Ukrainischer Krieg im Ausland
Russland beginnt mit der Ausstellung von Pässen für Cherson und Saporischschja
Stand: 13:07 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Selenskyj – „Russland will alle Donbass-Städte zerstören“
Mindestens 10.000 ukrainische Soldaten seien seit Beginn der Kämpfe getötet worden, bestätigte ein Berater des Präsidenten. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geht weiter, vor allem im Süden und Osten des Landes. „Russland will alle Städte im Donbass zerstören“, sagte Präsident Selenskyj.
Russland verschwendet keine Zeit. In den neu besetzten Gebieten der Ostukraine hat am Samstag die Verteilung russischer Pässe begonnen. Dort soll auch der russische Rubel als Zahlungsmittel eingeführt werden.
In den Separatistengebieten der Ostukraine haben nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass in den letzten drei Jahren mehr als 800.000 Menschen die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Knapp ein Prozent der Anträge von Einwohnern der selbsternannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk seien abgelehnt worden, berichtete Tass am Samstag unter Berufung auf das Innenministerium in Moskau.
Anwohner sprechen mit Reportern in der Nähe von Häusern, die durch russische Bombenangriffe in der Region Saporischschja beschädigt wurden
Quelle: dpa/-
Im April 2019 erließ Kremlchef Wladimir Putin ein Dekret, das es Ukrainern im Donbass erleichtert, russische Staatsbürger zu werden. Kritikern zufolge dienen die vielen neuen Russen dem Kreml als Werkzeug, um seinen Einfluss in der Ostukraine auszuweiten.
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Auch die Gebiete, die russische Truppen seit Kriegsbeginn Ende Februar dieses Jahres besetzt halten, sollen auf diese Weise enger an Moskau gebunden werden.
Die Empfänger des Passes sind vollwertige russische Staatsbürger
Nach Angaben der von Russland eingesetzten Verwaltungen hat am Samstag die Verteilung der Pässe in den Regionen Cherson und Saporischschja begonnen. Die Empfänger würden dann als vollwertige Bürger Russlands betrachtet, sagte ein Mitglied der Besatzungsbehörden Wladimir Rogow im Fernsehsender Rossija-24. Ihm zufolge kamen mehr als 70.000 Menschen. Dort soll auch der russische Rubel als Zahlungsmittel eingeführt werden.
Die ukrainischen Behörden beschuldigen die Besatzer, Menschen zur russischen Staatsbürgerschaft gezwungen zu haben, und befürchten eine Annexion der besetzten Gebiete. Laut Arestovich wurde ein russischer General, der ein Referendum über den Anschluss an Russland abhalten sollte, im besetzten Gebiet von Cherson ermordet.
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