Kehrtwende im Online-Handel: Die Partnerschaft erwartet das Ende der kostenlosen Retoure

Der Verbund von Zara und Uniqlo rechnet bereits mit dem Ende der kostenlosen Rücksendung

27.05.2022, 14:24

Deutschland ist Retouren-Europameister: Die Retourenquote liegt bei bis zu 75 Prozent. Das könnte sich bald ändern. Denn erste Unternehmen führen eine Rücklaufquote ein. Doch nicht alle Online-Händler wollen diesen Weg gehen.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) hat eine Trendwende im Online-Modehandel angekündigt. Der Boom der Crown-Jahre ist generell vorbei. Ein Sprecher der Süddeutschen Zeitung sagte: „Bei der Mode kommt eine zusätzliche Schwierigkeit hinzu, dass wir damit rechnen, dass die bisher gängige Praxis der kostenlosen Rücksendung endet und auf die auch die Kunden warten.“ Er nannte steigende Kosten: „Hohe Transport- und Verpackungspreise veranlassen Einzelhändler, diese Kosten an die Kunden weiterzugeben.“

Im vergangenen Jahr führte Japans größter Bekleidungshändler Uniqlo eine Rückerstattungsgebühr von 2,95 Euro pro Paket ein. Vor wenigen Tagen zog Zara, die bekannteste Modekette des spanischen Konzerns Inditex, gleich mit einer Rücksendegebühr von 1,95 Euro pro Retoure nach.

Marco Atzberger, Retourenexperte beim Kölner Handelsforschungsinstitut EHI, verteidigt kostenpflichtige Retouren: „Das ist der richtige Weg“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Auch Björn Asdecker, Leiter der Forschungsgruppe Rückkehrmanagement an der Universität Bamberg, begrüßte die Gebühren. „Vielleicht gibt es jetzt einen Anfang“, sagte er. „Zum Glück kommt aus meiner Sicht wirklich Bewegung in den Markt.“

Der Verband erwartet, dass weitere Unternehmen nachziehen

Deutschland ist Return-Europameister. Die Retourenquote liegt laut EHI bei bis zu 75 Prozent, wobei bei Fashion im Schnitt mindestens jedes zweite Paket retourniert wird.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel erwartet, dass weitere Unternehmen nachziehen. „Wenn die Rücksendekosten hoch bleiben, werden Zara und Uniqlo die ersten, aber nicht die letzten sein, die die Kosten an ihre Kunden weitergeben“, sagte der Sprecher.

Amazon, Zalando und Otto gaben auf Nachfrage bekannt, dass sie keine Gebühren für die Retoure erheben wollen. „Wir werden von unseren Kunden definitiv keine Nachzahlungen für gezahlte Erstattungen zu einem Zeitpunkt verlangen, an dem sie auch von der Erhöhung bei Energie und diversen Gütern betroffen sind“, sagte ein Sprecher der Otto-Gruppe.

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