Mehr als 90 Fälle weltweit: Die Affenpocken beunruhigen die Bevölkerung – Experten bitten um Ruhe Was passiert Die Pocken sind ausgerottet Was sind die Affenpocken?

Gepostet am 24. Mai 2022, 4:24 Uhr

Am Samstag wurde der erste Fall von Affenpocken in der Schweiz gemeldet. In der Bevölkerung herrscht große Angst und Unsicherheit. Virologen fordern eine transparente Kommunikation und einen eigenen Impfstoff.

von

Seline Bietenhard

Daniel Graf

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Am Samstag wurde in Bern der erste Fall von Pocken in der Schweiz gemeldet.

durch REUTERS

Obwohl frühere Fälle von Affenpocken außerhalb Afrikas immer mit Reisen in Gebiete in Verbindung gebracht wurden, in denen die Krankheit endemisch ist, oder Kontakt mit Reiserückkehrern oder kontaminiertem Material hatte, ist dies anders.

WHO / Nigeria Center for Disease Control

Derzeit gibt es weltweit rund 90 bestätigte Fälle.

Twitter.com/@Sander_Lab

Am Wochenende wurde in Bern der erste Pockenfall in der Schweiz gemeldet, aktuell gibt es weltweit über 90 bestätigte Fälle. Die Verunsicherung und Angst in der Bevölkerung ist groß, viele werden an die Anfänge der Coronavirus-Pandemie erinnert: Krankheit“, teilt er mit. ein, zum Beispiel Benutzer auf Twitter. Ein anderer Hochtöner fragt sich, ob es einen Notfallplan für den Notfall gibt.

“Pocken breiten sich viel langsamer aus als die Krone”

Daniel Paris leitet die medizinische Abteilung des Schweizerischen Instituts für Public and Tropical Health. Er kann die Verunsicherung der Bevölkerung nachvollziehen: „Die letzten zwei Jahre waren geprägt von einer globalen Pandemie. Wir reagieren mittlerweile extrem sensibel auf Viruserkrankungen und deren Folgen.“ Aber es gibt entscheidende Unterschiede: „Wir wussten etwas weniger über SARS-CoV-2-Viren als über Affenpockenviren, und die Übertragung erfolgt auch durch Aerosole.“ Daher kann sich das Virus viel schneller ausbreiten als die Pocken.“ Laut Paris ist die Übertragung der Pocken von Mensch zu Mensch selten und nur bei engem Kontakt möglich, insbesondere durch große Tropfen und Körperflüssigkeiten.“ Es brauche einen längeren und direkteren Kontakt als bei Covid-19“, sagt Paris Pocken.

Laut Paris zeigen Daten aus früheren Ausbrüchen, dass Affenpockenviren schwieriger zu übertragen, aber in der Regel tödlicher sind als das Kronenvirus: „Bei den beiden bekannten Stämmen in Afrika liegt die Sterblichkeitsrate bei drei bis vier beziehungsweise zehn Prozent.“ sagt Paris. Er betonte aber: «Das bedeutet nicht, dass jede zehnte Person in der Schweiz an einer Infektion stirbt. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt, sinkt dieser Anteil deutlich.»

„Das BAG muss klar kommuniziert werden“

Besorgniserregend ist laut Paris, dass im Vergleich zu früheren Pockenausbrüchen viele Länder gleichzeitig betroffen sind und nicht alle Krankheiten auf die Ursprungsländer der Pocken zurückgeführt werden können. Auch wenn man sich keiner weiteren Pandemie stellt, sollte man mit Vorsicht und Respekt vorgehen: „Auch das Pockenvirus kann mutieren. Es ist nun 50 Jahre her, dass Routineimpfungen in den 1970er Jahren eingestellt wurden (siehe unten). Ich glaube nicht, dass es jetzt viel ansteckender sein dürfte.“ Die aktuelle Aufregung hat für den Experten andere Gründe: „Es kommt von einer Mischung aus Überempfindlichkeit und besseren Mitteln, um die Krankheit zu erkennen.“ Eine Sorge für den Immunologen Beda Stadler, der fordert jetzt eine klare Kommunikation, um Panik zu vermeiden: fordert Studien, die zeigen sollen, ob Menschen, die als Kinder gegen Pocken geimpft wurden, durch Kreuzimmunität vor Affenpocken geschützt sind einen eigenen Impfstoff gegen Affenpocken”, sagt Stadler.

BAG beobachtet die Situation

Auch die WHO ruft die Länder auf, das Virus einzudämmen. Gleichzeitig wirkt es aber auch beruhigend. Pocken sind für die meisten Menschen harmlos, gefährlich könnten sie nur für Risikopatienten, Kinder und Schwangere werden. „Das Wichtigste im Moment ist, dass Menschen, die eher von einer Infektion betroffen sind, gut informiert sind und eine weitere Ausbreitung verhindern“, heißt es auf der Website der WHO.

Das BAG beobachtet die Lage und prüft die Verfügbarkeit von Impfstoffen. Derzeit gibt es in der Schweiz keine zugelassenen Impfstoffe. Auch eine medikamentöse Behandlung in schweren Fällen ist hierzulande derzeit nicht zugelassen. „Übertragbare Krankheitsüberwachungs- und Managementkanäle sind aktiv“, sagt BAG-Sprecher Daniel Dauwalder, 20 Minuten entfernt. Es wird empfohlen, bei Symptomen wie Hautausschlag, Fieber und Pusteln einen Arzt aufzusuchen.

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