Inflationsbedingt kündigt Vonovia deutliche Mieterhöhungen an
01.06.2022 06:33
Die Inflation betrifft alle Bundesbürger. Künftig wird dies voraussichtlich auch für die Wohnkosten gelten. Deutschlands größter Wohnungskonzern kündigt bereits Mieterhöhungen an. Mehr als Hunderttausende Haushalte sind betroffen.
Millionen deutsche Mieter müssen sich auf steigende Wohnkosten einstellen: Deutschlands größtes Immobilienunternehmen, der Dax-Vonovia-Konzern, hält deutliche Mieterhöhungen angesichts der hohen Mietpreisinflation für unvermeidlich. „Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen die Mieten künftig jedes Jahr entsprechend steigen“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch dem Handelsblatt. Viele Hausbesitzer hätten sonst ernsthafte Probleme.
„Wir können nicht erwarten, dass die Inflation die Mieten ignoriert. Das wird nicht funktionieren“, so Buch weiter. Der Immobilienriese besitzt rund 565.000 Wohnungen, die meisten davon in Deutschland. Die Durchschnittsmiete von Vonovia stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 7,40 Euro pro Quadratmeter, 3,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Dies liegt immer noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate von knapp acht Prozent.
Hausbesitzer sind an den CO2-Kosten beteiligt
Um den steigenden Preisen entgegenzuwirken, versucht die Bundesregierung, Mieter zu entlasten. So beschloss das Kabinett, dass Hausbesitzer sich an den Kosten der 2021 eingeführten CO2-Steuer beteiligen sollen. Diese soll ab dem kommenden Jahr gelten. Dann übernehmen die Eigentümer zwischen 90 und null Prozent der Kosten. Je energieeffizienter das Haus, desto geringer der Kostenanteil. Dies soll ein Anreiz sein, alte Heizungen oder Fenster auszutauschen. Das Stufenmodell umfasst mehr als 13 Millionen Wohnungen. Bei Gewerbeimmobilien sollen Mieter und Vermieter zunächst jeweils die Hälfte der CO2-Kosten tragen.
Bisher haben Mieter nur die CO2-Steuer übernommen. „Betroffene Wohngebäude verursachen derzeit Kosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro an Kohlendioxid, die vollständig von den Mietern getragen werden“, heißt es in dem Gesetzentwurf gegenüber Reuters. Der Mieterbund hatte die CO2-Kosten eines Musterhauses in einer unsanierten Wohnung auf 130 Euro für eine Gasheizung und 190 Euro für eine Dieselheizung im Jahr 2022 geschätzt würden ab Juli 2022 geteilt werden.