommen hat. Wo soll das hinführen?
Lewandowski spielt heute in der Nations League gegen Polen gegen Wales. Bild: Tresorschlüssel
Sätze wie Donner brachten diese komplizierte Frage an die meist glatte Oberfläche. „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei. Nach allem, was in den letzten Monaten passiert ist, kann ich mir eine Zusammenarbeit nicht mehr vorstellen“, sagte Lewandowski und fügte hinzu: „Ich habe gemerkt, dass der Wechsel das Beste für beide Seiten ist. Der FC Bayern wird mich nicht aufhalten.“ ” Lewandowskis Ex-Berater machte deutlich, wie diese Worte am Münchner Selbstverständnis erschüttern sollen.
Es gibt noch keine neuen Stars
„Diese Sätze sind brutal. „Sein Herz schlägt nicht mehr für den FC Bayern“, sagte Cezary Kucharski gegenüber Sport1, was mit den neuen Chefs, CEO Oliver Kahn, und Sportdirektor Hasan Salihamidzic zu tun hat.
Der Übergang von der Ära Rummenigge/Hoeneß zur Ära Kahn/Salihamidzic verläuft nicht so gut wie erwartet. Bild: EPA / EPA
Gleichzeitig beklagen viele Menschen die mangelnde öffentliche Wertschätzung. Wie im Fall Süle von seinem Berater Volker Struth. Siehe Lewandowski. „Der Grundstein für eines der erfolgreichsten Jahrzehnte der Vereinsgeschichte wurde zum Zeitpunkt einer der bittersten Niederlagen gelegt. Am 19. Mai 2012 wurde das ‚Heimfinale‘ der Champions League für uns zum Drama“, schreibt der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in einem Gastbeitrag für die „Sport Bild“. Es sollte eine endlose Geschichte werden, die geformt wurde von neuen Gesichtern.
Aber wird es bald abrupt enden? Warum gibt es in dieser Konstellation nicht mehr mögliche Titel? Nachdem die Bayern im DFB-Pokal und in der Champions League wiederholt ihre Tore verloren haben. Borussia Dortmund denkt offenbar an die einmalige Chance. Der BVB hat eine beeindruckende Transferoffensive gestartet, während Salihamidzic außer Noussair Mazraoui (Ajax Amsterdam) bisher keinen Neuzugang bringen konnte. Der FC Bayern warb zuletzt vergeblich um die absoluten Top-Stars, die der Klub dringend für die internationale Vermarktung braucht.
Sadio Mané soll Bayerns nächster Star werden. Bild: imago-images.de
Salihamidzic wird von den Fans diskreditiert
Damit nicht genug: Die Verpflichtung von Lucas Hernandez im Sommer 2019 soll das Lohngefüge erschüttert haben. Serge Gnabry pokert seit Wochen mit einem neuen Vertrag. Laut “Bild” soll der Abgang von Corentin Tolisso sogar elf statt sechs oder sieben Millionen Euro gefordert haben. Ein Spieler, der fast ausschließlich durch Verletzungen auffiel. Sein französischer Landsmann Hernandez ist zwar kein Anführer, aber immer wieder ein Schwachpunkt in der Defensive. Trainer Julian Nagelsmann kritisierte immer wieder die schlechte Kommunikation des vermeintlichen Abwehrchefs. Vergeblich.
Die Bayern würden den Transfer von Hernandez nicht mehr so machen. Foto: imago-images.de
Hat der FC Bayern seine Kabine nicht mehr unter Kontrolle? Dortmund schaut aus der Ferne genau hin. „Wir hatten das Gefühl, dass wir wieder mehr deutsche Nationalspieler haben wollen. Das hatte er Bundestrainer Hansi Flick angekündigt“, erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in bester Manier Uli Hoeneß. Der frühere Bayern-Flick-Trainer begründete seinen Abgang im Sommer 2021 nach einem Sechsfach-Deal mit Differenzen mit dem Sportdirektor. Viele Fans mögen ihn als „Brazzo“, der 45-jährige Bosnier hat aufgrund mehrerer Fehlentscheidungen an Ansehen verloren. Sie sind überrascht, dass der 20-jährige Karim Adeyemi von Salzburg nach Dortmund wechselt. Und nicht in seiner Heimatstadt, wo seine Eltern südlich von Unterhaching wohnen.
Der Mentor des Stürmers und Präsident des Vereins “Hachinger”, Manfred Schwabl, ist ein guter Freund von Hoeneß, zusammen spielen sie normalerweise das traditionelle deutsche Kartenspiel Schafkopf am Tegernsee. Wie also ist Adeyemi zum FC Bayern geflüchtet? Wie der derzeit beste deutsche Verteidiger Nico Schlotterbeck, der ebenfalls zum BVB wechselt? Überrascht pfiffen viele Fans Salihamidzic bei der Marienplatz-Meisterschaft zu. Bei der gleichen wenig euphorischen Veranstaltung ging Hoeneß in die Offensive.
„Er ist nicht allein für die Transferpolitik verantwortlich“, sagte der 70-Jährige über seinen einst im Amt installierten Schützling. Er forderte „mehr Druck auf die Spieler“. Süle hingegen hatte einen schrecklichen Tag. Hoeneß: „Ich fand diese Aktion katastrophal.“
Und Kahn? Er sagte nichts. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fragen sich Klub-Mitarbeiter, warum der ehemalige „Titan“ nicht handelt. Unterdessen soll es laut Sport Bild auch inhaltlich zu einem Knacks zwischen Salihamidzic und Trainer Nagelsmann kommen. Torgarant Lewandowski brennt zwar darauf, zum FC Barcelona nach Spanien zu wechseln, doch der Coach droht, den großen Werken zum Opfer zu fallen.
Ausgerechnet der erste Trainer seit Franz Beckenbauer hat seine Wurzeln in Bayern. Nagelsmann, dessen Frau aus Grünwald stammt und der bei Wacker München als Fußballer aufgewachsen ist. Mehr Identität geht kaum. Ich wollte eine Ära prägen. In diesen Tagen scheint es aber so, als ob es nur dem 34-Jährigen und den weiteren Identifikationsfiguren Manuel Neuer (36) und Thomas Müller (32) entspricht, um die Wende bei den Bayern zu vermeiden. Irgendwie.
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