Lebenshaltungskostenausgleich der AVS: SVP bremst Rentner

Die Mitte-Links fordert die volle Entschädigung der Lebenshaltungskosten der AVS

Bitte die Rentner bremsen

Die steigende Inflation lässt die Kaufkraft der Renten sinken. Die Mitte-Links fordert nun eine vollständige Teuerungsanpassung an die AHV-Rente. Die SVP tritt auf die Bremse und will es beim gemischten Index belassen.

Gepostet: 24.06.2022 um 00:41 Uhr

Noch zwanzig! Vor anderthalb Jahren konnten AHV-Berechtigte mit einer kleinen Erhöhung der Rente rechnen. Die maximale Monatsrente stieg von 2370 auf 2390 Franken, die Mindestrente von 10 auf 1195 Franken. Für Ehepaare betrug der Zuschlag bis zu 30 Franken.

In der Regel passt der Bundesrat die AHV-Renten alle zwei Jahre an. Der nächste Anstieg wird im Jahr 2023 erwartet. Dabei stützt er sich auf den sogenannten Mischindex: die durchschnittliche Entwicklung von Löhnen und Preisen. Dadurch wird ein Rentenzuwachs aus dem jüngsten Inflationsanstieg (Wirtschaftsexperten rechnen in diesem Jahr mit einer Inflation von 2,6 Prozent) zumindest teilweise wieder aufgebraucht, wenn die Löhne wie in der Vergangenheit stagnieren. Dann verlieren Renten an Kaufkraft.

Inflation vollständig kompensieren

Ein Mitte-Links-Bündnis will das vermeiden. Mehrere Bundesgesetzgeber forderten in der Sommersession die vollständige Anpassung der Lebenshaltungskosten der AHV bis spätestens 2023. Paul Rechsteiner (69, SG) verweist in seiner Motion auf die Bundesverfassung. „Die Renten gehen zumindest mit der Preisentwicklung mit“, sagt er. Der ehemalige Gewerkschaftsführer fordert außerdem, die Inflation jährlich anzupassen, wenn sie 2 Prozent übersteigt. Das aktuelle Gesetz sieht dies nur vor, wenn die Inflation doppelt so hoch ist.

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Die durchschnittliche Fraktion folgt der gleichen Linie: Sie will eine außerordentliche Anhebung der Renten bei voller Anpassung der Lebenshaltungskosten erreichen, notfalls durch ein Notstandsgesetz. Der Bundesrat sollte den gemischten Index diesmal nicht berücksichtigen. „Das würde zu einer Abschwächung oder Verzögerung der Anpassung führen“, schreibt Fraktionschef Philipp Matthias Bregy (43). “Infolgedessen würde die Inflation bis 2023 nicht vollständig ausgeglichen. Dies muss korrigiert werden.”

Das Zentrum bittet den Bundesrat zudem um ein Konzept, wie die Inflation bei einem überdurchschnittlichen Anstieg künftig regelmässig angepasst werden kann. Außerdem will er die Hürde auf 2 Prozent senken.

Die SVP will eine «moderate» Entschädigung.

Während die Mitte-Links-Partei für eine vollständige Kompensation der Lebenshaltungskosten wirbt, bremst die UDC die Älteren. SVP-Chef Marco Chiesa (47) fordert «massigen Ausgleich der Lebenshaltungskosten für die AVS», der Bundesrat solle weiter dem gemischten Index folgen.

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Die Partei sorgt sich weniger um die Kaufkraft der Rentner und befürchtet einen weiteren Ausbau des Staates und noch mehr Umverteilung. Daher sollte es nur eine teilweise Anpassung der Lebenshaltungskosten geben.

Und andere Bereiche sollen für Gelder bluten: Deshalb will die SVP das Wachstum der Ausgaben für internationale Entwicklungszusammenarbeit, Forschung und Bildung, Kulturausgaben und Eigenausgaben des Bundes begrenzen.

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