“Flexibler Übergang in Ordnung”: Heil: Anhebung des Renteneintrittsalters ist eine “Geisterdebatte”

„Flexibler Übergang in Ordnung“ Heil: Anhebung des Renteneintrittsalters ist „Geisterdebatte“

29.05.2022, 02:25 Uhr

Angesichts der hohen Kosten der Pandemie, der wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Inflation werden sie aufgefordert, das Rentenalter auf 70 Jahre anzuheben. Arbeitsminister Heil lehnte nicht nur diesen Vorschlag ab. Er weist es als unrealistisch zurück.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil lehnt eine Anhebung des Renteneintrittsalters wegen der hohen Inflation für Ökonomen klar ab. „Was ich richtig finde, ist der flexible Übergang in den Ruhestand. Das ist völlig in Ordnung“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Aber die Idee, bis 70 in einem Stahlwerk oder an einer Supermarktkasse, als Polizist oder als Krankenpfleger zu arbeiten, können nur Menschen haben, die in einer ganz anderen Welt leben.“

Arbeitsminister Hubertus Heil will das Renteneintrittsalter nicht anheben.

(Foto: Fabian Sommer / dpa)

Heil bekräftigte: „Wir haben uns mit der Koalition darauf geeinigt, dass wir die gesetzliche Altersgrenze nicht anheben. Daran wird sich auch nichts ändern.“ Zuletzt ist die Diskussion um ein längeres Erwerbsleben wieder entbrannt: Ökonomen wie der Leipziger Volkswirt Gunther Schnabl haben sich für eine deutliche Anhebung des Renteneintrittsalters ausgesprochen, auch um steigende Preise abzufedern.

„Ich finde, es ist eine gespenstische Debatte darüber, bis in die 70er Jahre arbeiten zu wollen oder zu müssen. Es ist eine Diskussion, die sich mit der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland nicht vereinbaren lässt“, sagte Heil. Nach derzeitiger Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente schrittweise von 65 auf 67 Jahre ohne Abschläge bis 2029 angehoben.

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